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Adolf Hitler am 20. April 1937 (Propagandafoto zu Hitlers Geburtstag)

Hitler, Adolf (geb. 20. April 1889 als Adolfus Hiter[1][2][3][4] in Braunau am Inn; gest. 30. April 1945 in Berlin), deutscher Reichskanzler (NSDAP[5]) und Führer der nationalsozialistischen Bewegung, der seit 1933/34 innerhalb der Regierung über diktatorische Rechte verfügte.

Der einstige Maler und Anstreicher war ursprünglich deutschösterreichischer Abstammung und galt seit dem 30. April 1925 als staatenlos, da er freiwillig auf seine Staatsangehörigkeit verzichtet hatte.[6] Nach mehreren erfolglosen Versuchen, über die Einbürgerung in einem der deutschen Länder die Reichsangehörigkeit zu erlangen, erhielt er am 23. Februar 1932 die Staatsangehörigkeit in Braunschweig, wo Hitler durch die Landesregierung nur zwei Tage später einen Posten als Regierungsrat erhielt[7] und als solcher „auf Dauer“ freigestellt wurde.

Der spätere Politiker Hitler gilt allgemein als Kind des deutschnationalen Österreich des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Wie Historiker wie Joachim Clemens Fest (1926–2006) feststellten, erhielt er seine politisch-ideologische Indoktrinierung während seiner Schulzeit in Linz. Diese ging in seiner Wiener Zeit weiter, wo sich Hitler stark am Führer der antisemitischen Christ-Sozialen, Karl Lueger (1844–1910), von dem er den Personenkult und einen Teil seiner antisemitischen Ideen übernahm, und an Georg von Schönerer (1842–1921) orientierte. Letzterer nahm für sich den Anspruch, politischer Führer aller Alldeutschen zu sein. Doch schon früh gab sich Hitler in der völkischen Szene als Kunstmaler und Schriftsteller aus.

Nach dem I. Weltkrieg (1914–1918) gab sich Hitler als Opportunist und schloss sich einem sozialistischen Arbeiter- und Soldatenrat an, der in und um München agierte. Ab 1919 war er verstärkt in der deutschvölkischen Szene des Reiches aktiv und übernahm dort ab Sommer 1921 die politische Führung über die Nationalsozialisten: Seit dem 29. Juli war er uneingeschränkt der Führer der NSDAP.

Am 12. Januar 1922 wurde Hitler vom Schöffengericht München wegen Landfriedensbruch und übler Nachrede zu einhundert Tagen Haft und zur Zahlung von eintausend Mark verurteilt, nachdem dieser zusammen mit Anton Drexler den führenden Vertreter des Bayernbundes, Otto Ballerstedt, beleidigt hatte; Hitler saß einen Teil der Haftstrafe zwischen dem 24. Juni und 17. Juli 1922 in Stadelheim ab, wobei ihm letztendlich siebzig Tage erlassen wurden.

Seit dem 2  August 1934 war HitlerFührer und Reichskanzler“ des Deutschen Reiches. Das heißt, er vereinte die Ämter des Staatsoberhauptes und Regierungschefs über Personalunion auf seine Person. Zudem wurde er 1942 vom deutschen Reichstag zum „obersten Gerichtsherrn des Großdeutschen Reiches“ ernannt, wodurch Hitler nicht mehr an Regierungsbeschlüsse usw. gebunden war; zugleich bedeutete diese Ernennung auch die Entmachtung des noch formal bestehenden deutschen Parlamentes.

Adolf Hitler beging zusammen mit der kurz zuvor geheirateten Eva Braun (1912–1945) am 30. April 1945 im Berliner Führerbunker gemeinschaftlichen Selbstmord.

Inhaltsverzeichnis

Hitlers Persönlichkeit

Charakter

Den jungen Adolf Hitler prägten vor allem drei Dinge: erstens, dass er schon frühzeitig zum Nationalisten geworden sei, zweitens die Tatsache, dass er Geschichte ihrem Sinn nach begreifen und verstehen wollte und drittens, dass sein Interesse dem Kriegs- und Soldatenhandwerk galt. So galt er bereits als Elfjähriger unter seinen Klassenkameraden als Führernatur.[8]

Hitler wies zudem einen auffallenden Hang zur Bequemlichkeit auf, zudem noch ein störrisch-eigensinniges Temperament trat. Beides führte dazu, dass er zweimal nicht versetzt wurde, da er sein Klassenziel nicht erreichte.[8] Als Erwachsener sollte er sich zudem durch eine begnadete Rhetorik und Gefühlskälte sowie durch eine äußerst hohe Risikobereitschaft auszeichnen.[9]

An den Fronten des I. Weltkrieges galt der spätere Führer und Reichskanzler allgemein als „tadelloser Kamerad“, aber auch als „asozialer Sonderling“: So galt er bei Teilen seines Regimentes als „spinnerter Österreicher“, als rechthaberisch und streitsüchtig.[10]

Hitlers Sexualität und dessen Verhältnis zu Frauen

Zwiespältig und umstritten gilt Hitlers Verhältnis zu Frauen. Die einen hielten ihn für homosexuell, die anderen für heterosexuell. Andere wiederum waren der Auffassung, dass Hitler bisexuell sei. Doch kristallisierte sich in der Geschichtsforschung um Hitler heraus, dass er anscheinend korophil war, das heiß, dass er eine auffällige Vorliebe für minderjährige Mädchen besaß. So verband Hitler nach Eigenaussage mit der damals sechzehnjährigen Maria Richter (1909–1992) eine „schwärmerische Romanze“. Aber auch mit seiner neunzehn Jahre jüngeren Nichte Angela „Geli“ Raubal (1908–1931) sagte man hinter der Hand ein Verhältnis nach. [7]
Historisch überliefert sind Hitlers Reaktionen, als er im Frühsommer 1928 seine Nichte mit seinem Duzfreund Emil Maurice (1897–1972) in deren Zimmer überraschte: Hitler war als deren Vormund so aufgebracht, dass er Maurice körperlich mit einer Reitpeitsche bedrohte; als die Situation zu eskalieren drohte, gelang es Maurice, sich mit einem beherzten Sprung aus dem Fenster zu retten.[11]

Bereits am 20. Dezember 1927 hatte Hitlers Gefährte diesem gestanden, dass er sich kürzlich mit dessen Nichte verlobt habe, worauf ihn Hitler auf das Gröblichste beleidigt hatte. Nur einen Tag später stellte Hitler beide zur Rede, wobei er Maurice mit seiner Pistole bedrohte. Hitler bestand darauf, dass die Verlobung gelöst werden müsse, doch die Angesprochenen verweigerten sich seiner Aufforderung. Als Vormund Angela Raubals verjagte Hitler seinen NS-Gefährten aus deren Wohnung. Nach einigen Treffen wird er jedoch durchsetzen können, dass das Eheversprechen zwischen seiner Nichte und Maurice erst in zwei Jahren zu erfolgen habe und dass ihre Beziehung bis dahin geheim gehalten werden müsse.[12]

Aufgrund seines Verhaltens gegenüber dem Parteigenossen Maurice fand sich Hitler schließlich vor dem parteieigenen Untersuchungs- und Schlichtungsausschuss wieder, dessen Vorsitzender, Walter Buch (1883–1949), ihm bescheinigte, dass er nun zu einer Menschenverachtung käme, die ihn mit „banger Sorge“ erfülle.[11]

Angela Raubal versuchte nun des Öfteren, sich aus der Bevormundung ihres Onkels zu befreien. So plante sie für den 18. September 1931 eine Reise nach Wien. In einer hitzigen Diskussion in der gemeinschaftlichen Wohnung verbat ihr Onkel diese jedoch. Hitler reiste noch am selben Tag ab, um mit einigen seiner Gefolgsleuten nach Nürnberg zu reisen. Es war lange unklar und umstritten, was in der Zeit zwischen Hitlers Abreise und dem Folgetag geschah: Am 19. September fand man Angela Raubals Leiche in ihrem von innen verschlossenen Zimmer und sofort machten sich in München Gerüchte breit, es handele sich dabei um einen bezahlten Mordauftrag.
Nachdem Hitler erfahren hatte, dass man seine Nichte tot aufgefunden habe, kehrte dieser umgehend nach München zurück, da sich nun ein Skandal anbahnte, der sich um die familiäre Beziehung zwischen beiden drehte; es tauchten die ersten Gerüchte auf, dass Nichte und Onkel sich in einem blutschänderischen Verhältnis zueinandergestanden hätten. Heute vertreten die Historiker allgemein die Auffassung, dass sich Angela Raubal in Hitlers Wohnung mit dessen Pistole erschoss, was diesen in tiefe Despressionen stürzen sollte. Nach einiger Zeit wandelten sich Hitlers Depressionen in einen tiefen Fanatismus.[13][14]

Auch seine langjährige Freundin Eva Braun lernte Hitler 1929 als Siebzehnjährige kennen und schätzen. Spätestens seit 1932 galten beide in Parteikreisen als Paar. Offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt wurde Braun 1936, als sie als „Hüterin und Leiterin des Berghofes“ dargestellt wurde. Der Öffentlichkeit wurde jedoch verschwiegen, dass die damals vierundzwanzigjährige dort mit dem dreiundzwanzig Jahre älteren Hitler zusammenlebte.[15]

Gegenüber älteren Frauen glänzte Hitler als aufmerksamer Zuhörer und durch gutes Benehmen. So wurden rasch einflussreiche Damen wie Winifried Wagner (1887–1980), Helene Bechstein (1876–1951) und Leni Riefenstahl (1902–2003) Hitlers Bewunderer und vielfach auch finanzielle Unterstützer. Aber auch auf Nationalsozialistinnen wie Magda Goebbels (1901–1945) und Ilse Koch (1906–1967) konnte Hitler stets zurückgreifen: auf Ersterer als First Lady des von ihm geschaffenen Großdeutschen Reiches, auf Zweite als Ehefrau des KZ-Kommandanten Karl Otto Kochs (1897–1945). So wurde Ilse Koch in der Nachkriegszeit auch als „Hexe von Buchenwald“ bekannt und galt als herrschsüchtig, hartherzig und als geldgierig.[15]

Hitlers Verhältnis zu Kindern

Die NS-Propaganda zeigte Hitler gern als einen Menschen, dem Kinder besonders am Herzen lagen. Daher waren Fotos mit ihm und kleinen Jungen und Mädchen gern und häufig veröffentlichte Motive. Doch war seine „Kinderliebe“ wie so Vieles aus der NS-Zeit schlichte Lüge: In Wahrheit konnte Hitler Kinder nicht ausstehen.

Die NS-Propaganda jedoch propagierte, dass die deutschen Kinder und die deutschen Jugendlichen die Zukunft des Deutschen Reiches darstellen würden, und dass sie es seien, die später die Volksgemeinschaft stärken und/oder als Soldaten für das Reich Eroberungsfeldzüge machen würden.

Auch Hitler sah Kinder und Jugendliche nur als Mittel zum Zweck, wie er es auch in seiner Reichenberger Rede vom 2. Dezember 1938 klar ausdrückte:

„Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln. Und wenn diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisationen hineinkommen und dort nun so oft zum ersten Mal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unsrer alten Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei und in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS … Und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben. Und sie sind glücklich dabei.“

In Hitlers Augen war die vormilitärische und politische Schulung der Jungen wichtiger als deren Kindheit: Als zukünftige Soldaten hatten sie hart und gnadenlos zu sein. Deswegen war der ideologischen Indoktrinierung auch kein Riegel vorgeschoben. Die Mädchen wiederum wurden auf ihre zukünftige Rolle vorbereitet, gute nationalsozialistische Ehefrauen und Mütter zu werden, die ihre Ehemänner in allem konsequent unterstützten.

Hitlers Verhältnis zur regelmäßigen Arbeit

In allen Hitlerbiografien ist verbürgt, dass sich Hitler nicht sehr für körperliche Arbeit interessierte und sich stattdessen seinen Träumen hingab, irgendwann ein bekannter Kunstmaler zu sein. Während die einen ihn für faul hielten, war er selbst der felsenfesten Überzeugung, ein „Arbeitstier“ zu sein.

In seiner frühen Schulzeit galt er als fleißig, doch mit zunehmenden Alter verschlechterten sich seine schulischen Leistungen zunehmend. Dafür las er zu Hause sehr viel … vor allem die Bücher von Karl May (1842–1912) liebte er.

Während seiner Wiener Zeit, als er so ziemlich mittellos dahinlebte, schlug er sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. So will er auch, wenn man seinen Erinnerungen in Mein Kampf glauben mag, eine Zeit lang auf dem Bau gearbeitet haben. Darüber hinaus gab er, wenn er auf seinen Beruf angesprochen wurde, an, „akademischer Maler“, „Kunstmaler“, „Schriftsteller“ und „Kaufmann“ zu sein.

Eine Festigung in seinem Leben fand er in der Zeit als Soldat, wo alles geregelt wurde. Schnell wurde aus dem Frontsoldaten Hitler der gleichnamige Meldegänger und beim Militär testete er erstmals seine rhetorischen Fähigkeiten an den Kameraden aus.
So nimmt es auch nicht Wunder, dass Hitler sich der Propaganda verschrieb, als er beim Militär seinen Abschied nahm und „hauptberuflich“ für die DAP tätig wurde.

Der proletarische Begriff „Arbeit“ spielte bei der DAP eine wesentliche Rolle, er stellte de facto einen Zentralbegriff der Partei dar, der auch von der NSDAP übernommen wurde. Bewusste Arbeit, so Hitler am 13. August 1920 in seiner Rede „Warum sind wir Antisemiten?“, sei zentrale Rassenfrage. Ursprünglich sei sie Tieren und Menschen unbekannt gewesen und sei deshalb nur instinktmäßig ausgeübt worden. Bei den Menschen habe sich die Arbeit als reiner Egoismustrieb weiterentwickelt und dieser sei überwunden worden zugunsten der „Arbeit aus sittlich-moralischem Pflichtgefühl“ heraus … Arbeit übe man nicht um Seineselbst willen aus, sondern zum Wohle der Allgemeinheit. Diese Arbeit aus sittlich-moralischem Pflichtgefühl heraus sei bei der nordischen Rasse entstanden, so Hitler. Diese hätten hoch oben im Norden, „in jenen unerhörten Eiswüsten, in jenen Stätten, die nur das kärglichste Dasein boten“ gelebt, weshalb sie gezwungen waren, nicht nur für den Einzelnen, sondern für die ganze Sippe zu arbeiten.
Hitler orientierte sich dabei am antisemitischen Arbeitskonzept der frühen völkisch-deutschnationalen Bewegung des 19. Jahrhunderts, die Juden als „nutzlos“ deklarierte, da sie nicht für die deutsche Nation arbeiten würden. (Aber wie sollten sie? Immerhin galten sie noch bis zur Emanzipation als Fremde und wurden erst 1815 den Deutschen gleichgestellt.)

Seine Parteiarbeit, die er ab September 1919 ausübte, sah wie folgt aus: Hitler reiste im Namen der DAP (und ab 1920 im Namen der NSDAP) überwiegend in Bayern herum, wo er zahlreiche „Sprechabende“ abhielt und dort als Redner auftrat. Darüber hinaus sprach er auch einige Male in Preußen, wo er wie im Berliner Nationalklub von 1919, und anderen Ländern ebenfalls Sprechabende abhielt und als Redner auftrat. Aber er wurde auch von zahlreichen deutschvölkischen Verbänden als Redner angefordert, was ihn allmählich auch außerhalb Bayerns bekannt machte.
Als er im Juli 1921 Parteivorsitzender wurde, wälzte Hitler die eigentliche Parteiarbeit auf andere ab und sah als seine Primäraufgabe an, stetig präsent und allgegenwärtig zu sein. Aus diesem Grund war er zwischen Sommer 1920 und Herbst 1923 als Redner auf Sprechabenden örtlicher NSDAP-Vertretungen und als Redner auf politischen Kundgebungen aktiv. Nach dem Wiederaufbau der NSDAP (1925) nahm er dieses unstete Leben wieder auf und agierte nun offiziell reichsweit.

Auch nach seiner Regierungsübernahme (1933) sah sich Hitler weiterhin verpflichtet, als deutscher Reichskanzler reichsweit allgegenwärtig und präsent zu sein: Er reiste, wie bisher, viel, hielt Hunderte Reden zu verschiedenen Anlässen und besuchte vielfach und liebend gern die Wagner-Festspiele in Bayreuth. Sein Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei in Berlin nutzte er kaum; vielfach wurde sein Anwesen auf dem Obersalzberg de facto Regierungssitz: Dort traf er die wichtigsten Entscheidungen mit seinen engsten Mitarbeitern und ließ diese dann im Berliner Reichstag abnicken. An den Berliner Reichstagssitzungen nahm er nur teil, wenn seine Anwesenheit zwingend vorgeschrieben und vonnöten war.

Ab 1939/40 sah sich Hitler wieder in der Rolle des Soldaten, der medial und propagandistisch zum „größten Feldherrn aller Zeiten“ (GröFaZ) aufgebauscht wurde. Regierungs- und Parteiarbeit waren nun Nebensächlichkeiten, vielmehr wollte Hitler mit seinem Nationalsozialismus die Welt vor dem jüdisch dominierten Bolschewismus retten und führte genau jene Welt in die größte Katastrophe der Neuzeit.

Weltanschauung

Grundsätzliches

Hitlers offizielle Weltanschauung wurde 1925 und 1926 im zweibändigen Mein Kampf niedergeschrieben, dessen I. Band bereits 1924 in der Landsberger Festungshaft verfasst wurde. Ab 1930 wurde es üblich, beide Bände in einem Gesamtband zusammenzufassen.
Dieses Pamphlet galt als politische Kampfschrift, in der Hitler seine Vorstellungen von der Welt, der Menschen und seine politischen Ziele zu Papier brachte. Teilweise waren beide Bände von ihrer Struktur her wirr aufgebaut.

Im Wesentlichen fußte die hitlerische Weltanschauung in der völkischen Ideologie des späten und frühen 20. Jahrhunderts und wies Elemente des Sozialdarwinismus sowie der Rassenlehre auf, welche die Menschheit in unterschiedliche Menschenrassen einteilte, die über feststehende (und vererbbare) Rassen- und Charaktereigenschaften verfügten und von denen einige höherwertig angesehen wurden. Diese höherwertigen Rassen waren berechtigt, über die ihnen untergeordneten Rassen („niederwertige Rassen“) zu herrschen und diese auszubeuten. Auch spielte das Konzept der „Lebensraumgewinnung“ vor allem auf Kosten der slawischen Völker im Osten eine große Rolle in der hitlerischen Weltanschauung. Die Menschheit stünde, so die Auffassung der Vertreter des Lebensraumkonzeptes, in einem ewigen Kampf um Siedlungsraum. Auch die Deutschen seien ein geteiltes Volk (Volk ohne Raum) und würden, wenn sie sich vereinigten, Lebensraum im Osten brauchen. Der arische Mensch müsse zudem, wenn er siegreich sein wollte, durch rassische Reinheit erhalten und gefördert werden. Sogenannte Lebensunfähige (Behinderte, schwerst Erkrankte usw.) müsse man von ihren Leiden erlösen, denn eine Blutmischung zwischen ihnen und einem Deutschblütigen würde Letztere rassisch abwerten.[16]

Hinzu trat, dass Hitler nationale mit soziale Ziele verband, und Hitler machte sich auch marxistische Forderungen zu eigen, indem er sich für die Etablierung einer klassenlosen Volksgemeinschaft und für die Brechung der Zinsknechtschaft einsetzte. Den für den Marxismus typischen Klassenkampf jedoch lehnte er entschieden ab.

Die Idee, dass das deutsche Volk das europäische Kernvolk und den Hauptvertreter der sogenannten arischen Rasse darstelle, welches naturgemäß berechtigt sei, über andere zu herrschen, übernahm Hitler von den Alldeutschen und den Deutschvölkischen. Von diesen beiden Gruppierungen leitete sich auch der hitlerische Rassenantisemitismus ab, der Juden diskriminierte.

Bis zum I. Weltkrieg

Vor dem I. Weltkrieg war Hitler ideologisch ein Kind der deutschnationalen Bewegung in Österreich. In seiner Linzer und Wiener Zeit schloss er sich zudem ideologisch immer mehr der alldeutschen Bewegung in Österreich an, die sich für die staatliche Verschmelzung des deutschbesiedelten Österreichs und des deutschen Nationalstaates einsetzten. Darüber hinaus lehnte Hitler gleich den Alldeutschen die österreichische Sozialdemokratie ab, da diese in seinen Augen jüdisch dominiert gewesen sei.
Der Marxismus insbesondere die Sozialdemokratie und der sogenannte Bolschewismus galt wegen seines radikalen Internationalismus als ideologischer Hauptfeind der Deutschvölkischen und der Alldeutschen; eine Position, die auch von Hitler übernommen wurde.

Hitlers ideologische Wurzeln sind in der Tat vor allem im deutschnational-völkischen Lager, das eines seiner Zentren in Linz besessen hatte: Die Stadt galt im ausgehenden 19. Jahrhundert als Hochburg der Deutschnationalen und der Alldeutschen. Auch Hitlers damalige Realschule galt als streng deutschnational: Der dort vertretende Deutschnationalismus äußerte sich dadurch, dass sich Hitlers Mitschüler blaue Kornblumen (das Erkennungszeichen der Alldeutschen) in das oberste Knopfloch ihrer Sakkos steckten und daneben auch die Farben der deutschen Nationalbewegung (Schwarz-Rot-Gold) verwendeten.[17] Untereinander war es üblich, sich mit „Heil!“ zu begrüßen, und an die Stelle der habsburgischen Kaiserhymne stimmte man dort das Deutschlandlied an, dessen Melodie der Kaiserhymne entsprach. Wortführer der Deutschnationalen an Hitlers Schule war Leopold Pötsch (1853–1942), der neben seiner schulischen Tätigkeit (Lehrer für Geschichte) auch Gemeinderat war. Es scheint auch, dass Hitler während seiner Linzer Schulzeit auch ein eifriger Leser der Zeitung Alldeutsches Tagblatt und anderer völkischer Publikationen gewesen war. Unter diesen habe sich auch, so der Historiker Joachim Clemens Fest (1926–2006) später in seiner Hitlerbiografie, auch das alldeutsche Satireblatt Der Scherer, Illustrierte Tiroler Monatszeitschrift für Politik und Laune in Kunst und Leben befunden.[17]

Hitlers damaliges Verhältnis zu den Juden in Österreich galt damals wie heute als zwiespältig: Zum einen lehnte er diese vehement als „Volksfeinde“ ab, zum anderen hatte er jedoch zahlreiche Juden in seinem kleinen Freundeskreis. So war auch beispielsweise der Arzt seiner Mutter ein Jude. An der Front radikalisierte er sich insofern, dass er sich dem sogenannten Frontsozialismus anschloss, der sich sozial- und nationalrevolutionär gab und die These vertrat, dass eine klassenlose Volksgemeinschaft unter der politischen Führung der Frontsoldaten sehen müsse. Trotz alledem stellte der Hitlerbiograf Joachim Clemens Fest fest, dass Hitler dem Antisemitenbund beigetreten war.

Nach dem I. Weltkrieg

Hitler gelang es ab 1921, die Symbiose zwischen Nationalismus und Sozialismus zu vollziehen und den konkurrierenden Deutschsozialismus in den von ihm maßgeblich mitgestalteten Nationalsozialismus zu integrieren. Die Farben der Hakenkreuzfahne (Schwarz-Weiß-Rot) deutete er wie folgt: Das rote Grundtuch stand für den sozialen Gedanken, der weiße Hakenkreuzspiegel für den nationalen, indes das schwarze Hakenkreuz für den Antisemitismus stand.

Für Hitler galten die Deutschen als der Maßstab der europäischen Völker, die berechtigt seien, über ihre Nachbarn zu herrschen. Das deutsche Volk sei ein Volk ohne Raum, argumentierte er in alldeutscher Art und Weise. Doch abweichend von den Völkischen erklärte er (und mit ihm die Nationalsozialisten), dass ein Volk nicht nur allein durch die gemeinsame Sprache und Kultur, sondern allein durch die Abstammung gebildet werde. Deutscher sei, wer deutschen Blutes sei. Durch sein Bekenntnis zur Deutschblütigkeit schloss er Juden, Zigeuner und andere sogenannte völkische Minderheiten aus dem deutschen Volk aus. Gleich den Deutschvölkischen forderte Hitler, dass jeder Deutsche seine Abstammung bis ins 18. Jahrhundert nachweisen müsse, wolle er weiterhin Teil der Volksgemeinschaft bleiben.

Öffentliches Auftreten

1889–1918/19

Mit Ausnahme weniger Jahre war Hitlers öffentliches Erscheinungsbild gepflegt. In seiner Kinder- und Jugendzeit trug er die jeweils entsprechende Bekleidung, die für damalige Jungen und Jugendliche vorgesehen war.
In seiner Wiener und Linzer Zeit, die Hitler durch die mütterliche Witwenrente und wenigen Gelegenheitsarbeiten finanzierte, gab er sich zeitgemäß deutschnational-völkisch und trug in der Regel einen dunklen Anzug mit weißem Hemd und Stehkragen sowie eine schwarze Krawatte. Sein Haar trug er, mit Unmengen Pomade durchtränkt und seitlich nach hinten gekämmt, rechtsgescheitelt.

Die Jahre 1914 bis 1919/20 waren durch den Weltkrieg und die nachfolgende Nachkriegszeit geprägt, wo Hitler Angehöriger der Bayrischen Armee bzw. der Reichswehr war. Dementsprechend trug er die feldgraue Heeresuniform, im Krieg zuerst mit Pickelhaube und Stahlhelm, nach dem Krieg überwiegend mit Schiffchen. Zur Uniform trug er in der Regel auch sein Eisernes Kreuz I. Klasse und das Verwundetenabzeichen in Schwarz.

1920–1933

Nach dem Ausscheiden aus der Armee trug Hitler wieder Zivilkleidung, wie den inzwischen abgetragenen dunklen Anzug aus der Vorkriegszeit. Doch war die hitlerische Zeit als Zivilist durch Armut geprägt, sodass ihn zeitgenössische Bilddokumente ihn mit diesem Anzug zeigten, wozu er einen schäbigen beigefarbenen Regenmantel mit Stoffgürtel und Schlapphut zeigen.[18][19]
Es ist ferner davon auszugehen, obgleich nicht fotodokumentarisch überliefert, dass Hitler als Mitglied der DAP bzw. der frühen NSDAP bei Parteiversammlungen usw. am linken Arm eine Hakenkreuzarmbinde trug.

Nach seiner Haftentlassung im Dezember 1924 und der Neugründung der NSDAP im Februar 1925 konnte sich Hitler als alleiniger Führer innerhalb der nationalsozialistischen Bewegung durchsetzen. So wurde er nun von der Partei bezahlt und konnte als Autor von „Mein Kampf“ mit regelmäßigen Tantiemen rechnen. Zu seinen Anzügen trug Hitler stets ein weißes Hemd mit Kentkragen. Sein Parteiabzeichen trug er zeitgenössisch am linken Kragen seines Sakkos und bei besonderen Gelegenheiten legte er auch sein EK I an. Für die ihm unterstehende SA wurde befohlen, dass deren „Dienstkleidung(Uniform) aus einem Braunhemd (Lettowhemd) mit braunem Binder, braunen Reithosen und braunen Wickelgamaschen bzw. braunen Reitstiefeln bestand, zu der Schulterriemen und Koppel aus braunem Leder getragen wurden. Komplettiert wurde diese Uniform durch eine braune Skimütze, dem sogenannten SA-Käppi und der obligatorischen Hakenkreuzarmbinde.

Ab etwa 1927 an trug Hitler durchgängig bei Parteiveranstaltungen eine SA-Uniform, die aus Braunhemd (aus Trikotstoff), brauner Reithose und anfänglichen Wickelgamaschen bestand. Letztere wichen schließlich braunen Reithosen bzw. Breeches (Stiefelhosen). Das Braunhemd bestand aus braunem Trikotstoff und wies aufgesetzte und gefältelte Brusttaschen auf, die mit braunen Lederknöpfen verschlossen wurden. Die Taschenklappen liefen zudem dreispitzig aus. Das Braunhemd selbst wurde mit fünf braunen Lederknöpfen geschlossen. Zur Uniform trug er Parteiabzeichen, EK I und das Verwundetenabzeichen in Schwarz. Komplettiert wurde diese Uniform durch ein braunes Koppel mit Schulterriemen und einer braunen Stoffkrawatte sowie der Hakenkreuzarmbinde am linken Oberarm.
Als „Sommeruniform“ waren kurzfristig braune und schwarze Lederhosen sowie graue Wollsocken und Bergstiefel für die bayrische SA zugelassen; diese Kombination ist für Hitler auch fotodokumentarisch überliefert. Hitler nutzte das SA-Käppi nur gelegentlich, sodass dieses auf wenigen Fotodokumente überliefert ist.[20]

Es ist auffällig, dass Hitler als Führer der NSDAP in der Kampfzeit (und auch danach) nur wenige militärische Auszeichnungen trug, obgleich er zahlreiche erhalten hatte. Standardmäßig waren nur Parteiabzeichen, EK I und das Verwundetenabzeichen in Schwarz. Auf verzichtete er offen auf alle NS-Rangabzeichen und besondere Schulterschnüre, um seiner Stellung als oberster SA-Führer usw. zu dokumentieren. Es wird allgemein angenommen, dass Hitler seinen Parteigenossen und den Angehörigen der NS-Kampfverbände zeigen wollte, dass er wie sie „nur ein politischer Soldat“ und damit einer von ihnen war.

1933–1939

Nach der Ernennung zum Reichskanzler gab sich Hitler bis zum Spätsommer 1934 mit Rücksicht auf den greisen Reichspräsidenten ganz staatsmännisch und verzichtete nun auf das tragen seiner SA-Uniform. Vielmehr trat er nun im traditionellen schwarzen Frack, schwarzer Weste mit weißem Hemd und Stehkragen sowie schwarzer Fliege bzw. Krawatte und Klappzylinder auf. Er gab sich also opportunistisch ganz konservativ und deutschnational.
Ferner trug er im Alltag zumeist einen grauen Anzug mit schwarzen Lackschuhen, weißes Hemd mit Kentkragen und dunklen Binder, zu denen ein beigefarbener Regenmantel mit Gürtel und ein grauer Fedora traten.

Erst nach dem Tod des Reichspräsidenten (August 1934) begann Hitler, auch generell in der Öffentlichkeit sowie im Reichstag braune Uniformen zu tragen. Um seine Solidarität mit den einfachen SA- und SS-Mitgliedern zu symbolisieren, verzichtete er auch nach seiner Selbsteinsetzung zum „Führer und Reichskanzler“ auf sämtliche Rang- und Dienststellungsabzeichen.
Seine damalige Uniform entsprach im Wesentlichen dem 1932 in den NS-Kampfverbänden eingeführten „kleinen Dienstanzug“, der aus einem braunen Rock, einer braunen Stiefelhose und schwarzen Reitstiefeln bestand. Der Rock konnte von Hitler mit einem schwarzen Koppel (mit Zweidornschloss, alternativ mit Koppelschloss für SA-Führer) und Schulterriemen getragen werden und anstelle des SA-Käppis trug er eine braune Schirm- bzw. Tellermütze mit braunem Mützenband, die das Hoheitsabzeichen der NSDAP (Adler mit Eichenkranz und Hakenkreuz) enthielt.

Gefertigt wurde dieser Rock aus Gabardine und wurde mit vier stark gekörnten, aus vergoldetem Aluminium gefertigten, Knöpfen verschlossen, in denen mittig der Parteiadler aufgelegt war. Am Kragen konnte der Rock mit einem kleinen Haken geschlossen werden. Zudem besaß er zwei aufgesetzte und gefältelte Brusttaschen, die ebenfalls mit goldfarbenen Aluminiumknöpfen verschlossen wurden, die ebenfalls gekörnt waren und den Parteiadler trugen. Die Taschenklappen liefen dreispitzig aus und der Rock besaß zudem zwei Eingrifftaschen mit außen liegenden und abgeschrägten Verschlussklappen; in Taillenhöhe waren Ösen zum Tragen des Koppels und an der rechten Schulter eine kleine Stofföse zum Fixieren des Schulterriemens angebracht. Unter dem Rock trug Hitler nun anstelle des Braunhemdes ein weißes Hemd aus Trikotstoff sowie einen schwarzen Binder aus Kunstseide. Komplettiert wurde der Dienstanzug durch die Hakenkreuzarmbinde.
Als einzige Auszeichnungen trug er wie gehabt das (goldene) Parteiabzeichen, sein EK I und das Verwundetenabzeichen in Schwarz. Andere NS-Abzeichen wie das Hoheitsabzeichen der NSDAP (als Anstecknadel auf dem Knoten der Krawatte) oder den Blutorden der NSDAP trug er nur noch bei besonderen Anlässen: Vor allem auf den Reichsparteitagen trug Hitler die traditionelle SA-Uniform mit Schirmmütze. Zivilkleidung trug der nunmehrige Führer und Reichskanzler nur noch bei besonderen Anlässen wie der Bayreuther Festspiele.

Ab 1937 begann Hitler, den aktuellen „Dienstanzug für politische Leiter der NSDAP“ zu tragen, der aus Gabardine bestand und im Wesentlichen der vorher beschriebenen Uniform entsprach. Der Rock bestand aus hellbrauner Gabardine, einer Breecheshose und schwarzen Lederstiefeln, die bis ans Knie reichten. Die Rock- und Taschenknöpfe waren goldfarben und wiesen als Motiv das Hoheitszeichen der NSDAP auf. Komplettiert wurde der Dienstanzug mit einem schwarzen Koppel und gleichfarbigen Schulterriemen sowie durch die Hakenkreuzarmbinde. Die Dienstmütze Hitlers bestand aus einer braunen Tellermütze mit braunem Mützenband und goldfarbiger Paspelierung sowie einem goldfarbenen, handgestickten Hoheitszeichen der NSDAP. Unter dem Rock trug Hitler wie bisher ein weißes Hemd mit schwarzem Binder aus Kunstseide.

Zu diesem Dienstanzug konnte ein braunfarbener „Dienstmantel für den Dienstanzug“ getragen werden, welcher auch durch einen gleichfarbigen Umhang ersetzt werden konnte. Ferner begann Hitler ab 1937, regelmäßig den „Ausgehanzug für politische Leiter der NSDAP“ zu tragen. Dieser bestand wie bei allen Uniformen der NS-Funktionäre aus einem hellbraunen Rock aus Gabardine (für den Sommer) oder aus Trikotstoff (für den Winter), einem weißen Trikothemd und hellbrauner Krawatte aus Kunstseide sowie aus einer schwarzen Hose mit schwarzen Lackschuhen. Auch hier waren alle Knöpfe wieder aus vergoldetem, gekörnten Aluminium, die mittig den Parteiadler trugen. Zu diesem wurde in der Regel von Hitler nur ein schwarzes Koppel ohne Schulterriemen getragen. Komplettiert wurde dieser Ausgehanzug durch die Hakenkreuzarmbinde. Alternativ war es Hitler möglich, den Ausgehanzug mit einem zweireihigen hellbraunen Rock zu tragen. Ob er auch den einreihigen Ausgehanzug in weiß trug, ist unbekannt, da diese Variante auf keinem bekannten Bilddokument erscheint.

Auf Parteiveranstaltungen und Reichsparteitagen trug Hitler ebenfalls ab 1937 den „Dienstanzug der politischen Leiter der NSDAP mit Bluse“, die seine alte SA-Uniform ablöste. Gleich dieser bestand dieser Dienstanzug aus einer braunen Stiefelhose und einem SA-ähnlichen Hemd, der „Bluse“, die wie das Braunhemd der SA mit fünf goldfarbenen Aluminiumknöpfen geschlossen und die mit einem schwarzen Binder aus Kunstseide getragen wurde. Gleich dem Braunhemd verfügte die Bluse über zwei aufgesetzte und gefältelte Brusttaschen, die mit goldfarbenen Aluminiumknöpfen verschlossen wurden. Auch hier waren alle Knöpfe gekörnt und wiesen mittig den Parteiadler auf. Ab etwa 1938/39 trug Hitler die aktuelle Dienstmütze der politischen Leiter, jedoch mit goldfarbener Paspelierung.

1939–1945

Im Sommer 1939 wurde es den NS-Verbänden erlaubt, den Ausgehanzug mit weißem Rock zu tragen, der durch eine weiße Schirmmütze ergänzt wurde. Auch für Hitler ist diese Variante durch Bilddokumente gesichert.

Nach Ausbruch des II. Weltkrieges (1939–1945) trat Hitler verstärkt als Soldat und militärischer Führer auf. Dementsprechend änderte sich die Farbe seiner Uniformen und Anzügen vom parteiamtlichen braun ins militärisch anmutende braungrün. Anstelle der Hakenkreuzarmbinde am linken Oberarm trat nun generell ein handgestickter goldfarbener Ärmeladler. Andere Orden und Ehrenzeichen als die schon mehrfach erwähnten legte er nicht an. Seine Schirmmütze ergänzte er zudem um die Parteikokarde (zentriert ein schwarzes Hakenkreuz in weiß-roter Umrandung, sodass die Farbreihenfolge schwarz-weiß-rot ergab) und Eichenlaubkranz im Stil der Deutschen Wehrmacht. Auch das Material änderte sich: Trug Hitler bis etwa 1942 überwiegend Röcke aus Gabardine, so wich dieses ab 1942/43 dem einfachen Trikotstoff.

Chronik

Familie

Hitler besaß insgesamt fünf Geschwister:

  1. Gustav Hitler (geb. 17. Mai 1885; gest. 9. Dezember 1887)
  2. Ida Hitler (geb. 23. September 1886; gest. 22. Januar 1888)
  3. Otto Hitler (geb. 17. Juni 1892; gest. 23. Juni 1892)
  4. Edmund Hitler (geb. 24. März 1894; gest. 29. Juni 1900)
  5. Paula Hitler (geb. 21. Januar 1896; gest. 1. Juni 1960)

1889–1914

Kinder- und Jugendzeit

Adolf Hitler wurde als Sohn des Zollbeamten Alois Hitler (1837–1903) und dessen Frau Klara geb. Pölzl (1860–1907) im damaligen Österreich-Ungarn geboren. Seiner Herkunft nach war Hitler war zu einem Viertel „Hitler“, zu einem Viertel „Schicklgruber“, zu einem Viertel „Pölzl“ und zu einem Viertel unbekannter Herkunft. In das Geburts- und Taufregister der Stadt Braunau am Inn wurde er unter dem Namen Adolfus Hiter eingetragen und seine Mutter würde später behaupten, dass dieser von Anfang an kränklich gewesen sei und dass sie stets in der Furcht gelebt habe, auch dieses Kind zu verlieren.[3]

Seine Jugendzeit verbrachte er in der deutschen Stadt Passau[3], Lambach[21], Leonding[22] und Linz[23].
Bis zum familiären Umzug nach Leonding galt der junge Adolf als ausgesprochen guter Schüler, der jedoch schnell den Ruf eines Rabauken und Rädelsführer innehatte.[21]

Im September 1900 erfolgte ein erneuter Familienumzug, diesmal nach Linz, wo Hitler am 17. September in der dortigen Staatsrealschule seinen ersten Schultag verbrachte. Dort galt er jedoch nur noch als mittelmäßiger Schüler, der es nicht vermochte, sich bei seinen neuen Klassenkameraden durchzusetzen.[23] Auch die nachfolgende Zeit in Passau prägte ihn maßgeblich.[24] So soll Hitlers Deutschlandliebe in dieser Stadt ihren Ursprung haben. Doch ließen seine schulischen Leistungen immer mehr zu wünschen übrig: Wies er noch im Schuljahr 1897/98 noch in zwölf Fächern die Note „sehr gut“ auf,[25] so beendete Hitler das Schuljahr 1902/03 katastrophal. In Mathematik schloss er mit „nicht genügend“ ab, sodass die Schule sich gezwungen sah, Hitlers Mutter mitzuteilen, dass ihr Sohn nicht versetzt worden sei.[26]

Und bereits ein Jahr später, dem Schuljahr 1903/04, drohte Hitler erneut schulisch zu scheitern, da er nun im Abschlusszeugnis im Fach Französisch erneut ein „nicht genügend“ kassiert hatte. Die Wiederholungsprüfung bestand er zwar, musste sich aber verpflichten, die vierte Klasse an einer anderen Realschule zu absolvieren. So wechselte Hitler letztendlich auf die Realschule Steyr, wo der durch Mitvermittlung seiner Mutter im Haus des Kaufmanns Ignaz Kammerhofer, welches sich am Grünmarkt 19 befand, eine Bleibe als Untermieter der Gerichtsbeamten Conrad Edler von Cichini fand.[27]

Am 11. Februar 1905 erhielt Hitler erneut ein katastrophales Semesterabschlusszeugnis: Er besaß in zwei Fächern ein „nicht genügend“,[28] sodass er sich am Abend, im Beisein einiger Mitschüler, der erste und letzte Mal betrank; ein Erlebnis, dass Hitler für sein ganzes späteres Leben prägen sollte; seit diesem Zeitpunkt war er ein strikter Antialkoholiker.[27]

Am 16. September 1905 wurde Hitler das Schuljahresschlusszeugnis ausgehändigt, das ein wenig besser als die bisherigen war. Er beschloss, die Schule abzubrechen und schob ein „schweres Lungenleiden“ vor.[29] Stattdessen zog Hitler nun mit August Kubizek (1888–1956), einem Freund, der ebenfalls ein Tagträumer war, durch zahlreiche Opernhäuser, da dieser unbedingt ein weltberühmter Musiker werden wollte.[30]
Als Hitler 1906 nach Linz zurückkehrte, war auch er entschlossen, sein Leben der Kunst und der Architektur zu widmen; darüber hinaus nahm er auch einige Klavierstunden.[31]

Hitlers Mutter erfuhr am 17. Januar 1907 von ihrem jüdischen Arzt Eduard Bloch (1872–1945), einem erfahrenen Allgemeinmediziner, dass sie wegen eines von ihm diagnostizierten Brusttumors nicht mehr lange zu leben habe. Nach Beratungen mit ihrer Familie beschloss Klara Hitler, das Operationsrisiko einzugehen und sich operieren zu lassen. Bereits einen Tag später wurde ihr operativ eine Brust entfernt, indes sich ihr Sohn Adolf in Stefanie Jansten (1887–ca. 1937) verliebt hatte.[32]
Doch selbst nach der Operation verschlechterte sich der Allgemeinzustand der Mutter ab November 1907 zunehmens. Am 21. Dezember verstarb sie und bereits zwei Tage später fand die Beerdigung statt, die Hitler in ein „tiefes Loch“ stürzen sollte – Hitler wurde depressiv.[33]

Scheitern an der Kunstakademie Wien, drohene Armut

Nach dem Tod seiner Mutter lebte Hitler ein gutes Jahr lang von der Witwenrente seiner Mutter, die monatlich etwa dreiundachtzig Kronen betrug.[34] Diese erhielt er, weil er sich bei seinem Vormund Joseph Mayrhofer durchsetzen und nach Wien übersiedeln konnte.[35]
Hitlers ehrgeizige Pläne waren, dass er sich in die Akademie der bildenden Künste einschreiben lassen würde und er scheiterte 1907 und 1908 zwei Mal in Folge. Die hitlerische Legende besagte später, dass er sich zu sehr auf Architektur konzentriert habe und nur deswegen durchgefallen sei, weil er keine Köpfe hätte zeichnen können.[36] 1908 habe er dann erneut einen erfolglosen Versuch gestartet, so die hitlerische Legende weiter. Fakt ist jedoch, dass er 1908 nicht einmal mehr zur Prüfung zugelassen wurde, da seine eingereichten Probezeichnungen als zu schlecht bewertet wurden. Joachim Clemens Fest fasste beide Ereignisse später in seinem Standardwerk Hitler. Eine Biographie wie folgt zusammen:

Im Oktober 1907 meldete er sich auf der Akademie am Schillerplatz zum Probezeichnen, ohne offenbar von den berüchtigt hohen Anforderungen der Schule einen zutreffenden Begriff zu haben. Zwar bestand der die Klausur des ersten Tages, in der immerhin dreiunddreißig von einhundertzwölf Bewerbern scheiterten, dich die Classifikationsliste vom folgenden Tag, die das Gesamtergebnis verzeichnet, enthält folgende Eintragung: ‚Die Probezeichnung machten mit ungenügendem Erfolg oder wurden zur Probe nicht zugelassen die Herren:  … Adolf Hitler, Braunau a. Inn, 20. April 1889, deutsch, kath., Vt. Oberoffizial, 4 Realsch. Wenig Köpfe, Probez. ungenügend.‘ […] Aufs tiefste enttäuscht, suchte Hitler den Direktor der Akademie auf, der ihm ein Studium der Architektur nahelegte, zugleich aber versicherte, seine Zeichnungen verrieten ‚einwandfrei ... (die) Nichteignung zum Maler‘. […] Im September 1908 unternahm Hitler noch einmal einen Versuch, in die Malklasse der Akademie aufgenommen zu werden. Wie die Bewerberliste unter Nummer 24 vermerkt, wurde er jedoch diesmal ‚nicht zur Probe zugelassen‘, die von ihm vorab eingereichten Arbeiten entsprachen nicht den Prüfungsvoraussetzungen. —   Joachim Clemens Fest: „Hitler. Eine Biographie“, S. 49 und S. 53.

Im Spätsommer 1909 erreichte die nächste Krise Hitler, der inzwischen seine persönlichen Rücklagen aufgebraucht hatte und nur noch die monatlichen fünfundzwanzig Kronen in Form der eigentlichen Witwenrente seiner Mutter als „Einkünfte“ verbuchen konnte.[37] Bereits im März hatte er nach nur einjähriger Mitgliedschaft im Linzer Musealverein gekündigt, um so die 8,40 Kronen Jahresbeitrag einzusparen.[38]
Am 20. August 1909 musste er sein Zimmer an der Felbernstraße 22, Tür 16[39], unweit der Stumpergasse (15. Gemeindebezirk)[39], aufgeben, da er sich nicht mehr die Miete leisten kann und lebte ab dem 22. August bis zum 16. September in der Sechshausener Str. 58, I. Stock, zur Untermiete.[40]

Ab dem 17. September 1909 war Hitler obdachlos und er übernachtete in Kaffeehäusern und/oder Parkbänken. Seine Mahlzeiten erhielt er in Armenküchen, die zumeist von den Spenden wohlhabender Juden finanziert wurden.[40]
Ab November 1909 lebte er in diversen Männerheimen, wie dem kurz zuvor errichteten Obdachlosenasyl in Meidling, Asylgasse 4; unweit von Schloss Schönbrunn. Dort unterhielt er seine Mitbewohner mit politischen Reden deutschvölkisch-alldeutscher Natur: Die österreichische Sozialdemokratie sei jüdisch geführt und Hitler lobte den radikalen Rassenantisemitismus der Christsozialen unter Karl Lueger.[41] In seiner Wohnung in der Felbernstraße war Hitler auch mit den sozial niedrig stehenden Schichten in Berührung gekommen, und Hitler hatte eine panische Angst vor einem möglichen sozialen Absturz und einer möglichen marxistischen Proletarisierung.[39] Dort traf er auf den Gelegenheitsarbeiter Reinhold Hanisch (1884–1937), der eine Zeit lang unter dem Pseudonym „Fritz Walter“ lebte. Dieser überredete Hitler, sich mit seiner Familie in Verbindung zu setzen und diese um Geld zu bitten. Von seiner Tante Johanna Pölzl, genannt die „Hannitante“, erhielt Hitler dann in der Tat unregelmäßige finanzielle Unterstützung.[42]

Radikalisierung aufgrund alldeutscher Kontakte, Leben als Künstler und Gelegenheitsarbeiter

Mit dem Rassismus der deutschvölkischen Bewegung kam Hitler in seiner Zeit in der Felbernstraße in Kontakt, wo er sich in die Lektüre der Zeitschrift Ostara vertiefte. Dieses Pamphlet wurde von einem ehemaligen Mönch verlegt und vertrieben, der sich den adligen Namen „Jörg Lanz von Liebenfels“ zugelegt hatte. Von Niederösterreich aus versuchte dieser 1907, die Deutschösterreicher unter einer Hakenkreuzfahne den marxistischen Klassenkampf durch den Rassenkampf zu beseitigen: Die blonde und blauäugige Herrenrasse sei durch Vermischung mit minderwertig aufgefassten Rassen bedroht und diese Bedrohung gelte es, zu beseitigen.[43]

Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, begann Hitler nun, Wiener Motive, die auf Postkarten erschienen waren, zu kopieren und begann sich, als Maler und Kunstzeichner durchzuschlagen. In der völkischen Szene Wiens gab er an, entweder „Student“, „Schriftsteller“ oder „akademischer Maler“ zu sein.
Darüber hinaus lebte er von kleineren Auftragsarbeiten, die ihm sein Mitbewohner und Freund Hanisch vermittelte.[44] Doch hinkte Hitler zumeist hinter den Auftragsarbeiten hinterher, da er sich zu sehr auf das politische Tagesgeschehen konzentrierte.[45]

Die kurze Freundschaft zwischen Hanisch und Hitler zerbrach bereits im Frühjahr 1910, als sich Letzterer mit seinem jüdischen Freund, dem Gelegenheitsarbeiter und Kupferputzer Josef Neumann, ins Deutsche Reich absetzen wollte.[46] Neumann und Hitler lernten sich am 28. Januar 1910 im Männerheim in der Meldemannstraße 27 kennen.[42] Am 5. August 1910 zeigte Hitler seinen Partner Hanisch im Polizeikommissariat Brigittenau wegen „Veruntreuung“ von 50 Kronen an.[46][47]

Obgleich sich Hitler in Wien, gemäß zeitgenössischer Berichte zufolge, mit zahlreichen Juden umgab und mit diesen zum Teil auch befreundet war, schrieb dieser im ersten Band von Mein Kampf, dass er bereits in seiner Wiener Zeit zum radikalen Antisemiten geworden sei.[48] In Wien habe er auch zahlreiche Veranstaltungen der Alldeutschen Partei besucht haben, deren politischer Führer Georg von Schönerer (1842–1921) eines seiner ideologischer Vorbilder wurde. Dieser lehnte beispielsweise die österreichische Sozialdemokratie als jüdisch dominiert ab und daher könnte diese nicht deutschvölkisch sein. Seine Vorstellung, dass sich Deutschösterreich mit dem Deutschen Reich vereinigen müsse, übernahm Hitler wohl auch von den Alldeutschen.

Wien, das deutschbürgerliche Wien der Jahrhundertwende, dem er sich in all seinem sozialen Anschlußverlangen zuwandte, stand im Zeichen dreier beherrschender Erscheinungen: politisch unter dem Eindruck Georg Ritter v. Schönerer und Karl Luegers, im eigentümlich illuminierten Zwischenfeld von Politik und Kunst dagegen, das für den Weg Hitlers von so bestimmender Bedeutung geworden ist, dominierte übermächtig Richard Wagner. Es waren die drei ideologischen Schlüsselfiguren seiner Formationsjahre. Hitler sei als ‚Anhänger und Nachbeter‘ Georg Ritter v. Schönerers in Wien aufgetreten wird uns versichert, […] —   Joachim Clemens Fest: „Hitler. Eine Biographie“, S.  65.

In Mein Kampf beschrieb Hitler diese Zeit, als er mittellos in den Armenhäusern und Asylheimen lebte, als die „schwerste Zeit“ in seinem Leben. So habe er etwa zwei Jahre lang auch als Arbeiter auf dem Bau gearbeitet, was heute jedoch in Abrede gestellt wird.

Am 11. August 1910 wird Hanisch wegen Veruntreuung zu sieben Tagen Arrest verurteilt, was endgültig zur Beendigung seiner Freundschaft zu Hitler führte.[49]

1911 begann Hitler in Wien, als Auftragsmaler für den Baumeister Florian Müller zu arbeiten. Am 29. März gleichen Jahres kam er unverhofft zu Geld, da er aus der Erbmasse seiner geistig und körperlich behinderten Tante Johanna Plözl bedacht worden war, die in einem Spital verstorben war, ohne jedoch ein Testament zu hinterlassen.[49][50]
Eine für ihn unangenehme Folge der Erbschaft war, dass er nun zugunsten seiner Schwester Paula auf die monatlichen fünfundzwanzig Kronen Witwenrente verzichten musste, die ihm rechtlich noch bis April 1914 zugestanden hätten. Dieser „persönliche Verlust“ wurde auch ausführlich in Mein Kampf abgehandelt.[49] Seine inzwischen verwitwete Halbschwester Angela Raubal hatte durch Zufall erfahren, dass Hitler aus der Erbschaft von etwa dreitausendachthundert Kronen einen bedeutend größeren Erbanteil erhalten hatte, als jeder andere Familienangehörige und beantragte nun vor dem Bezirksgericht Linz, das für Vormundschaftssachen zuständig war, ihrem Halbbruder etwa die Hälfte seiner Waisenpension abzuerkennen und diese ihr zuzusprechen, da sie sich um dessen fünfzehnjährige Halbschwester kümmern würde. Darauf hin verzichtete Hitler auf die geforderten fünfundzwanzig Kronen, mit deren Hilfe er sich ganz gut über Wasser hatte halten können. Er erklärte gegenüber dem Wiener Bezirksgericht Leopoldstadt I, er „könne sich nun selbst erhalten und sei mit der Verwendung der vollen Waisenpension für seine Schwester einverstanden.“[51]

Alles in allem führte Hitler nun ein überwiegend sorgenfreies Leben, von dem die meisten Bewohner seines Männerheims nur träumen konnte. Dabei verharrte er auf bewährte Lebensgewohnheiten: So kochte er stets sein Essen selbst und lief in schäbiger Kleidung herum. Offen blieb, woher das Geld stammte, dass er in seine Extravaganzen wie den häufigen Opern- und Theaterbesuchen fließen ließ. Als Zeichner, der von seinen Arbeiten mehr oder weniger leben konnte, war er unter den Mitbewohnern geachtet. Aber seine arrogante und cholerische Art brachte ihn dort auch häufig in Schwierigkeiten. So zum Beispiel, als Hitler eines Tages in der Küche, als er dort sein Mittagessen zubereitete, mit zwei stämmigen Transportarbeitern zusammengeriet und diese als „Idioten“ bezeichnet hatte, nach dem er von diesen erfuhr, dass beide in einer sozialdemokratischen Gewerkschaft angehörten. Die Folge war, dass er von beiden verprügelt wurde und dass ihn noch tagelang eine große Beule am Kopf, ein geschwollenes Gesicht und eine Prellung am Arm begleiteten.[52] Die Folge dieser „gewerkschaftlichen Erziehungsmaßnahme“ war, dass sich Hitler von nun im Männerheim weniger an politischen Gesprächen beteiligte. Innerhalb der Männergemeinschaft des Wohnheims besaß Hitler nahezu eine „elitäre Stellung“, wo er ein eigenes „Schreibzimmer“ sein eigen nennen konnte: Keinem der Mitbewohner kam es in den Sinn, sich dort hin zu setzten, wo er zu arbeiten pflegte – am Tisch, direkt am Fenster. Jedem Neuankömmling, der sich dort hinsetzen wollte, wurde gesagt, dass dort „Herr Hitler“ sitze.[53]

1912 lebt Hitler noch immer in Männerheimen, las viel und arbeitete wenig. In diesem Jahr erhielt er erstmalig die Zeitschrift Ostara, die von Rassenreinheit und vom Sieg des arischen Menschen über die Rassen handelt. Logo der Zeitschrift ist ein rotes Hakenkreuz. Etwas mehr als ein viertel Jahr arbeitete Hitler auch als Zeichner für den Architekten und Stadtplaner Max Fabiani (1865–1962), der ihn aufgrund seines schwierigen Charakters (Starrsinnigkeit, laufende Meinungsänderungen, Müdigkeit und Faulheit) wieder entließ.[49]

Flucht vor dem Wehrdienst ins Reich, Leben in Bayern

1913 lebte Hitler bereits schon seit drei Jahren in Armenhäusern und Asylheimen, er war sozial zwar noch völlig abgestiegen, sondern vermittelte Außenstehenden immer noch den Eindruck, dass er auf ein Kunststudium an der Akademie der bildenden Künste hoffe.[49] Zudem befand er sich schon seit fünfeinhalb Jahren in Wien, wo er hin- und hergerissen zwischen Liebe und Hass lebte. Er wird sie später seine „Wiener Lehr- und Leidensjahre“ nennen, die sich aus „fünf Jahren Elend und Jammer“ zusammengesetzt hätten.[54]

Am 20. April 1913, an seinem vierundzwanzigsten Geburtstag, wurde Hitler das väterliche Erbe ausgezahlt, das ein Barvermögen von 819 Kronen und 98 Heller betrug. Auch das Bezirksgericht Linz teilte Hitler am 16. Mai mit, dass es an den „Kunstmaler Adolf Hitler“ 652 Kronen plus Zinsen auszahlen und dieser das Geld per Postweg erhalten werde.[55]

Um vermutlich seiner Wehrpflicht in der von ihm ungeliebten österreichisch-ungarischen Armee zu entgehen, verließ Hitler am 25. Mai 1913[56] gemeinschaftlich mit dem vier Jahre jüngeren arbeitslosen Verkäufer Rudolf Häusler (1893–1973) Wien in Richtung München. Dass sich Hitler wieder einen jüngeren Mann als seinen Begleiter aussuchte, ließ später die Vermutung aufkommen, das er homosexuelle Neigungen besäßen hätte. Beide liessen sich in Schwabing nieder und nur einen Tag später, am 26. Mai, meldete sich Hitler bei der Münchner Polizei als „Architekturmaler“[57] an. Als geplante Aufenthaltsdauer gab er „zwei Jahre“ an. Wie in Wien begann er, seinen Lebensunterhalt mit gelegentlichen Malereien in Form von kopierten Postkartenmotiven zu finanzieren.[55]

[…] Seine in den fünfziger Jahren wieder ans Licht gekommenen Militärpapiere, nach denen er denn auch im März 1938, unmittelbar nach dem Einmarsch in Österreich, fieberhaft fahnden ließ, schließen jeden Zweifen daran aus, daß er sogenannte Stellungsflucht begangen, daß heißt, sich der militärischen Dienstpflicht entzogen hat. Um diesen Tatbestand zu verdunkeln, gab er sich infolge dessen auf der polizeilichen Meldestelle in München nicht nur als Staatenloser aus, sonder fälschte in seinem Lebensbericht auch das Datum seines Weggangs aus Wien; tatsächlich verließ er die Stadt nicht, wie behauptet, im Frühjahr 1912, sondern im Mai des darauffolgenden Jahres.
Die Nachforschungen der österreichischen Behörden blieben zunächst erfolglos. Am 22. August 1913 notierte der Linzer Sicherheitswachmann Zauner, der für die Ermittlungen zuständig war: ‚Adolf Hietler (!) scheint weder hierorts noch in Urgefahr polizeilich gemeldet auf und war dessen Aufenthalt auch in anderweitiger Richtung nicht eruierbar‘.
—   Joachim Clemens Fest: „Hitler. Eine Biographie“, S.  94.

Die bayrische Metropole München besaß um die Jahrhundertwende den Ruf, Weltstadt der Künstler zu sein. Doch Hitler fand keinen wirklichen sozialen Anschluss an die völkische Künstlerszene; er wird 1931 sagen, er sei nur nach München gekommen, um ein größeres politisches Tätigkeitsfeld zu finden. München selbst galt politisch als vielfältig: In Schwabing, einem Vorort der Stadt, in dem auch Hitler lebte, trafen sich beispielsweise Anarchisten, Bohémiens, Weltverbesserer, Künstler und Anhänger diverser kruder Ideologien aufeinander.[58]

Ab dem 11. August 1913 ließ die Abt. II der Linzer Polizeibehörde Hitler wegen „Stellungsflucht“ suchen. Über die hitlerische Verwandtschaft erfuhren die österreichischen Behörden, dass der Gesuchte in Wien leben würde. Doch die Stadt Wien teilt den Linzer Behörden am 29. November 1913 mit, dass der „Kunstmaler Adolf Hitler“ seit dem 24. Mai nicht mehr in der Stadt lebe und mit unbekanntem Ziel verzogen sei.[59]
Am 19. Dezember 1913 erfuhr die Wiener Polizei durch Nachfrage im zuletzt von Hitler bewohnten Männerheim, dass dieser nach München verzogen sei. Dieses Ermittlungsergebnis wurde augenscheinlich auch nach Linz gemeldet. Denn bereits am 21. Dezember stellte die Stadt Linz bei der Münchner Polizeidirektion eine Anfrage auf Amtshilfe. In diesem sollte die Münchner Polizei anhand der Melderegister überprüfen, ob der von der Stadt Linz Gesuchte in München gemeldet sei.[60]

Am 18. Januar 1914 erhielt Hitler in seiner Wohnung in der Schleißheimerstr. 14 einen überraschenden Besuch in Form eines Beamten der Kriminalpolizei, der den Fahnenflüchtigen verhaftete und diesen am Folgetag dem österreichisch-ungarischen Konsulat vorführte.[61] Der US-amerikanische Historiker John Toland (1912–2004) beschrieb diese Situation in seiner zweiteiligen Hitlerbiografie Adolf Hitler (Bd. I, S. 82 ff) wie folgt:

„Am 18. Januar gegen 15.30 Uhr hörte er ein energisches Pochen an seiner Zimmertür. Er öffnete und blickte in das strenge Gesicht eines Münchner Kriminalbeamten namens Herle, der ihm eine amtliche Benachrichtigung aus Österreich übergab. […] Am Montagvormittag wurde er dem österreichischen Generalkonsulat vorgeführt. Es spricht für Hitler, daß die Polizeibeamten ihm offenkundig mit Sympathie begegneten. Auch der Generalkonsul empfand Mitleid für den jungen Künstler mit dem bleichen Gesicht und dem hageren Körperbau und erlaubte ihm, der Polizeibehörde in Linz ein Telegramm zu schicken, in dem er um Aufschub bis zum 5. Februar bat. […]“

Hitler versuchte, Zeit zu gewinnen. Er erklärte am 19. Januar den österreichisch-ungarischen Konsularbeamten, dass es ihm zeitlich unmöglich sei, an dem von den österreichischen Musterungsbehörden angesetzten Termin, dem 20. Januar, zu erscheinen und bat diese um Aufschub.[60] So ließ er den Musterungstermin verstreichen und rechtfertigte sein Fernbleiben in einer schriftlichen Erklärung, die jedoch voller grammatikalischer und orthografischer Fehler war.[62]
Am 23. Januar 1914 wurde Hitler erneut dem österreichisch-ungarischen Konsulat vorgeführt. In dessen schriftlichem Protokoll hieß es, dass „Hietler“ seine Gründe (darunter unter anderem ein körperliches Leiden) schriftlich dargelegt habe, die es ihm unmöglich machen würden, seinem Wehrdienst nachkommen zu können. Dennoch sei es ihm vom österreichischen Konsular auferlegt worden, am 5. Februar in Linz zur Nachmusterung zu erscheinen.[63] Hitler wörtlich in diesem Brief:

Ich werde in der Vorladung als Kunstmaler bezeichnet. Führe ich auch diesen Titel zu Recht, so ist aber dennoch nur bedingt richtig. Wohl verdiene ich meinen Unterhalt als selbständiger Kunstmaler jedoch nur, um mir, da ich ja gänzlich vermögenslos bin, (mein Vater war Staatsbeamter) meine weitere Fortbildung zu ermöglichen. Nur einen Bruchteil meiner Zeit kann ich zum Broterwerb verwenden, da ich mich als Architektur Maler noch immer erst ausbilde. So ist denn auch mein Einkommen sehr nur ein sehr bescheidenes gerade so groß daß ich eben mein Auskommen finde. —   Adolf Hitler in seinem wahrscheinlich am 21. Januar 1914 entstandenen Brief an die Musterungsbehörde in Salzburg; zitiert nach: John Toland: „Hitler, Bd. I, S. 83.

Am 5. Februar erschien Hitler tatsächlich vor der Musterungskommission in Salzburg, um sich dort nachträglich mustern zu lassen. Der von ihm durch seine Unterschrift zur Kenntnis genommene Befund lautete: „Zum Waffen- und Hilfsdienst, zu schwach, Waffenunfähig.“ Darauf hin kehrte Hitler nach München zurück.[64][65]

Eintritt Bayerns in den I. Weltkrieg

Hitler, nun offiziell wehruntauglich geschrieben, lebte in München weiterhin sein überwiegend müßig-gängiges Leben, viel las und seinen Lebensunterhalt durch Gelegenheitsarbeiten finanzierte. Am 28. Juni 1914 erfolgte die Ermordung des österreichisch-ungarischen Kronprinzenpaares in Sarajewo durch eine nationalistische Serbenorganisation, der am 28. Juli die österreichisch-ungarische Kriegserklärung an Serbien, dass man für die Ermordung verantwortlich machte, folgte.[65]
Am 1. August erfolgte, durch geheime Militärabkommen bedingt, die deutsche Mobilmachung und die deutsche Kriegserklärung an das zaristische Russland. Damit begann der I. Weltkrieg, in dem sich zwei Machblöcke nun feindlich gegenüber standen: Die Mittelmächte, anfänglich bestehend aus Deutschen Reich und Österreich-Ungarn, und die Triple Entente, die sich aus Frankreich, Großbritannien und Russland zusammensetzte.[65]

Als am 2. August 1914 fand auf dem Odeonsplatz in München eine patriotische Großveranstaltung statt, auf der der begeisterten Menschenmenge der bayrische Kriegseintritt erklärt wurde, war Hitler einer dieser kriegsbegeisterten Teilnehmer, wie uns eine Zufallsaufnahme später zeigte.[66] Dieses Ereignis beschrieb Hitler später auch in seinem Pamphlet Mein Kampf ausführlich, in dessen Folge er beschloss, als Kriegsfreiwilliger in die bayrische Armee einzutreten.[67]

1914–1919

Freiwilligmeldung, militärische Grundausbildung

Nachdem das Königreich Bayern seinen Kriegseintritt erklärt hatte, war Hitler überglücklich, seine alldeutsche Gesinnung beweisen zu können. Der US-amerikanische Historiker John Toland (1912–2004) hierzu:

Jene einflußreichen politischen Kräfte, die sich unter dem Begriff ‚Die Alldeutschen‘ charakterisieren ließen, bedurften keiner Parole aus kaiserlichem Mund. ‚Heil dem Kaiser! Heil dem Heer!‘ proklamierten ihre Führer. ‚Wir müssen alle Menschen deutscher Zunge in einem Reich und einem Volk vereinen. Dann wird eine ewige Herrenrasse den Fortschritt der Menschheit lenken!‘ Es waren Sätze, die Hitler selbst hätte formulieren können. —   John Toland in: Hitler, Bd. I., S. 85–86.

Bereits einen Tag nach der Großveranstaltung, dem 3. August 1914, richtete Hitler einen Bittbrief an den bayrischen König und bat diesen, trotz seiner deutschösterreichischen Abstammung in ein bayrisches Regiment aufgenommen zu werden. Nur einen Tag später erhielt er einen positiven Bescheid, in dem er aufgefordert wurde, dass sich der „Freiwillige Hitler“ unverzüglich beim Königlich-Bayrischen-Reserve-Infanterie-Regiment 16 zu melden habe, dass auch nach seinem Kommandeur als „Regiment List“ bekannt war.[68]
Das List-Regiment galt als durchaus zweifelhafte Einheit, die später von den Nationalsozialisten als „Infanterie-Regiment List“ zum bayrischen Eliteregiment hochstilisiert wurde. Und in dieser Einheit sollte Hitler hoch dekoriert werden: So erhielt er dort unter anderem das Verwundetenabzeichen in Schwarz und das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse. Rangmäßig blieb er jedoch nur Gefreiter. Nach seiner Grundausbildung wurde das Regiment am 8. Oktober 1914 auf König Ludwig III. von Bayern (1845–1921) und auf Kaiser Wilhelm II. von Preußen (1859–1941) vereidigt.[69]

Die minderwertige Qualität des List-Regiments spiegelte sich auch in dessen Ausrüstung wider: Die dortigen Soldaten besaßen nicht einmal Stahlhelme, sondern verwendeten wie in den europäischen Befreiungskriegen von 1812/13 Wachstuchmützen. Auch waren nur wenige Maschinengewehre in der Einheit vorhanden, deren Fernmeldeausrüstung ursprünglich für die britische Armee bestimmt war.[69]
Ihre Grundausbildung erhielt Hitlers Einheit im Lager Lechfeld, wo sie von einem Kommandeur befehligt wurde, der schon seit Jahren aus dem aktiven Dienst ausgeschieden war, indes dort die einzelnen Kompanien von Reserveoffizieren befehligt wurden. Alles in allem galt die militärische Ausbildung des Regimentes als mangelhaft.[69] Hitlers Ausbilder war Hans Mend (1888–1942). Hitler selbst war bereits im Sommer 1915 als Meldegänger des Offiziersstabes unentbehrlich geworden, der zwar in seiner Einheit geachtet, aber nicht besonders beliebt war. Hervorgerufen wurde diese Nichtbeliebtheit vor allem durch sein radikales Pflichtbewusstsein[70]. So übernahm er häufig auch Meldegänge anderer und hielt sich damit unnötigerweise freiwillig in vorderster Linie auf.[71] Allgemein galt er als Sonderling und „Spinner“, der sich stets abseits der anderen hielt.[70]

Hitler als Frontsoldat, Auszeichnungen

Seine Feuertaufe als Frontsoldat erhielt Hitler nur knapp zehn Wochen nach seiner Grundausbildung, als dessen Regiment ab dem 29. Oktober 1914 an der Ypernschlacht teilnahm, in deren Folge das Regiment sehr große Verluste erlitt: Von den ehemals dreieinhalbtausend Regimentsangehörigen überlebten nur etwa einhundertsechzig.[72]

Am 3. November 1914 wurde Hitler rückwirkend zum 1. November zum Gefreiten befördert.[73] Bereits am 2. Dezember[74] desselben Jahres wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.[75] Eine weiterführende Offizierslaufbahn war Hitler, trotz seiner Auszeichnungen, versagt worden: Seine damaligen militärischen Vorgesetzten sprachen Hitler zu dieser Zeit jegliche Führereigenschaft ab.[76]

Im Frühsommer 1916 wurde das List-Regiment an den südlichen Verlauf der damaligen Westfront verlegt, nachdem Hitler bereits dort mehrfach dem Tod ins Auge geblickt und gefährliche Situationen überlebt hatte. So nahm das Regiment nun auch an der Sommeschlacht teil, in der Hitler am 14. Juli 1916 einen verletzten Kameraden das Leben rettete und diesen unter Einsatz seines Lebens ins Lazarett schleppte. Am 5. Oktober desselben Jahres erlitt der Gefreite Hitler im Unterstand eine Oberschenkelverletzung, als der dort durch Granatsplitter getroffen wurde.[77]
Im Lazarett diagnostizierten die Militärärzte, dass die hitlerische Oberschenkelverletzung nicht so schwerwiegend war. Dennoch schickte man Hitler zur Erholung ins Lazarett Beelitz, das sich südwestlich von Berlin befand.[78]

Am 1. Dezember 1916 wurde Hitler aus dem Lazarett entlassen und wurde ab dem 3. Dezember zur IV. Kompanie des I. Ersatzbataillons seines Regimentes nach München versetzt. Angeblich fand er dort in den Juden die Hauptschuldigen der deutschen Niederlagen. Was ihn jedoch am meisten in München störte, war die Tatsache, dass ihm dort als Frontsoldat keinen Respekt gezollt wurde.[79] Darum setzte Hitler alle Hebel in Bewegung, um wieder an die Front zu gelangen.
Am 1. März 1917 kehrte Hitler wieder in seine alte Einheit zurück, wo er Teilnehmer der III. Ypernschlacht wurde, die für sein Regiment genauso verlustreich wie die erste war. Zudem hatte er auch am 31. Juli 1917 seine erste Begegnung mit der neuen britischen Superwaffe, den Tanks.[80]

Am 17. September 1917 wurde Hitler in Bayern mit dem Bayrischen Militär-Verdienstkreuz III. Klasse ausgezeichnet, das er für „außergewöhnliche Leistungen“ erhielt.[81]

Je länger der Weltkrieg andauerte, desto mehr radikalisierten sich Hitlers Ansichten zunehmend. Zu seinen bisherigen ideologischen Vorbildern (Georg von Schönerer, Karl Lueger) gesellten sich nun auch die radikalen Ansichten des demokratischen Demagogen David Lloyd George (1863–1945) und eines George Clemenceaus (1841–1929). Um 1918 übernahm Hitler zudem auch Teilansichten des US-amerikanischen Präsidenten Thomas Woodrow Wilson (1856–1924). Hitler zog nun in seinen Überlegungen die Schlussfolgerung, dass das Deutsche Reich der Triple Entente nur deswegen politisch unterlegen sei, weil dieses nicht über so überzeugende politische Führer wie die Vorgenannten verfügte.[82]

Am 9. Mai 1918[83] wurde Hitler erneut ausgezeichnet, als er zusammen mit einem Kameraden ein Regimentsdiplom erhielt, das ihn wegen „Tapferkeit vor dem Feind“ auszeichnete.
Rund zwei Wochen später, am 18. Mai, erhielt Hitler zudem das Verwundetenabzeichen in Schwarz.[84]

Am 4. August gleichen Jahres erhielt er zudem das Eiserne Kreuz I. Klasse. In seinen späteren Erinnerungen wird Hitler jedoch das Regimentsdiplom verschweigen, wohl aus dem Grund, dass er diese aufgrund des Vorschlages seines Regimentsadjutanten, dem Leutnant Hugo Gutmann (1880–1962), zu verdanken hatte, der jüdischer Abstammung war.[75] Aber auch sein EK I verdankte Hitler seinem Regimentsadjutanten, was jedoch in keiner offiziellen Hitlerbiografie der 1930er und 1940er Jahre vermerkt ist.[84]
Am 25. August 1918 wurde der Frontsoldat Hitler mit der Dienstauszeichnung III. Klasse ausgezeichnet.[85]

Kriegsende, Übernahme in die (vorläufige) Bayrische Reichswehr

In der Nacht vom 13. zum 14. Oktober 1918 geriet Hitler in ein mehrstündiges Trommelfeuer britischer Gasgranaten, in dessen Folge er für mehrere Stunden erblindete.[86] Das Kriegsende erlebte er laut seinen Aussagen in Mein Kampf erblindet im pommerschen Militärlazarett Pasewalk, obgleich seine Kriegsstammrolle nur den Vermerk „gaskrank“ trug.[87] Noch im Lazarett beschloss er, so Hitler später, Politiker zu werden, da er das nahende Kriegsende als Schande empfand. Für ihn waren die Schuldigen der Niederlage, die er nur politisch und nicht militärisch definierte, ganz klar zu benennen: Die Juden in Deutschland, und die mit ihnen verbündete deutsche Sozialdemokratie, seien der kämpfenden Front feige in den Rücken gefallen. Im Lazarett erfuhr Hitler auch, dass der Kaiser in Ausland geflohen sei.[88][84]

Im November 1918 wurde Hitler als geheilt aus dem Lazarett entlassen und begab sich desorientiert, und seiner weiteren Zukunft unsicher, nach München, wo er sich beim Ersatzbataillon seines alten Regimentes meldete.[89] Am 21. November, dem Tag, als Wilhelm II. von Preußen im niederländischen Exil seine Abdankungsurkunde unterzeichnete, wurde Hitler in die (vorläufige) Reichswehr übernommen,[90] wo er zunächst einem Wachverband zugeteilt wurde.
In diesem Wachverband, von dem der Historiker Joachim Clemens Fest später in seinem Standardwerk Hitler. Eine Biographie sagen wird, dass sich Hitler diesem freiwillig angeschlossen habe,[91] diente Hitler zwischen dem 4. Dezember 1918 und dem 25. Januar 1919 im Kriegsgefangenenlager Traunstein, wo er etwa eintausend Kriegsgefangene bewachte.[90][92]

Inwiefern sich Hitler damals zur politischen Linken gerechnet hat, gilt als umstritten. Faktisch unterstand jedoch dieser Wachverband, in dem er diente, einem Münchner Arbeiter- und Soldatenrat.ref>Jakob Augstein: S.P.O.N. – Im Zweifel links. Links und rechts, alles eins?, in: Spiegel online – Politik, 21. Dezember 2015, abgerufen am 14. Juni 2018.</ref>[93] Allgemein wird die hitlerische Zugehörigkeit dieses marxistisch orientierten Wachverbandes als Opportunismus eingestuft; doch ist davon auszugehen, dass Hitler 1918/19 durchaus ein Sympathisant der damaligen Mehrheits-SPD war, wie auch Thomas Weber (geb. 1963) in Wie Adolf Hitler zum Nazi wurde. Vom unpolitischen Soldaten zum Autor von „Mein Kampf“ feststellte.[94] Nach den Schrecken der späteren Hitlerherrschaft wurde durchaus offen die Frage diskutiert, inwiefern Hitler der deutschen Sozialdemokratie nahestand. So führte der Historiker Ralf Georg Reuth (geb. 1952) 2009 in seinem Buch Hitlers Judenhass. Klischee und Wirklichkeit ein Zitat des NSDAP-Führers aus dem Jahr 1921 auf, in dem er behauptete, dass jeder Nationalsozialist einmal Sozialdemokrat gewesen sei.

Nachdem das Kriegsgefangenenlager bereits im Januar 1919 wieder geschlossen und die Wachmannschaft aufgelöst wurde, sah sich Hitler erneut einer aussichtslosen Situation ausgesetzt. Da er offensichtlich nicht wusste, wohin er nun gehen sollte, meldete er sich wieder in seinem Quartier in der Kaserne in Oberwiesenfeld. Der Entschluss ist ihm sicherlich nicht leicht gefallen. Denn mit seiner Rückkehr unterstellte er sich zwangsläufig der Roten Armee in Bayern. Vielmehr nahm er diese Unterstellung zwangsläufig in Kauf, da er gedachte, sich einem der zahlreich entstehenden rechts- oder deutschnationalen Freikorps anzuschließen.[95]

Am 12. Februar 1919 wurde Hitler wieder nach München versetzt, und nur drei Tage später wurde er dort zu einem der Vertrauensmänner seines Regimentes gewählt.[92] Als solcher arbeitete er eng mit der Propagandaabteilung der marxistischen Staatsregierung Eisner zusammen, die überwiegend aus der USPD gebildet wurde. Nach der Ermordung Kurt Eisners (1867–1919) durch Sympathisanten der deutschvölkischen Thulegesellschaft, nahm Hitler am 26. Februar aktiv an dessen Beerdigung teil[96][97] und ließ sich zudem am 15. April 1919 zum Ersatzbataillonsrat der Soldatenräte der Münchner Räterepublik wählen.

Zwischen dem 18. Januar 1919 (dem Tag der Reichgründung) und dem 28. Juni 1919 fanden in Versailles die Friedensverhandlungen zwischen dem Deutschen Reich und der Triple Entente statt, die im Versailler Friedensvertrag ihren Abschluss fanden und der am 10. Januar 1920 in Kraft trat. Das am 28. Juni 1919 von der deutschen Delegation unter Protest unterschriebene Vertragwerk galt bei den Deutschen als sogenanntes Schanddiktat und als nationale Schande bzw. Schmach. Denn der Vertrag definierte Deutschland, das heißt, das Deutsch Reich, als Alleinschuldigen am Weltkrieg, dabei war die Mehrheit der Deutschen davon ausgegangen, dass sich 1914–1918 in einem Verteidigungskrieg befunden hätten.[98]

Die in Versailles diktierten Friedensbedingungen führten dazu, dass sich weite Teile der deutschen Gesellschaft radikalisierten: Arbeiter schlossen sich mehrheitlich der radikalen Linken in Form der Kommunistischen Partei Deutschlands an, indes sich der Mittelstand und das Bürgertum in der radikalen Rechten in Form der Deutschvölkischen, Deutschnationalen und der Nationalsozialisten organisierte. Das junge Weimarer System galt als Demokratie ohne Demokraten.

Hitler im Dienste der kommunistischen Müncher Räterepublik, V-Mann der Bayrischen Reichswehr

Dass Hitler anfänglich neben seinen völkischen Positionen auch zahlreiche sozialistische Positionen[99][93] vertrat, welche ihn in die Nähe der Nationalbolschewisten rückten, wird heute als hitlerischer Opportunismus angesehen. Denn nach der Niederschlagung der Münchner Räterepublik durch rechtsnationale Freikorpseinheiten half Hitler zahlreiche seiner Kameraden durch diese verhaften zu lassen, um sich selbst zu schützen. Die offiziellen Hitlerbiografien der 1930er und 1940er Jahre klammerten die Sympathien Hitlers zum Sozialismus aus. Dass sein Nachkriegsregiment zur politischen Linken gehörte, also eine „rote Gesinnung“ besaß, wird durch die Tatsache untermauert, dass man den Regimentsangehörigen (einschließlich Hitler) am 30. April 1919 anbot, sich für die Rote Armee in Bayern anwerben zu lassen. Hitler schlug dieses Angebot jedoch aus.[100][101]

Der Gefreite Hitler trat erstmals am 9. Mai 1919 als Konterrevolutionär auf, als er in die „Entlassungs- und Untersuchungskommission“ des II. Infanterieregimentes aufgenommen wurde und so seiner eigenen Entlassung aus dem Militärdienst umging.[102] Dort traf er auf den ehemaligen Hauptmann Karl Mayr (1883–1945), der im Reichswehrgruppenkommando IV die Aufklärungsabteilung leitete und dem sich Hitler als V-Mann anbot.
In späteren Hitlerbiografien der 1930er und 1940er Jahre wird man lesen, dass Hitler „Bildungsoffizier“ in der Bayrischen Reichswehr gewesen sei, was jedoch den historischen Tatsachen widerspricht. Jedenfalls schickte Mayr den Gefreiten Hitler in der Zeit vom 5. bis zum 12. Juni sowie vom 26. Juni bis zum 5. Juli 1919 auf zwei Lehrgänge, die sich hauptsächlich um antibolschewistische Agitation drehten und die an der Universität München stattfanden.[87]

An der Universität München erhielt Hitler erstmals eine politische Schulung:[103] im Sinne der alldeutschen bzw. deutschvölkischen Bewegung; die Leitung der Lehrgänge sowie die Seminarleitung oblag bekannten Alldeutschen und Deutschvölkischen: Prof. Dr. Karl Alexander Müller (1882–1964) fungierte dort als Dozent für Deutsche Geschichte, Karl Graf von Bothmer (1881–1947) als Dozent im Fachbereich Sozialismus und Dr. Michael Horlacher (1888–1957) als Dozent für Landwirtschaftliche Lage und Friedensbedingungen. Darüber hinaus fanden nachmittags noch einmal Seminare statt, die von Dr. Erwin Dirr (1899–1936), dem Diplom-Ingenieur Gottfried Feder (1883–1941) und Prof. Dr. Joseph Hofmiller gehalten wurden. Dort kam Hitler nicht nur mit deutschnationalen, sondern auch mit alldeutschen und antisemitischen Programmen in Kontakt.[104]

Nach erfolgreichem Abschluss der Lehrgänge begann Mayr, Hitler als V-Mann in diversen deutschvölkisch-antisemitischen Kreisen einzusetzen.[105] Dort traf Hitler auch auf den damals 19-jährigen Hermann Esser (1900–1981), mit dem er wenig später eng zusammenarbeiten wird. Zudem wurde Hitler verstärkt von der Aufklärungsabteilung des Reichswehrgruppenkommando IV als „völkischer Redner“ eingesetzt und lernte in dieser Funktion auch im März[106] oder im Frühherbst 1919[107] mit Hauptmann Ernst Röhm (1887–1934) den „Maschinengewehrkönig von München“ kennen.[108]

Röhm wurde schnell zu einem der engsten Vertrauten Hitlers und dieser wurde von ihm über die GeheimorganisationEiserne Faust“ in die deutschvölkische Szene eingeführt. Röhm selbst war damals politischer Berater des Obristen Franz Ritter von Epp (1868–1947) und diente nach dem I. Weltkrieg in dessen Freikorps. Von Hitlers rhetorischen Fähigkeiten beeindruckt, trat Röhm noch 1919 in die DAP und 1920 in die NSDAP ein, wo er die Mitgliedsnummer 623[107] erhielt.

Hitlers Eintritt in die DAP, Entlassung aus der Bayrischen Reichswehr

Im Auftrag der rund eineinhalbtausend Mitglieder zählenden Thulegesellschaft[109] gründeten der Sportjournalist Karl Harrer (1890–1926) und der Werkzeugschlosser Anton Drexler (1884–1942) im Oktober 1918 einen sogenannten politischen Arbeiterzirkel, der sich als elitärer Kaderverband auffasste. Bereits im März 1918 hatte Letzterer eine deutschvölkisch-rechtsnationale Organisation namens Freier Arbeiterausschuss für einen guten Frieden gegründet, der im Kampf gegen Zinswucher und im Sieg des Proletariats über das kapitalistische Gesellschaftssystem seine Primärziele sah.

Der Arbeiter Drexler hatte viele seiner politisch-ideologischen Ansichten von der 1904 im deutschböhmischen Aussig (Ústí nad Labem) gegründeten Deutschen Arbeiterpartei (DAP) übernommen. Am 5. Januar 1919 gründete er zusammen mit fünfundzwanzig Arbeitern seines Betriebes im Fürstenberger Hof eine politische Partei, die sich Deutsche Arbeiterpartei, Sitz München nannte.[110]
Die Münchner DAP definierte sich als „klassenlose, sozialistische Organisation, die nur von deutschen Führern geleitet werden“ dürfe und deklarierte sich als Teil der völkischen Linken. Ihr Ziel war es Nationalismus und Sozialismus zu versöhnen und in Einklang zu bringen. Daher war der von der DAP propagierte deutsche Sozialismus auch ein nationaler Sozialismus.[111] Die DAP in Aussig, die auch über regionale Ableger in Deutschmähren und Sudetenschlesien verfügte, gab sich als deutschnationale und deutschsozialistische Partei, um möglichst viele soziale Schichten unter den Deutschen Böhmen-Mährens abzudecken: Für Arbeiter und kleinere Angestellte war sie eine revolutionär-sozialistische deutsche Partei, für Industrielle, Akademiker und für das Bürgertum dagegen eine bürgerlich-nationale deutsche Partei. Ein Konzept, das ideologisch aufging und später von anderen deutschvölkischen Parteien übernommen wurde, auch von der reichsdeutschen DAP.

Gemeinschaftlich besuchten Esser und Hitler am 12. September 1919 als Vertrauensmänner des Reichswehrgruppenkommandos IV, und damit im Auftrag Mayrs, eine Versammlung der jungen Münchner DAP, die im damaligen Sterneckerbräu stattfand.[112] Das Deutsche Reich sowie die bayrische Hauptstadt München befanden sich im politischen Umbruch, im Spagat zwischen linker Revolution und rechter Konterrevolution, welche von Kurt Eisner, Ernst Niekisch (1889–1967), Erich Ludendorff (1865–1937) und Gustav Ritter von Kahr (1862–1934) geprägt waren.[113]

Das politische Spektrum des Reiches entsprach in Vielem den Heerlagern der rechtsnationalen und deutschnational orientieren Freikorpsverbänden, die überall 1918/19 entstanden waren.[114]
Auf besagter Versammlung der DAP fiel der Soldat Hitler dem Arbeiter Drexler vor allem durch sein spontanes Redetalent auf, dass sich dieser in all den Jahren antrainiert hatte. Kernthemen des jungen Adolf Hitler waren aggressives Agieren gegen das Weimarer System und, bedingt durch dieses, gegen die sogenannten Novemberverbrecher; darüber hinaus die Revision des Versailler Vertrages und der politische Kampf der Bürgerlichen und des national fühlenden Proletariats gegen den Marxismus und dessen Internationalismus sowie der Kampf gegen die jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung. Direkt nach der Veranstaltung fand eine öffentliche Aussprache statt und in dieser griff Hitler den Hauptreferenten Gottfried Feder äußerst scharf an und erklärte diesem seine Sicht auf das Thema „Wie und mit welchen Mitteln beseitigt man den Kapitalismus?“[115]

Drexler lud Hitler unmittelbar, spätestens am 14. September, ein, der Partei beizutreten. Aus diesem Grund übersandte er diesem (gemäß der hitlerischen Legende) unaufgefordert eine Mitgliedskarte der DAP, die die Nummer 555 trug, zuschickte.[116]
Zugleich kam Hitler der Bitte nach, sich an einer Ausschusssitzung zu beteiligen, die am 16. September vom Freien Arbeiterausschuss für einen guten Frieden veranstaltet wurde, und der für die DAP die Funktion eines Trägersvereins ausübte, teilzunehmen. Nach der Ausschusssitzung, so die hitlerische Legende weiter, rang Hitler noch beinah zwei Tage mit sich, um dann am 17. September 1919 in die Partei einzutreten und als siebtes Ausschussmitglied des Freien Arbeiterausschuss in den Vereinsvorstand aufzurücken.[117] Obgleich es den Soldaten der Bayrischen Reichswehr offiziell untersagt war, sich politisch zu betätigen, wurde Hitler der späteren Legendenbildung zufolge mit dem Parteiaufbau und mit der Propaganda beauftragt.

Der 16. September 1919 ist in zweifacher Hinsicht in Hitlers Biografie bedeutend: Zum einen erfolgte nicht nur aufgrund seiner Teilnahme an der Ausschusssitzung sein Parteieintritt, sondern er trat zudem auch erstmals greifbar als Antisemit in Erscheinung: Im Auftrag Karl Mayrs verfasste der Gefreite Hitler in Briefform ein „Gutachten“ über den deutschen Antisemitismus, dessen Empfänger der damals 26-jährige Adolf Gemlich aus Ulm war; Gemlich, wie Hitler Teilnehmer der politischen Schulungen an der Universität München, war ein ehemaliger Vertrauensmann des Gruppenkommandos IV und hatte seinen ehemaligen Vorgesetzten Mayr gebeten, ihm die Kernpunkte deutschvölkischer Politik zu erklären. Mayr reichte diese Anfrage an Hitler weiter und verwies Gemlich auf diesen. Hitler stellte in seinem „Gutachten“ fest, dass das Judentum im Grunde eine eigene Rasse neben der deutschen Rasse darstelle und deswegen keine Religion sein könne. Dem Judentum würden Religion, Sozialismus und Demokratie nur für eigene Zwecke dienen und deswegen würden Juden auch die antisemitische Bewegung bewusst ausbremsen und behindern.[118]

Hitler nahm am 3. Oktober 1919 erneut im Sterneckerbräu an einer Sitzung der DAP teil[119] und bat seinen Vorgesetzten Mayr am darauffolgenden Tag, der Partei offiziell beitreten zu dürfen (obgleich er de facto schon Mitglied war); seine Bitte um Parteieintritt hatte Hitler in seinem schriftlichen Bericht über die Versammlung an Mayr hinzugefügt.[120]

Ort: Sterneckerbräu ‚Leiberzimmer‘

Personen: 24 Anwesende, hauptsächlich aus der unteren Schicht der Bevölkerung und 2 Soldaten.

Vortragender: Herr Federer Gesinnung national (…) Ich bitte Herrn Hauptmann diesem Verein oder Partei beitreten zu dürfen, da diese Männer den Gedanken des Frontsoldaten sprechen. Gez. Adolf Hitler

—   Adolf Hitler in seinem schriftlichen Bericht über die DAP-Versammlungvom 4. Oktober 1919, zitiert nach: Paul Bruppacher: „Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP“, Teil I: 1889–1937, S. 68.

Fünfzehn Tage später reichte Hitler in der DAP seinen schriftlichen Aufnahmeantrag ein:

Deutsche Arbeiterpartei, München Sterneckerbräu München, den 19./Okt. 1919:

Ich bitte um Aufnahme in die Deutsche Arbeiterpartei (…) Mein Beruf ist Kaufmann, möchte aber Werberedner werden, man spricht mir diese Begabung zu. Da ich am 3./Okt. 1919 ihre Versammlung besuchte, bitte ich, auch als zahlender Eingeschriebener aufgenommen zu werden.

In Erwartung Ihrer Nachricht Adolf Hitler

—   Adolf Hitler in seinem schriftlichen Aufnahmeantrag an die DAP, zitiert nach: Paul Bruppacher: „Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP“, Teil I: 1889–1937, S. 68.

Historiker gehen heute davon aus, dass Mayr die politischen Aktivitäten seines Untergebenen Hitler in der DAP vor dessen Aufgaben in der Bayrischen Reichswehr nicht nur tolerierte, sondern vielmehr aktiv förderte: Hitler wurde nämlich von Mayr ab Oktober 1919 als Hilfskraft des Bildungsoffiziers beim Schützenregiment 41 eingesetzt. Dort hatte dieser viel Zeit, sich in der Regimentsbibliothek in völkisch-nationalistisches Propagandamaterial einzulesen.

Am 16. Oktober 1919 hielt Hitler seine erste Rede auf einer „Massenveranstaltung“ der DAP, als dort erstmals in der Parteigeschichte einhundertelf Personen zusammenfanden, um den Ideen und Zielen der Partei, die von ihm verkündet wurden, zuzuhören. Aus den ursprünglich elf Minuten, die ihm zugestanden wurden, wurden letztendlich dreißig und Hitler stellte fest, dass er vor Massen reden konnte.[121][122]

Zehn Tage später hielt Hitler erneut eine Rede in Passau, als er dort vor dem Infanterieregiment 20 sprach. Nur drei Tage später ist er erneut Teilnehmer einer DAP-Versammlung, die im Münchner Gasthaus „Deutscher Kaiser“ stattfand.

Noch im Herbst 1919 lernte Hitler den deutschvölkischen Schriftsteller und Verleger Dietrich Eckhardt (1868–1923) kennen, der dessen Antisemitismus stark beeinflussen und verstärken sollte. Sehr schnell waren beide, trotz ihres massiven Altersunterschiedes von einundzwanzig Jahren, Freunde geworden.[123] Am 13. November 1919 ist Hitler Hauptredner einer DAP-Veranstaltung, die im „Erbelbräukeller“ München vor etwa dreihundert Zuhörern stattfand.[120]

Für die Parteiveranstaltung des 10. Dezember 1919 wurde „Hittler“ gemäß den Veranstaltungsplakaten als Hauptredner der Partei geführt.[124] Zwei Tage zuvor, am 8. Dezember 1919, war in Wien vom dortigen Führer der Nationalsozialisten, Walter Riehl (1881–1955) die sogenannte Zwischenstaatliche Kanzlei des deutschen Sprachgebiets gegründet worden, die ihre Hauptaufgabe darin sah, alle deutschsprachigen nationalsozialistischen Organisationen lose zu vereinen und gemeinsame Aktionen zu koordinieren.[125]

Um vor allem von seinen politischen Gegnern, vor allem aber von der deutschen Sozialdemokratie, zu lernen, nahm Hitler auch an deren politischen Massenveranstaltungen teil, wie ein Bilddokument des Winters 1919 zeigt: Es zeigt einen jungen Adolf Hitler bei einer sozialdemokratischen Veranstaltung, wo er dem Redner in vierter Reihe interessiert zuhört.[126]

In den 2010er Jahren wurde verschiedentlich die Meinung vertreten, dass der hitlerische Eintritt in die Deutsche Arbeiterpartei purer Zufall gewesen sei. Denn schließlich habe sich Hitler bereits im September 1919 der in Süddeutschland agierenden Deutschsozialistischen Partei (DSP) anschließen wollen. Doch diese hätte den von Hitler gewünschten Eintritt abgelehnt, da er mittelos und sich zudem beim Verleger, und DSP-Mitglied, Georg Grassinger Geld geliehen hatte.
1961 hatte sich Grassinger schriftlich an diverse Hitlerbiografen gewandt und diese auf die unbekannte Tatsache hingewiesen. Diese griffen sie jedoch nicht auf.[127]

Infolge des hitlerischen DAP-Beitritts strömten nun verstärkt ehemalige Frontsoldaten in die Partei, wo sich rasch zwei politische Fraktionen herausbildeten, deren Kern Anton Drexler und Adolf Hitler waren: Die sogenannte Drexler-Harrer-Gruppe wurde überwiegend von Arbeitern, Handwerker und kleineren Geschäftsleute gebildet und war ideologisch sozialrevolutionär. Die sogenannte Hitler-Gruppe bestand überwiegend aus ehemalige Frontsoldaten und Freikorpsmännern, die sich nicht mit dem „bürgerlichen Leben“ hatten anfreunden können und die sich frontsozialistisch gab.
Die frühste Mitgliederliste der Münchner NSDAP umfasste einhundertdreiundneunzig Namen, von denen zweiundzwanzig angegeben hatten, Berufssoldaten zu sein. Hitler gelang es, mit Unterstützung der Berufssoldaten der Partei eine streng militärisch ausgerichtete Struktur aufzuerlegen, die dem Führer- und Gefolgschaftsprinzip samt der Unterordnung der einfachen Parteimitglieder der politischen Parteiführung, Disziplin und Hilfsbereitschaft untereinander folgte.[128] Was beide einte war ihre völkisch-nationalistische Einstellung. Es tat sich die Frage auf, ob die DAP eine völkische Loge (gleich der Thulegesellschaft) oder eine, vom Marxismus inspirierte, Massenorganisation werden sollte. Hitler tendierte zur Letzteren.[129]

1920–1923

25-Punkte-Programm, Einführung von Mitgliedsausweisen

Am 1. Januar 1920 bezog die Deutsche Arbeiterpartei, Ortsgruppe München, ihre neuen Geschäftsräume im Keller des Sterneckerbräus.[130] Die Räumlichkeiten hatte ihr Hitler vermittelt, da dieser über einen Fonds verfügte, der ihm über Mayr durch das Reichswehrgruppenkommando IV zur Verfügung gestellt wurde.
Aus diesem Fonds, und unter Zuhilfenahme der Parteikasse, wurde das nötige Kapital zum Erwerb der Räumlichkeiten entnommen. Bereits im Dezember 1919, als Hitler dem Parteivorsitzenden Anton Drexler in dessen Wohnung seinen Entwurf der Hakenkreuzfahne und der gleich gestalteten Armbinden vorgestellt hatte, hatte dieser darauf bestanden, dass die DAP möglichst unter militärischen Gesichtspunkten reorganisiert werden müsse. Bisher sei die Partei ein einflussloser Diskussionsverein und müsse sich in eine schlagkräftige national-sozialrevolutionäre Partei wandeln. Zudem hatte Hitler inzwischen auch die Macht der Propaganda für sich entdeckt und gedachte, diese nun für seine Zwecke zu nutzen.[131] Zudem hatte er im Dezember 1919 durchsetzen können, dass der Vereinsausschuss, der auch den Parteivorstand bildete, erst auf zehn, später auf mindesten zwölf und mehr Mitglieder erweitert wurde: Hitler war vor allem daran interessiert, dort zahlreiche Kameraden seiner ehemaligen Kaserne unterzubringen, die sicherstellen sollten, dass sein Einfluss auf die Parteiführung bestehen blieb bzw. ausgeweitet wurde.[132]
Ferner legte Adolf Hitler dem Parteivorsitzenden einen Entwurf eines Parteiprogrammes vor. Stundenlang diskutierten beide über ihre teilweise extrem abweichenden Auffassungen, wie man völkischen Nationalismus mit einem deutschen Sozialismus verbinden könne. Als gemeinsamer Konsens entstand das 25-Punkte-Programm der NSDAP, das bereits am 24. Februar 1920 verkündet werden sollte.[133] Hitler schlug Drexler zudem vor, dass die DAP von den Völkischen und Alldeutschen das Hakenkreuz als politisches Symbol übernehmen sollte, und legte diesem einen frühen Entwurf einer Hakenkreuzfahne vor.

Die Parteiveranstaltung vom 24. Februar 1920 entwickelte sich zum Erfolg: Hitler stellte befriedigt fest, dass die Veranstaltung, die im Münchner Hofbräuhaus stattfand, mit nahezu zweitausend Besuchern äußerst gut besucht war. Er registrierte zudem, dass etwa die Hälfte von diesen aus dem sozialistischen Lager stammen musste. Hitler ging in seiner Rede auch auf die Revolutionszeit von 1918/19 ein, als vonseiten der Sozialisten die Situation eskalierte. Der parteieigene Saalschutz sorgte daraufhin mit Gummiknüppeln und Reitpeitschen für „Ruhe und Ordnung“ im Saal.[133]
Nachdem die „roten Störer“ hinausgeprügelt waren, kam Hitler auf das neue Parteiprogramm zu sprechen, dass neben dem Selbstbestimmungsrecht der Deutschen auf Großdeutschland, völkisch-nationale und soziale Forderungen enthielt. Im Zeichen der deutschvölkischen Bewegung erklärte das Programm, dass Juden niemals Volksgenossen (und damit keine Deutschen) sein könnten, vielmehr müsse man diese unter Fremdengesetzgebung stellen. Der Nationalstaat Deutsches Reich müsse sich allein auf die deutsche Bevölkerung konzentrieren und wieder über seine alten Kolonien verfügen. Damit gedachte die DAP Anhänger und Sympathisanten der völkischen Organisationen sowie das nationale Bürgertum und die konservative Oberschicht für sich zu gewinnen. Den völkisch denkenden und national fühlenden deutschen Arbeiter sowie bisherige Marxisten gedachte man, mit der Forderung nach Brechung der Zinsherrschaft und der Aufhebung aller Klassenunterschiede für die nationalsozialistische Bewegung zu ködern. Die Mischung aus völkisch-nationalistischen und aus marxistisch-sozialistischen Forderungen zeigte bereits an diesem Abend ihre Wirkung: Etwa einhundert Veranstaltungsbesucher erklärten noch am 24. Februar ihren Eintritt in die DAP: So trat beispielsweise Joseph Berchtold (1897–1962), der nur wenige Jahre später der erste Reichsstaffelführer der SS werden würde, an diesem Tag der DAP bei.[134]

Die DAP, die erstmals auf dieser Versammlung als „national-sozialistisch“ bezeichnet wurde, empfand sich nicht als Vertreterin des klassischen Parteientypus. Die (NS)DAP definierte sich als „Vereinigung aller schaffenden Deutschen zu einer idealen Volksgemeinschaft“, als eine Partei über den Parteien, die als Kaderpartei konstipiert war. Da zu Beginn der Versammlung eine Prügelei mit dem anwesenden politischen Gegner vorausging, gehörten seit dem 24. Februar 1920 Schlägereien und Saalschlachten zur Parteigeschichte der „nationalsozialistischen Bewegung“.[134]

Sieben Tage später, am 3. März 1920, fand in der Münchner Parteizentrale der DAP eine Sitzung statt, bei der auch Vertreter der österreichischen und sudetendeutschen Nationalsozialisten anwesend waren. Die DAP beschloss, sich diesen namenstechnisch anzugleichen und sich in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umzubenennen. Auch wurde auf dieser Sitzung offiziell auch das Hakenkreuz als Gesinnungszeichen angenommen, das sich von den sudetendeutschen und österreichischen Alldeutschen ableitete.[135]
Der Erfolg der Februarveranstaltung bewog Hitler ferner, von der Parteiführung ordentliche Mitgliederverzeichnisse und offizielle Mitgliedskarten bzw. -ausweise einzufordern. Um bei der Öffentlichkeit Bedeutung vorzugaukeln, die DAP jedoch nicht besaß, griff man auf den propagandistischen Trick zurück, die Mitgliederlisten mit der Nummer 501 beginnen zu lassen. Zudem waren die Listen nicht nach Eintrittsdatum, sondern alphabetisch sortiert. Unter der Nummer 555 befand sich der Eintrag „Hitler Adolf, Beruf Kunstmaler“.[136]

Mitte Mai 1920 tauchten die ersten schwarz-weiß-rot gestalteten Hakenkreuzfahnen in der Partei auf, deren erste vom Zahnarzt und NSDAP-Mitglied Friedrich Krohn (1879–1967) für die Starnberger Ortsgruppe entworfen wurde; das Hakenkreuz war dort im Stil eines Sonnenrades gehalten und wies damit gebogene Enden auf. Hitlers Endwürfe wiesen dagegen grade Enden auf. Gleichzeitig entwarf Hitler auch gleich gestaltete Armbinden für die Parteimitglieder.[137]
Die hitlerischen Entwürfe der Parteistandarten waren den römischen Standarten nachempfunden und vom italienischen Faschismus inspiriert. 1926 würde Hitler zudem den „römischen Gruß“, das heißt das Anheben des rechten Armes bis auf Augenhöhe, als „deutschen Gruß“ in die NSDAP einführen.[137]

Zusammenarbeit mit den österreichischen und sudetendeutschen Nationalsozialisten, Kappputsch

Am 1. März 1920 schied Hitler de facto aus dem Heeresdienst aus. Noch am selben Tag trat er durch die Vermittlung Drexlers mit der politischen Führung der österreichischen und sudetendeutschen DNSAP in Kontakt, die aus Walter Riehl und Rudolf Jung (1882–1945) bestand. Hitler traf sich mit diesen in der Münchner Parteizentrale der DAP und zwischen den Anwesenden wurde eine lose Kooperation vereinbart.[138] Nur zwei Tage später erfolgte die Namensänderung der DAP in NSDAP. Die Hintergründe der Umbenennung sind bereits im vorherigen Abschnitt kurz angesprochen worden. Darüber hinaus bestanden auch Kontakte zu diversen deutschvölkischen Verbänden, die sich gleich der NSDAP der sozialen Problematik verschrieben hatten. Dort stach die Deutschsozialistische Partei (DSP) des Düsseldorfer Ingenieurs Alfred Brunner (1871–1936) heraus. Nach dessen Auffassung war die DSP völkisch-links, das heißt, die Partei definierte sich innerhalb der völkischen Bewegung äußerst links und gab sich in ihren politischen Forderungen radikaler als die Bolschewisten.[9]
Vor ihrer Umbenennung war die DAP eine von etwa dreiundsiebzig völkischen Gruppierungen und vor allem Parteichef Drexler wehrte sich vehement gegen den Namenszusatz „national-sozialistisch“. Die Frage, inwieweit die österreichische und sudetendeutsche DNSAP Einfluss auf die Umbenennung nahm, ist umstritten. Denn nur vier Jahre später wird sich Hitler eindeutig von Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei distanzieren.[139]

Am 13. März 1920 erfolgte der sogenannte Kappputsch, mit dem Hitler sympathisierte: Unter der politischen Leitung des preußischen Verwaltungsbeamten Wolfgang Kapp (1852–1922) und des Generals Walther Freiherr von Lüttwitz (1859–1942) begann unter der Federführung der Marinebrigade Ehrhardt der Putsch gegen die Reichsregierung. Kapp rief sich zum Reichskanzler sowie zum preußischen Ministerpräsidenten aus.[140] Hitler, der sich darauf hin am 14. März nach Regensburg begab, bot sich den dortigen Putschisten als Bündnispartner an. Doch die eher rechtsnationalen Kreise innerhalb der Freikorps und der Deutschen Reichswehr lehnten die Einbindung der „linken NSDAP“ ab. Reichspräsident Friedrich Ebert (1871–1925) und die Reichsregierung unter dem sozialdemokratischen Reichskanzler Gustav Bauer (1870–1944) flohen aus Berlin und setzten sich nach Dresden und Stuttgart ab. Von dort aus riefen sie zum Generalstreik aus,[140] der innerhalb weniger Stunden griff. Nur einhundert Stunden später brach diese „nationale Erhebung“ wieder zusammen, weil die meisten Soldaten der Reichswehr in ihren Kasernen blieben.

Der missglückte Putsch zeigte Hitler, dass eine mögliche Machtübernahme der Regierungsgewalt durch die Nationalsozialistischen nicht ohne den bedingungslosen Rückhalt in der Reichswehr möglich wäre. Von daher zog er die deutschnational-rechtskonservativen Freikorps in seine möglichen Machtergreifungspläne mit ein, die mit ihrer Reserve, der schwarzen Reichswehr, personell etwa drei Mal so stark wie die reguläre Armee war und rund dreihunderttausend Mann aufwies.

Als Folge des Kappputsches wurde Gustav Ritter von Kahr (1862–1934) am 16. März 1920 bayrischer Ministerpräsident, der nach und nach eine Dikatur in Bayern errichtete. Trotz allem hatte sich der missglückte Putsch für Hitler positiv entwickelt, da er nun über die Vermittlung Dietrich Eckhardts in erzkonservative, deutschvölkisch-nationalistische Kreise rund um General Erich Ludendorff, dem Freikorpsführer Walter Stennes (1895–1983) und dem Schriftsteller Ernst Graf zu Raventlow (1869–1943) eingeführt wurde. Als Hitler am 18. März nach München zurückkehrte, galt es als relativ sicher, dass er diese Reise um Auftrag der (bayrischen) Reichswehr unternahm; es war anscheinend seine letzte Tätigkeit als deren V-Mann.[141]

Entlassung aus der Reichswehr, politischer Parteiaufstieg

Am 31. März 1920 hatte Hitler seinen letzten Tag als Angehöriger der Bayrischen Reichswehr und wurde zum 1. April offiziell aus dem Heeresdienst entlassen. Den späteren offiziellen Hitlerbiografien zufolge hatte dieser selbst um seine Entlassung gebeten. Doch vielmehr ist anzunehmen, dass er regulär aus der Reichswehr entlassen wurde, da seine Verpflichtungszeit schlicht abgelaufen war.[9] Seine Kriegsstammrolle trägt den von Hitler eigenhändig unterschriebenen Vermerk „Versorgungsansprüche werden von ihm nicht erhoben.“[142]
Hitler begann nun, sich auf seine „Karriere“ als Vollzeitpolitiker vorzubereiten und konzentrierte sich zudem darauf, innerhalb der NSDAP an die Spitze zu gelangen.[9] Seine Einkünfte bezog er durch das Entgelt, welches er für Reden und Seminare erhielt. Aber auch zahlreiche Spenden aus nationalen Kreisen zählten zu seinen Einnahmen. Es gilt zudem auch als sicher, dass sein alter Vorgesetzter Mayr ihn weiterhin finanziell unterstützte.[142]

Wie so oft, wenn er nichts mehr zu verlieren hatte, setzte Hitler wieder alles auf eine Karte: Er war sich durchaus sicher, dass er Erfolg haben würde, da die Partei seine außergewöhnliche Rhetorik benötigte, zudem besaß Hitler auch eine hohe Risikobereitschaft und eine große Gefühlskälte.[9] Zudem verlief auch die Mitgliederentwicklung in der NSDAP seit der Februarveranstaltung äußerst positiv, da immer mehr vom Weimarer System enttäuschte Deutsche der Partei beitraten. Obgleich sich Hitler immer deutschvölkisch gab, orientierte er sich jedoch stark am italienischen Faschismus und an dessen Duce, Benito Mussolini (1883–1945).
Wie Hitler später selbst bekannte, wurde er jedoch vom Marxismus am nachhaltigsten geprägt. Bei der Entwicklung der nationalsozialistischen Weltanschauung, so wie sie Hitler verstand, orientierte sich dieser in weiten Teilen an der von Karl Marx (1818–1883) und Friedrich Engels (1820–1895) entwickelten Ideologie. So übernahm Hitler die marxistische Forderung nach Brechung der Zinsherrschaft und forderte gleich den Marxisten die Errichtung einer klassenlosen Gesellschaftsordnung in Form der Volksgemeinschaft.

Ich habe vom Marxismus viel gelernt. Ich gestehe das ohne weiteres ein. Nicht etwa von dieser langweiligen Gesellschaftslehre und materialistischen Geschichtsauffassung, von diesem absurden Zeug …
Aber von ihren Methoden habe ich gelernt. Nur, ich habe damit ernst gemacht, womit diese kleinen Krämer- und Sekretärsseelen zaghaft angefangen haben. Der ganze Nationalsozialismus steckt da drin. Sehen Sie nur genau zu … Diese neuen Mittel des politischen Kampfes gehen ja im wesentlichen auf die Marxisten zurück. Ich brauchte nur diese Mittel zu übernehmen und zu entwickeln, und hatte im wesentlichen, was uns nottat. Ich brauchte nur das konsequent fortzuführen, was bei der Sozialdemokratie zehnmal gebrochen war, nämlich infolge des Umstandes, daß ihre Revolution im Rahmen einer Demokratie verwirklichen wollten. Der Nationalsozialismus ist das, was der Marxismus hätte sein können, wenn er sich aus der absurden, künstlichen Bindung mit einer demokratischen Ordnung losgelöst hätte.
—   Adolf Hitler, zitiert nach: Joachim Clemens Fest: „Hitler“, S. 187–188.

Auch war Hitler seinerzeit von der marxistischen Maxime überzeugt, dass sich der traditionell bürgerliche Parteientypus der Wucht und Dynamik politisch links stehender Massenorganisationen letztendlich beugen müsse. Seine politische Taktik diesbezüglich übernahm er aus seinen Erfahrungen aus der Revolutionszeit in Deutschland und aus der bayrischen Räterepublik, die er anfänglich aktiv unterstützt hatte.
Der russische Sozialrevolutionär Lenin (1870–1924) zeigte Hitler zudem die Macht und Wirkung eines revolutionären Aktivismus, indes ihm die deutsche Sozialdemokratie unter Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann (1865–1939) zeigten, wie man diesen verspielte.[143]

Am 1. April 1920 ließ sich Hitler vom österreichischen Generalkonsulat in München einen Pass ausstellen, der ihn weiterhin als Österreicher ausweist. Als Beruf gab er dort „Schriftsteller“ an.[142]

Der nächste hitlerische Karrierehöhepunkt war der sogenannte Deutsche Tag in Salzburg, der vom 7. bis 8. August 1920 stattfand. Der „Deutsche Tag“ war ein Treffen deutschvölkischer Organisationen, die ihre Betätigungsfelder im Deutschen Reich, Österreich und Danzig sowie in den deutschen Siedlungsgebieten Polens und der Tschechoslowakei ([[Weichsel- Korridor]], Polnisch-Oberschlesien, Sudetenland) hatten.
Auf solchen Veranstaltungen der politischen Rechten zeigte es sich, wie sehr die verschiedenen Strömungen ideologisch verbunden waren. Neben den reichsdeutschen Nationalsozialisten Alfred Drexler und Adolf Hitler nahmen auch österreichische und sudetendeutsche Nationalsozialisten wie Walter Riehl und Rudolf Jung teil. Aber auch Vertreter des ideologisch dem Nationalsozialismus nahestehenden Deutschsozialismus waren anwesend, wie uns das Beispiel Alfred Brunner zeigt.[138] Hitler gelang es auf diesem Treffen durchzusetzen, dass die von ihm mitgestaltete Hakenkreuzfahne und die gleichartig gestalteten Hakenkreuzarmbinden offizielle Kennzeichen aller „nationaler Sozialisten“ wurden. Insgesamt waren auf dem Deutschen Tag in Salzburg über zweihundert Teilnehmer anwesend, von denen etwa die Hälfte nicht aus Österreich stammte. Riehl bot dem dort Hitler, trotz seiner Bedenken, das „Du“ an und wurde so einer der wenigen Duzfreunde Hitlers.[138]

Im Frühherbst 1920 kam es in Halle an der Saale innerhalb der marxistischen Arbeiterbewegung zu einem verbitterten Meinungsaustausch zwischen den ideologischen Kontrahenten. Von diesem meinten einige Beobachter, dass die dortige Rechte in Form der völkischen Linken die besseren Argumente hätten.
Dennoch wurde der Beschluss gefasst, der III. Internationalen beizutreten, worauf einhundertsechsundfünfzig deutschsozialistisch gesinnte Delegierte geschlossen die Veranstaltung verließen. Unter diesen „Abweichlern“ war auch Otto Strasser (1897–1974), der nun beschloss, sich der paramilitärischen Einheit seines Bruders anzuschließen, dass dieser nach Vorbild der Freikorps in Landshut aufgestellt hatte.[144]

Strasser, der Hitler über Erich von Ludendorff kennenlernte, war von diesem erst einmal nicht besonders beeindruckt: Hitler war vom ehemaligen Weltkriegsgeneral beauftragt worden, die Strasserbrüder und andere enttäuschte Linke für die völkische Sache zu schulen. Beide, Strasser und Hitler, lieferten sich über die Auslegung des NSDAP-Parteiprogrammes erbitterte Rededuelle.[145] Beide verband eine echte Antipathie: Hitler warf Strasser vor, er habe beim Kappputsch auf der Seite der „Roten“ gestanden, worauf dieser ihm vorwarf, wie Hitler als „nationaler Sozialist“ einen Erzreaktionär wie Kapp hätte unterstützen können. Unter dem Einfluss Ludendorffs, der zur damaligen Zeit als die Galionsfigur und das Aushängeschild der völkischen Bewegung galt, einigten sich beide Kontrahenten auf die Kompromissformel, dass „nationale Opposition“ weder kommunistisch noch reaktionär sein dürfe.
Während Otto Strasser sich trotz seiner Mitgliedschaft in der NSDAP stets als Sozialist fühlte, erkannte Gregor Strasser (1892–1934), der Ältere der beiden Brüder, die hitlerischen Leistungen in dessen Parteiarbeit durchaus an. Immerhin war diesem gelungen, die DAP aus der Bedeutungslosigkeit zu führen und diese als „nationalsozialistische Bewegung“ als ernst zu nehmende politische Kraft im deutschvölkischen Lager zu etablieren.[146]

Am 30. September 1920 fand im Sterneckerbräu, der Parteizentrale, die Gründung eines nationalsozialistischen deutschen Arbeitersverein (NSDAV) statt. Damit schuf der damalige Parteivorstand um Anton Drexler, Benedikt Andermair (1877–?), Oskar Körner (1875–1923), Rudolf Schüßler (1893–1974), Karl Riedl (1891–?), Fritz Michel sowie eines gewissen F. Kurz der Partei einen Trägerverein und so aus der NSDAP eine juristische Person machte. Diese Rechtsfähigkeit benötigte die Partei, um die Zeitung Völkischer Beobachter kaufen zu können.[147] Hitler gehörte dem Vorstand noch nicht an,[147] informierte aber die Parteileitung in der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1920 vom Verkauf der Zeitung: Er erschien um zwei Uhr morgens bei Drexler und teilte diesem mit, dass der Völkische Beobachter für einhundertachtzigtausend Reichsmark zu erwerben wäre.
Am 20. Oktober 1920 erfolgte der Eintrag des „Nationalsozialistischen deutschen Arbeitervereins Deutschlands e. V. München“ statt. Als dessen Vorstand waren angegeben worden: Anton Drexler als I. Vorsitzender und der Buchdrucker Benedikt Angermeier als II. Vorsitzender.[148]

Hitlers Bestreben, sich stets bei seinen ideologischen und politischen Gegnern durchsetzen zu wollen, bewog Karl Harrer letztendlich, formal seinen Austritt aus der Partei zu erklären. Nach Hitlers Willen sollte sich die NSDAP von konkurrierenden völkischen Verbänden und Parteien klar unterscheiden und abheben. Um der NSDAP in München und Umgebung sowie auch anderorts einen größeren Bekanntheitsgrad zu erreichen, veranlasste Hitler regelmäßige Straßenumzüge der Partei; eine Taktik, die er sich von der politischen Linken entliehen hatte. Auch waren die Plakate und Flugzettel der Partei in einem leuchtenden Rot gehalten, was bisher ebenfalls ein Kennzeichen der Linken gewesen war.[149]

Zudem begann die NSDAP, die österreichische DNSAP (und deren Trägerverein, den Nationalsozialistischen Verein für Deutsch-Österreich) finanziell zu unterstützen: Allein für deren Wahlkampf im Oktober 1920 flossen rund sechzigtausend Kronen von München aus in die Wahlkampfkassen der Österreicher. Hitler begann zudem, sich in seiner österreichischen Heimat als politischer Redner zu etablieren, als er in Linz für die Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei als Propagandaredner der deutschen Nationalsozialisten auftrat.
Die Münchner NSDAP steuerte nochmals im Februar und April 1921 zehntausend bzw. zweitausend Reichsmark zur Parteiarbeit der DNSAP bei. Allerdings kriselte es inzwischen auf der Führungsebene der NSDAP gewaltig: Am 5. Dezember 1920 verweigerte Hitler seine Teilnahme an der Parteiveranstaltung in München, nachdem dort mit dem „ParteigenossenHlawna ein Redner der DNSAP angekündigt wurde.[150] Dafür sprach er drei Tage später in München zum Thema „Parteipolitik und Judenfrage“. Seine Rede schloss Hitler mit den Worten: „ Hinaus mit den Juden! Deutschland den Deutschen!“[151]

Am 17. Dezember 1920 gelangten der Völkische Beobachter und der Franz-Eher-Verlag in den Besitz der NSDAP. Das Geld zum Kauf hatte die Partei aus privaten Spenden, aber auch aus Kreisen der Reichswehr bezogen. So gewährte der ehemalige Freikorpsführer und nunmehrige Reichswehrangehörige Franz Xaver Ritter von Epp dem Verleger Dietrich Eckhardt als Vertreter der NSDAP einen Kredit über sechzigtausend Mark. Dieser verpfändete zudem sein Privatvermögen sowie sein Haus, indes Hitler sich zu Gottfried Grandel (1877–1952) begab und von diesem, gegen die ausdrückliche schriftliche Verpflichtung, dass ihm die Partei den Kredit zurückzahlen würde, sechsundfünfzigtausendfünfhundert Mark überreichen ließ. Den geforderten Kaufpreis von einhundertachtzigtausend Mark konnte die Partei um sechzigtausend Mark reduzieren, nachdem sie sich verpflichtet hatte, die Schulden des Franz-Eher-Verlages zu übernehmen. Grandel selbst würde sein Geld nie wiedersehen.[151] Am 3. Januar 1921 wird der Völkische Beobachter offizielles Organ und „Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands“.

Erster Parteitag, parteiinterne Konflikte

Am 21. Januar 1921 fand im Festsaal des Hofbräuhauses in München die I. Generalmitgliederversammlung des NSDAV statt, die von Hitler geleitet wurde. Dort wurden die verbesserten Vereinssatzungen genehmigt und im Anschluss ans Vereinsregister zur Eintragung weitergeleitet. Drexlers Rolle als I. Vorsitzender wurde ebenso bestätigt, wie die Neubesetzung des II. Vorsitzenden in Form Oskar Körners (1875–1923). Josef Berchtold wurde I. Kassierer. Hitler wird selbst kein Teil des leitenden Gremiums.[152] Einen Tag später, am 22. Januar, fand in München der erste „Parteitag“ der NSDAP statt, bei dem sie sich endgültig in der deutschvölkisch-rechtsnationalen Szene Bayerns als erst zu nehmende politische Kraft etablierte; der bisherige völkische Debattierklub hatte es geschafft, sich in eine politische Partei zu wandeln. Auf diesem Parteitag nahmen insgesamt vierhundertelf Mitglieder teil und es wurden vier Ortsgruppen die ersten Parteistandarten überreicht. Hitlers damaliger Plan war es, diesen Parteitag dazu zu nutzen, eine parteiinterne Revolte zu inszenieren, da es inzwischen sein fester Wille war, sich als alleiniger Parteiführer zu etablieren.[153]

Unter dem hitlerischen Einfluss wuchs die NSDAP vor allem in Süddeutschland: Anfang 1921 umfasste die Ortsgruppe München über zweitausendfünfhundert Mitglieder und konnte dort auf etwa fünfundvierzigtausend Anhänger und Sympathisanten zurückgreifen.[154] Der deutsche Nationalstaat, das Deutsche Reich, lag seinerzeit wirtschaftlich am Boden, als sich Frankreich und Großbritannien auf der Pariser Konferenz vom 24. bis 30. Januar 1921 darauf geeinigt hatten, dass sie vom Reich Reparationszahlungen in Höhe von zweihundertsechsundzwanzig Milliarden Mark erhalten sollten; eine Summe, die die gesellschaftlichen deutschen Strukturen bis in deren Grundmauern erschüttern sollte.
In der bayrischen Landeshauptstadt formte sich darauf hin eine politische Protestbewegung, die sich Arbeitsgemeinschaft der völkischen Verbände und Parteien nannte. Diese Arbeitsgemeinschaft wurde vor allem aus den vaterländischen Verbänden, den Einwohnerwehren und der NSDAP gebildet.[155] Auf dem Münchner Königsplatz plante die Arbeitsgemeinschaft, mit etwa zwanzigtausend Menschen[155] eine Versammlung durchzuführen, um gegen diese „nationale Schmach“ zu demonstrieren. Doch sie sah von dieser Großveranstaltung ab, als es sich herauskristallisierte, dass die radikale Linke, namentlich die kommunistische Partei, diese sprengen könnte. Hitler forderte darauf hin die Arbeitsgemeinschaft ultimativ auf, über die sofortige Durchführung endgültig zu entscheiden und die Großveranstaltung abzuhalten. Als die Verantwortlichen diesen auf eine Woche später vertrösteten, entschloss sich Hitler, im Cirkus Krone, der bis zu sechstausend Besucher fassen konnte, eine eigenständige Veranstaltung durchzuführen; längst war in ihm der Wunsch erwacht, sich zum Herrn der Partei aufzuschwingen, die ihren politischen Erfolg nur ihm zu verdanken hatte.[155]

[Ich bin überzeugt,] daß jede revolutionäre Bewegung einen diktatorischen Kopf haben muss und deshalb halte ich auch gerade unseren Hitler für unsere Bewegung für den geeignetsten, ohne daß ich deshalb in den Hintergrund zu schieben wäre (…) —   Anton Drexler an Gottfried Feder in einem Brief vom 15. Februar 1921.

Propagandistisch begann Hitler, selbst in den roten Arbeitervierteln Münchens für seine Großveranstaltung zu werben, indem er von Lastkraftwagen aus Flugblätter mit Hakenkreuzen verteilen ließ.[156]
Am 3. Februar 1921 fand die erste nationalsozialistische Massenveranstaltung im Cirkus Krone statt, die sich um die Vertragsbedingungen des „Versailler Schandfriedens“ drehte und bei der fünftausendsechshundert Teilnehmer anwesend waren. Hier wurden erstmals die im Dezember 1919 von Hitler entworfenen Hakenkreuzfahnen als politisches Massensymbol öffentlich eingeführt.[157] Doch alles in allem war die hitlerische Veranstaltung im Cirkus Krone ein mäßiger Erfolg. Doch dieser und noch andere politische Erfolge bewogen den späteren Leiter der Politischen Polizei Bayerns, Wilhelm Frick (1878–1946), der selbst zum fanatischen Nationalsozialisten werden sollte, die „[…] schützende Hand über die NSDAP und Herrn Hitler“ zu halten. Auch die amtierende Staatsregierung unter Gustav Ritter von Kahr gedachte, die NSDAP (und damit Hitler) für ihre Zwecke zu nutzen und empfing Hitler mit mehreren Parteiführern.[158] Hitler wurde zudem am 22. Februar 1921 von der Parteiführung nahegelegt, sich mit seinen politischen Ambitionen zurückzuhalten;[155] einen Tag zuvor hatte in Rosenheim mit Walter Riehl der österreichische Führer der DNSAP eine Rede gehalten, der noch zwei weitere (6. und 10. März) folgten.[150]

Die nächste persönliche Krise durchlebte Hitler bereits am 26. März 1921, als er vom radikalen Deutschsozialisten Julius Streicher (1885–1946), einem antisemitischen Volksschullehrer, zu einem „Föderationsparteitag“ nach Zeitz eingeladen wurde. An diesem sollten auch Anton Drexler (als Parteichef der NSDAP) und, als Vertreter der sudetendeutschen Nationalsozialisten, Rudolf Jung teilnehmen. Streichers Primärziel war die Vereinigung aller nationalsozialistischen Parteien, das heißt, der Zusammenschluss der NSDAP, der DSP und der DNSAP, zu einer Deutschen Nationalsozialistischen Partei mit Sitz in Berlin. Hitler verweigerte Streicher seine Teilnahme, sodass Drexler ohne Vollmachten des Vorstandes nach Zeitz reiste und dort den Zusammenschluss boykottierte. Hitler begründete seine Ablehnung mit dem Führungsanspruch der NSDAP, dem Drexler nicht widersprechen wollte.[159][150]

Im Sommer 1921 beschloss der bisherige Parteivorstand, Hitlers steigenden Parteieinfluss auszubremsen, indem er sich für eine mögliche Zusammenarbeit mit der völkischen Linken in der Augsburger Region entschloss und begann, diesen Zusammenschluss vorzubereiten:[160] Der Parteivorsitzende Drexler begann gemeinschaftlich mit dem Augsburger Deutschsozialisten Otto Dickel (1880–1944) am 2. Juni 1921, die Parteifusion auszuarbeiten. Hitler, selbst kein Mitglied des Vorstandes, lehnte Dickel und dessen Deutsche Werksgemeinschaft ab; ferner sprach er sich vehement gegen jegliche Fusion mit anderen Parteien aus.
Drei Tage später, am 5. Juni, fuhr die damalige NSDAP-Spitze einschließlich Dietrich Eckart und Hermann Esser in die Reichshauptstadt Berlin, um im Nationalen Klub 1919 für die Partei finanzkräftige Unterstützer aus rechtskonservativ-deutschnationalen Kreisen um Erich Ludendorff, Walter Stennes und Ernst Graf zu Reventlow (1869–1943) zu gewinnen.

Am 10. Juli luden die Deutschsozialisten Dickel und Streicher, Drexler, Eckhardt, Ehrensberger und andere ein, um erneut über die Fusion der Deutschsozialistischen Partei und der NSDAP zu reden. Hitler, der seit einem Tag wieder in München war, wurde von Eckhardt nach Augsburg herbeigerufen und verlangte den sofortigen Abbruch der Gespräche und erklärte den Anwesenden zudem, er wisse, wie man Vereinigungen solcher Art zu verhindern.
Als Drexler auf die hitlerischen Forderungen nicht besonders beeindruckt zeigte, sondern vielmehr Dickel demonstrativ in die NSDAP aufnahm, verließ der Propagandachef der Partei die Versammlung wutentbrannt. Nach dem überhasteten Abgang Hitlers beschlossen die Vertreter der NSDAP-Parteiführung, dessen Einfluss einzuschränken.[161]

Einen Tag später, am 11. Juli, trafen sich Hitler und der Parteiausschluss in der Münchner Parteigeschäftsstelle, wo Erster in erpresserischer Absicht in einer Verbalnote seinen Parteiaustritt erklärte: Der Ausschuss habe gegen seinen erklärten Willen im März und Juli Verhandlungen mit wesensverwandten Parteien aufgenommen; dadurch drohe der NSDAP, dass sie von der Massenpartei zum Debattierklub verkäme.[162][163]
Drei Tage später, am 14. Juli, wiederholte Hitler seinen Parteiaustritt in Form eines Austrittschreibens an den Parteivorstand. In diesem ultimativ abgefassten Schreiben legte er erneut seine Gründe zum Austritt sowie seine sechs Forderungen dar, bei deren Erfüllung er gewillt sei, der Partei wieder beizutreten.[164] In Hitlers Augen musste die NSDAP revolutionär und national sowie weiterhin die „schärfste Waffe der völkischen Bewegung“ gegen das Judentum sein. Daher solle die Partei alle Fusionspläne aufgeben.[165] Darüber hinaus gedachte Hitler, nun auch „Führer der NSDAP“, und damit Parteivorsitzender mit diktatorischen Vollmachten, zu werden. Die Partei als solche müsse streng am militärischen Führer- und Gefolgschaftsprinzip ausgerichtet werden. Für die Annahme seiner Forderungen gab er der bisherigen Parteiführung lediglich acht Tage Bedenkzeit.[166][167]

(…) lege ich hiermit die Punkte nieder, von deren strikten Erfüllung ich meinen Wiedereintritt in die Bewegung abhängig mache.

1. Sofortige Einberufung einer außerordenlichen Mitgliederversammlung binnen acht Tagen, gerechnet von heute ab, mit folgender Tagesordnung:
Der derzeitige Ausschuss der Partei legt seine Ämter nieder, bei Neuwahl desselben fordere ich den Posten des I. Vorsitzenden mit diktatorischer Machtbefugnis zur sofortiger Zusammenstellung eines Aktionsausschusses, der die rücksichtslose Reinigung der Partei von den in sie heute eingedrungenen Elementen durchzuführen hat (…)
2. Unverrückbare Festlegung des Grundsatzes, dass Sitz der Bewegung München ist und für immer bleibt (…)
3. Jede weitere Veränderung des Namens oder des Programms wird ein für allemal zunächst für die Dauer von sechs Jahren vermieden (…)
4. Jeder weitere Versuch eines so genannten Zusammenschlusses zwischen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und der sich unberechtigterweise Deutsche Nationalsozialistische Partei heißende Bewegung hat künftighin zu unterbleiben. Für die Partei kann es niemals einen Zusammenschluss mit denjenigen geben, die mit uns in Verbindung treten wollen, sondern nur deren Anschluss (…)
5. Verhandlungen dieser Art dürfen nur mit meiner persönlichen Einwilligung stattfinden, die Wahl der Teilnehmer solcher Verhandlungen auf unserer Seite bleibt ausschließlich mir vorbehalten.

6. Der Parteitag in Linz wird als zwecklos nicht besucht (…)

—   Adolf Hitler in seinem Schreiben vom 14. Juli 1921 an den NSDAP-Vorstand, zitiert aus: Paul Bruppacher: „Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP“, Teil I 1889–1937, S. 95–96.

Anton Drexler ließ sich seinerseits siebeneinhalb Tage Zeit, um auf das Ultimatum zu reagieren, da er sich weigere, seine Führungsrolle innerhalb der Partei auf den „Trommler der Partei“ zu übertragen. Doch kurz vor dem Ablauf des Ultimatums gelang es Dietrich Eckhardt, den Parteivorstand in einer Geheimsitzung davon zu überzeugen, dass die NSDAP ohne Hitler de facto wieder in die politische Bedeutungslosigkeit versinke. Daher kam man auf dieser Sitzung überein, dass man die hitlerischen Forderungen einschließlich des Parteivorsitzes schriftlich zusichern würde, widerriefe dieser seinen Austritt.[168]

Obgleich Drexler Hitler den Parteivorsitz in Aussicht gestellt hatte, sah sich Erster am 21. Juli 1921 genötigt, bei der Abt. IV der Münchner Polizei zu erscheinen: Hitler habe am Abend dieses Tages ganz offiziell die NSDAP-Mitglieder zu einem „Sprechabend“ eingeladen, der in der Parteizentrale, das heißt, im Sterneckerbräu, stattfinden solle. In seiner dortigen Rede wolle Hitler zudem versuchen, die Parteimitglieder in ihrem Kampf gegen das Judentum zu vereinen.[169] Darüber hinaus erklärte Drexler der Münchner Polizei, dass die Unterzeichner des Versammlungsaufrufs, und mit ihnen Hitler, gar nicht der Partei angehören würden und daher nicht berechtigt seien, die Mitglieder der NSDAP einzuberufen. Zudem würde Hitler für Gewalt und Revolution stehen, denn nur er, Drexler, hätte sich zum Ziel gesetzt, die Partei auf parlamentarisch-demokratischem Wege zur Macht zu führen. Doch die Polizeibehörde teilte Drexler mit, dass sie sich für nicht zuständig betrachten würde.[170]

Der innerparteiliche Streit zwischen Drexler, Esser und Hitler eskalierte: Infolge des hitlerischen Parteiaustritts hatte der Parteivorsitzende Drexler den Hitlerintimus Esser formal aus der Partei ausgeschlossen. Erst dem völkischen Verleger Eckhardt gelang es, zwischen Drexler und Hitler zu schlichten. Am 26. Juli, einen Tag nach der hitlerischen Veranstaltung, erfolgte formal die Aussöhnung zwischen beiden, in deren Folge Hitler wieder in die NSDAP eintrat, wo er nun die „Parteigenossennummer“ 3680 erhielt.[169][171]

Die NSDAP unter Hitler, endgültige Etablierung der NSDAP in der völkischen Szene

Am 29. Juli 1921 fand im Festsaal des Hofbräuhauses in München die von Hitler geforderte außerordentliche Mitgliederversammlung statt, die von Hermann Esser eröffnet und die von fünfhundertvierundfünfzig Parteigenossen besucht wurde. Auf Vorschlag Drexlers wurde Hitler mit fünfhundertdreiundfünfzig Ja-Stimmen zum neuen I. Vorsitzenden gewählt.[172] Der neu gewählte „Führer der NSDAP“ schloss zudem auf dieser Mitgliederversammlung Karl Harrer, der bereits im Januar 1920 seinen formalen Parteiaustritt erklärt hatte, aus der Partei aus und der bisherige Geschäftsführer Rudolf Schüssler wurde entlassen.[173] Der Parteigründer Drexler erhielt die Funktion des Ehrenvorsitzenden der NSDAP und war damit politisch ausgeschaltet worden.[173]

Der neue Vorsitzende des Parteivorstandes, der auch mit dem Vorstand des Nationalsozialistischen Deutschen Arbeitervereins identisch war, wechselte den gesamten Parteiausschuss aus, sodass dort nur noch seine Vertrauensleute saßen. Hitler selbst etablierte sich in beiden Gremien als diktatorischer Vorsitzender, damit befand sich die NSDAP in dessen Hand.[172] Hitlers Wunsch entsprechend wurde die Partei (und damit auch der Trägerverein) strikt nach dessen Person ausgerichtet. Hitlers Auffassung von Nationalsozialismus wurde nun verbindliche Parteidoktrin: Der „Führer“ bestimmte die Satzungen der Partei und Hitler betonte ausdrücklich, dass die Zeiten des „Debattierklubs“ NSDAP nunmehr vorbei seien. Innerhalb der Partei dürfe es keine Diskussionen, Abstimmungen und Beratungen sowie Widerspruch auf Führeranweisungen geben. Es müsse bedingungslos ausgeführt werden, was er als Führer der NSDAP anordnete.[173]

Nach dem Ende der außerordentlichen Mitgliederversammlung fand noch taggleich eine weitere Mitgliederversammlung im Cirkus Krone statt, auf der Hitler von Esser als „unser Führer“ gefeiert wurde; damit legte Esser den Grundstein des hitlerischen Führerkultes,[172] der später das Deutsche Reich zwischen 1933 und 1944/45 maßgeblich prägen sollte.
Nachdem Hitler nach seiner „Wahl“ zum Parteivorsitzenden den Parteiausschluss ausgetauscht hatte, gelangte in der Folge auch die sogenannte Hitlergruppe, der Kreis um Hitler, an die wichtigsten Machtpositionen: Waren die bisherigen Reden des Parteivorstandes von Redewendungen der marxistischen Arbeiterbewegung, und damit sozialrevolutionär, geprägt, wurde nun der barsche militärische Duktus der ehemaligen Frontsoldaten in der Partei vorherrschend. „Kampf um Volk und Rasse“, „Kampf gegen den Bolschewismus und gegen das internationale Judentum“, „Ausmerzen der politischen Feinde und ihrer Unterstützer“ sowie „Ausmerzen der schädlichen volks- und rassenfremden Elemente“ wurden Schlag- und Kampfparolen der NSDAP unter Hitler – die Partei begann, sich in Folge der hitlerischen Militarisierung zu radikalisieren. Die einfachen Parteimitglieder wurden offiziell als „Parteisoldaten des Führers“ definiert, die sie aktiv am Kampf um die Macht beteiligen mussten. Die NSDAP empfand sich nun als reine Bewegungspartei innerhalb der völkischen Bewegung.

Am 3. August 1921 wurde auf ausdrückliches Betreiben des neuen Vorsitzenden Hitler die Turn- und Sportabteilung der NSDAP, kurz S.A. gegründet. Das Kürzel stand ursprünglich für „Sport-Abteilung“, doch intern wurde es mit dem Aufgabenbereich der Abteilung, dem Schutz von Parteiversammlungen, besetzt, sodass S.A. eigentlich für „Schutz-Abteilung“ stand. Diese Turn- und Sportabteilung wurde überwiegend mit ehemaligen Freikorpsleuten besetzt.[174]
Mit der Leitung der Sportabteilung wurde der Führer der Marinebrigade Ehrhardt, Hauptmann Hermann Ehrhardt (1881–1971) beauftragt, der diesen Aufgabenbereich jedoch an den Marineleutnant Ulrich Klintzsch (1898–1959) weiterdeligierte. Klintzsch’ Primäraufgabe war die militärische Schulung und Ausbildung der Sportabteilung, derweil die organisatorische Führung an Emil Maurice fiel.[175] Im November gleichen Jahres sollte dann die Sportabteilung offiziell in Sturmabteilung umbenannt werden.[176][177]

Hitler wurde zwar vorgeworfen, dass er sich mit der SA eine bezahlte Schutzgarde geschaffen habe, die vor allem aus Freikorpsangehörigen gebildet wurde. Aber vielmehr sah dieser sie als Mittel zum Zweck: Zum einen war sie gedacht, Parteiveranstaltungen und die eigenen Redner zu schützen, zum anderen, politische Gegner zu terrorisieren und deren Veranstaltungen zu sprengen.[178] Der Führer der NSDAP sah in ihr ein reines Eroberungs- und Angriffsinstrument, das revolutionär war. Ihrem Gründungsaufruf entsprechend sei die SA „Sturmblock“ der Partei und die Mitglieder zum Gehorsam und zu einem revolutionären Willen zu erziehen. Mitglieder der in Juni 1921 aufgelösten Freikorps und Einwohnerwehren strömten nun verstärkt in die SA und prägten diese mit ihren Verbandsuniformen. Aufgrund der mehrheitlich aus Ex-Soldaten bestehenden SA herrschten in ihr militärische Sitten und Gebräuche und sie wurde wie leichte Infanterieregimenter aufgezogen.[179]

Am 10. September 1921 unterzeichnet Hitler sein erstes Rundschreiben, das die Beschlüsse der Mitgliederversammlung vom 29. Juli beinhaltete. Zwei Tage später trat die bayrische Staatsregierung unter Kahr zurück, womit auch die NSDAP ihren langjährigen Protektor, den Polizeipräsidenten von München, Ernst Pöhler, verlor.[180][181]

Am 14. September 1921 störten Hitler, Drexler, Esser und einige andere Nationalsozialisten eine Veranstaltung des Bayerbundes, die im Münchner Löwenbräukeller stattfand. Hermann Esser riss sich die Versammlungsleitung an sich und übergab das Rederecht an Hitler. Der Vorsitzende des Bundes, Otto Ballerstedt (1887–1934) protestierte darauf hin lauthals, worauf ihn Drexler und Hitler aufs Übelste beleidigten, dieser (vermutlich von Hitler) von der Bühne gestoßen, von den anwesenden Nationalsozialisten verprügelt und aus dem Saal geworfen wurde.[180]
Drei Tage später startete Hitler in München eine illegale Flugblattaktion, die zumeist antisemitischen Inhalts war. Zudem forderte er in seinem „Rundschreiben Nr. 5“, dass alle Ortsgruppen sich mit dem Inhalt seines „Mitteilungsblattes Nr. 1“ auseinanderzusetzen hatten, dass sich mit der politischen Situation der Partei nach dem Rücktritt der Regierung Kahr befasste. Zudem wurden diese auch angewiesen, „Sturmabteilungen“ aufzustellen sowie Fahnen und Armbänder und Parteiabzeichen zu beziehen. Auch wurde in diesem Rundschreiben der „Versammlungsbesuch“ verbindlich festgelegt.[180]

Am 25. Oktober 1921 wurde Hitler vom Münchner Polizeipräsidium über die Versammlung der NSDAP im Cirkus Krone befragt, wo es erneut zu Ausschreitungen mit politischen Gegnern gekommen war. Hitler wies alle Anschuldigungen von sich und wies seinerseits ausdrücklich darauf hin, dass er nicht für diese gewalttätigen Auseinandersetzungen verantwortlich gemacht werden könne, da er diese verboten hätte. Die Beteiligten habe er, so Hitler, bereits aus der Partei ausgeschlossen.[182]

Am 4. November 1921 hatte der von Hitler initiierte Saalschutz seine Bewährungsprobe, als die NSDAP im Hofbräuhaus eine Versammlung abhielt, und Hitler bemerkte, das nicht wenige der Anwesenden der SPD angehören mussten, viele Männer erschienen äußerlich robust. Zudem hatten sie den Frauen empfohlen, sich möglichst weit nach vorn zu begeben und den Bereich der Türen zu meiden. Hitler befahl, diese zu schließen und befahl seinem etwa fünfzigköpfigen Saalschutz, sie könnten ihm gegenüber nun ihre Treue beweisen, denn niemand von ihnen dürfe den Saal verlassen – es sei denn, nur als Leiche. Wenige Minuten später, als Hitler seine Rede begonnen hatte, begann auch die Saalschlacht zwischen den im Saal eingesperrten Linken und den Mitgliedern der Turn- und Sportabteilung, die den Saalschutz übernommen hatten. In kürzester Zeit hatten diese ihre Gegner brutal niedergerungen und -geprügelt und der Versammlungsraum sah aus, als wäre dort eine Granate explodiert. Nachdem die Störer entfernt worden waren, ging die Versammlung wie geplant weiter.[183][184]

Die Saalschlacht im Hofbräuhaus zog weitreichende Konsequenzen: Zum einen bestätigte es die hitlerische These, dass nur der Erfolg habe, der sich nicht scheue, Gewalt für die Erreichung seiner Ziele anzuwenden. Zum anderen hätte die Partei, und damit Hitler, einen medialen Erfolg, denn nun stiegen die Mitgliederzahlen rapide an. Andererseits wurden die bürgerlichen Mitglieder und Anhänger durch die Saalschlacht verängstigt und versuchten auf die Parteiführung daraufhin einzuwirken, dass sich solche Szenen nicht wiederholen sollten. Auch die Bayrische Staatsführung wollte ursprünglich Hitler in seine Schranken verweisen und wartete auf eine entsprechende Aktion der Nationalsozialisten. Dennoch billigte sie dem Führer der NSDAP einen Waffenschein zu.[185] Es wurde nun bei Sozialdemokraten und Kommunisten üblich, die Mitglieder der SA und die Parteimitglieder der NSDAP als „Nazis“ zu titulieren, was als Abkürzung für „Nationalsozialist“ galt.[186]

Hitler ist ohne Familienangehörige. Er ist vollkommen alleinstehend und wohnt zur Aftermiete. Vermögen besitzt er nicht. Seit Oktober 1921 ist er Mitarbeiter des Hohen Eichenverlages von Dietmar Eckhardt mit einem Monatsgehalt von 1.500 Mark. Von der Partei bezieht er keine Einnahmen. Was die Führung Hitlers anbelangt, so ist Nachteiliges gegen ihn nicht bekannt. Er ist ein überzeugter, ehrlicher Politiker, der aus seiner Gesinnung keinen Hehl macht. Seine bisherigen Reden in öffentlichen Versammlungen waren stets im vaterländischen Sinn gehalten. —   Stellungsnahme der Fahndungsabteilung IVA der Polizeidirektion München vom 6. Februar 1922, zitiert nach: Paul Bruppacher: „Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP“, Teil I: 1889–1937, S. 107.

Unter ihrem neuen Parteichef wurde die NSDAP, die sich als Bewegungspartei auch nationalsozialistische Bewegung bezeichnete, aus einer ursprünglich „nationale[n] und soziale[n] Partei“, die zunächst auf den völkisch-national denkenden deutschen Arbeiter ausgerichtet war („völkische Linke“) auf den unter Hitler fixierten Parteiflügel ausgerichtet, der sich vor allem aus ehemaligen Frontsoldaten und Freikorpsmännern zusammensetzte. Im Zuge des nun dort herrschenden Frontsozialismus sah sich die NSDAP nun als eine nationale, deutsche Partei, die für sich keine gesellschaftliche Exklusivität beanspruchte und so in Gegensatz zu den anderen, sich national gebenden, Parteien trat. Vielmehr gab sie vor, frei von jeglichen Standesvorstellungen zu sein, nach denen die patriotische Gesinnung ein Vorrecht von Honoratioren sei; zugleich wurde den damaligen Standesvorstellungen unterstellt, dass in ihnen nur Leute mit Besitzstand und Bildung ein Vaterland hätten, derweil der deutsche Arbeiter im Zeichen der ihn vertretenden marxistischen Arbeiterbewegung per se kein Vaterland hätte. Hitler verfügte daher in seinem ersten Rundschreiben als Parteichef, das vom 17. September 1921 datierte, dass alle Parteimitglieder in den einzelnen Ortsgruppen verpflichtet seien, aus Gründen der Propaganda das Parteiabzeichen der NSDAP („Parteikokarde“) überall und jederzeit zu tragen. Juden, die sich an diesem störten, seien „rücksichtslos anzufassen“, so das hitlerische Rundschreiben weiter.[176][187] Hitler gelang es zudem, das Bürgertum, das Massenbewegungen wie die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) als Elemente sozialer Bedrohungen kennengelernt hatte, für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei zu gewinnen und diese als aggressiv-bürgerliche Vorhut gegen den gesellschaftsgefährdenden Marxismus zu etablieren.[176]

Frühe Mitgliederlisten der Hitlerbewegung sind bezüglich ihrer Zusammensetzung sehr aufschlussreich, denn sie verzeichneten etwa dreißig Prozent Beamte und Angestellte, fast nahezu gleichviel Handwerker und Arbeiter, rund sechzehn Prozent Kaufleute und/oder Inhaber kleinerer und mittlerer Betriebe, indes der Rest von etwa vierundzwanzig Prozent, also etwa ein Viertel aller Mitglieder, von Soldaten, Studenten und Freiberuflern gebildet wurde.
Historiker vermuten allgemein, dass sich vor allem Kaufleute und die Inhaber der kleineren und mittleren Betriebe sich der NSDAP nur deshalb angeschlossen hätten, um den gewerkschaftlichen Druck zu umgehen. Zudem ist eine hitlerische Anweisung aus dem Jahr 1922 bekannt, der der NSDAP auferlegte, dass ihre Ortsgruppen ein soziologisches Bild ihres Einzuggebiets darstellen sollten, in dem der Anteil der Akademiker nicht mehr als ein Drittel ausmachen dürfte.[188] Darüber hinaus wurde angeordnet, dass die Partei alle acht Tage eine Massenveranstaltung durchzuführen hätte.[189]

„Es ist grundsätzlich dafür Sorge zu tragen, daß in jeder Ortsgruppe die Partei den Charakter einer wahrhaftigen Volkspartei erhält. [… ] Mindestens zwei Drittel Handarbeiter, höchstens ein Drittel Akademiker bzw sonstige geistige Berufe. Standesvorurteile, Standesdünkel oder Klassenbewußtsein haben in unseren Reihen keinen Platz.“[190]

Am 28. Dezember 1921[191] trat Hitler in Wien als Gastredner und alleiniger Führer der reichsdeutschen NSDAP bei einer Veranstaltung des Nationalsozialistischen Vereins für Deutsch-Österreich, dem Trägerverein der österreichischen Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei, auf, dem sich im Februar 1922 ein weiterer anschloss, in dessen Folge für die österreichische DNSAP ein Saalschutz nach Vorbild der reichsdeutschen SA gebildet wurde. Erstmals nahmen sudetendeutsche Nationalsozialisten dort unter ihrem Führer Rudolf Jung an Straßenschlachten mit kommunistischen Gegendemonstranten teil, womit die blutige und brutale Auseinandersetzung, die die NSDAP im Deutschen Reich auszeichnete, auch Einzug in Österreich hielt. Zuvor hatte der Obmann der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Österreich, Walter Riehl, Hitler als „unseren reichsdeutschen Führer“ tituliert und sich diesem formaljuristisch untergeordnet.[192] Auf dieser Vereinsversammlung kristallisierte es sich allerdings deutlich heraus, dass innerhalb des deutschsprachigen Nationalsozialismus zwei gegensätzliche Flügel bestanden: Indes der österreichische Flügel unter Riehl sich in den völkisch linken Idealen und im demokratischen Parlamentarismus verortet sah, verstand sich die NSDAP (und mit ihr die sudetendeutsche DNSAP) als Vertreterin des sozialrevolutionär-außerparlamentarischen Aktivismus, der sich zudem immer mehr radikalisierte.[192]

Am 12. Januar 1922 hatte das brutale Vorgehen der Nationalsozialisten vom 14. September 1921 ein juristisches Nachspiel: Aufgrund der Störung der Versammlung des Bayerbundes wurden führende Mitglieder der NSDAP wie Hermann Esser, Oskar Körner und Adolf Hitler vor dem Schöffengericht des Volksgerichtes München des Landfriedensbruches für schuldig gesprochen und zu drei Monaten Gefängnis verurteil.[193] Zudem diskutierte die bayrische Staatsregierung am 17. Februar 1922 über die Möglichkeit, Hitler als „unerwünschten Ausländer“ auszuweisen.

Bereits am 29. Januar fällte das Schöffengericht sein Urteil: Hitler wurde wegen Landfriedensbruches und übler Nachrede zu einhundert Tagen Haft und zur Zahlung von eintausend Mark verurteilt, nachdem er zusammen mit Anton Drexler den Führer des Bayernbundes, Otto Ballerstedt, beleidigt hatte. Taggleich hielt der NSDAV, der Trägerverein der NSDAP, im Festsaal des Hofbräuhauses seine ordentliche Generalmitgliederversammlung ab. Sie stellt das erste Zusammentreffen dar, an dem auch auswärtige Parteimitglieder, die außerhalb Bayerns lebten, teilnahmen. Ebenfalls waren Abgesandte der österreichischen und der tschechoslowakischen DNSAP anwesend. Dort wurde die hitlerische Vereinssatzung modifiziert und Hitlers diktatorischer Zentralismus bestätigt und weiter ausgebaut. Hitler begründete die Notwendigkeit des Zentralismus und die NSDAP hatte zu diesem Zeitpunkt sechstausend Mitglieder.[193][192]

Nach dem Hitler und die anderen Nationalsozialisten gegen das Urteil vom 12. Januar Einspruch erhoben hatte, bestätigte das Volksgericht München I die Urteile und verhängte zudem gegen diese eine vierjährige Bewährungsfrist, die bis zum 1. März 1926 dauern sollte.[194] Hitler trat am 24. Juni 1922 seine Haftstrafe im Gefängnis Stadelheim an, doch bereits am 27. Juli wurde er wieder entlassen, da die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde.[195] Allerdings wurde die Bewährungsdauer bis zum 1. März 1926 angesetzt.

Am 25. Februar 1922 verfügte Hitler in seinem Rundschreiben Nr. 22 die Gründung einer Jugendabteilung der NSDAP an, die organisatorisch der SA unterstellt sein würde.[194]

Allgemein gilt das Jahr 1922 als das Jahr, in dem sich der hitlerische Judenhass offenbarte: Um in den anderen völkischen Vereinen und Organisationen Mitglieder für seine NSDAP zu gewinnen, begann Hitler die These zu vertreten, dass in ganz Europa der „Kampf gegen das internationale Judentum“ begonnen hätte. Dieses kontrolliere nicht nur die Finanzwelt und die Arbeiterbewegung, sondern sei auch Urheber der Sozialdemokratie und des Kommunismus. Insgesamt sei der Jude, so Hitler weiter, Ausbeuter und Räuber, der bestrebt sei, die Nation militärisch und das Volk geistig wehrlos zu machen.[196]
Major Josef Hell gegenüber äußerte sich Hitler auf dessen Frage, was er mit den Juden zu tun gedenke, wenn er an die Macht gelänge, dass er die Juden aufknüpfen und so lange hängen lassen würde, bis sie stänken.[197]

Der Führer der NSDAP geriet noch 1922 in den Fokus der einstigen [[Triple Entente]: Die US-amerikanische Botschaft in Berlin entsandte eigens einen Militärbeobachter nach München, der „die Stärke der nationalsozialistischen Bewegung“ abschätzen. Ferner sollte dieser Abgesandte Berichte über die NSDAP auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. Vor allem ging es den US-Amerikanern um die Frage, ob sich Bayern vom Reich abspalten oder ob ein erneuter kommunistischer Aufstand drohen könnte.[198]
Hitler traf sich mit dem US-amerikanischen Abgesandten und erläuterte diesem die Ziele der NSDAP, bis dieser auf den Antisemitismus innerhalb der Partei ansprach: Hitler führte ihm gegenüber aus, dass er lediglich nur den Entzug der deutschen Staatsangehörigkeit für Juden und deren Verdrängung aus Politik, Kunst und Wirtschaft fordern würde.[199]
Doch schien es, dass 1922 Hitlers politische Karriere behördlich beendet werden könnte: Der bayrische Innenminister Franz Xaver Schweyer (1868–1935) erwog ihn aufgrund „Bandenunwesens auf Münchner Straßen“, Schlägereien und Belästigung sowie revolutionärer Aufwieglung der Bürger als unerwünschten Ausländer nach Österreich abzuschieben.[200]

Bis 1922 hatte sich Hitler mit Personen umgeben, die aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten stammten und die intellektuell und beruflich ein weitgefächertes soziologisches Umfeld abdeckten. Dieser Personenkreis um Hitler war mehr oder weniger völkisch-nationalistisch und teilten dessen Bestreben, den Marxismus als politische Ideologie zu entmachten.[201]
Unter ihnen waren auch der frühere Kampfpilot und hochdekorierte Weltkriegsheld Hermann Göring (1893–1946) und Rudolf Heß (1894–1987). Charakterlich waren beide Männer unterschiedlicher Natur, doch beide waren fanatisch davon überzeugt, dass Hitler jener Mann sein würde, der das Reich wieder groß machen würde.[201]

Göring beispielsweise war nach dem I. Weltkrieg bestrebt, Anschluss bei diversen deutschvölkischen Vereinigungen zu finden, die ihm aber letztendlich als „zu bürgerlich“ erschienen. Bei einer Veranstaltung ehemaliger Offiziere kam es zwischen diesen und Göring zur handgreiflichen Auseinandersetzung und Göring schlug einen der Anwesenden. Im Herbst 1922 nahm er an einer NSDAP-Veranstaltung teil, wo Hitler als Hauptredner agierte und war sofort von diesem fasziniert. Auch fand Göring Gefallen am revolutionären Charakter der NSDAP, und nur kurze Zeit später füllte Göring in der Münchner Parteizentrale seinen Aufnahme- und Verpflichtungsschein aus, mit dem er um die Parteiaufnahme bat.
Der ehemalige Offizier kam dem Führer der NSDAP recht gelegen, denn dieser gedachte die Sturmabteilung nun als völkischen Wehrverband aufzuziehen und nach militärischen Gesichtspunkten zu organisieren. Andererseits entsprach Göring nicht den Aufnahmebedingungen der Partei, zudem besaß dieser zahlreiche jüdische Freunde. Dennoch wurde diesem der Oberbefehl über die SA übertragen.[202]

Heß seinerseits war auf der Suche nach einer starken Führerpersönlichkeit, an die er sich orientieren konnte und der ein Diktator sein musste. Den um erfolgreich zu sein, müsse man gewillt sein, Blut zu vergießen, so Heß’ krude Gedankenwelt. Im Gegensatz zum vorgenannten Göring, der vor allem ein Selbstdarsteller war, galt Heß wiederum als bescheiden, zurückhaltend und nicht besonders aggressiv. Kurzum: Heß war kein draufgängerischer Schlägertyp, doch durch seine jahrelange Beschäftigung mit Büchern, galt er als belesen und wortgewandt. Aber wenn es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner kam, fehlte Heß nie.[203]

Julius Streicher, ein Nürnberger Volksschullehrer, war ebenfalls ein früher Anhänger Hitlers. Der überzeugte Deutschsozialist war bereits 1921 gewillt, mit der NSDAP zusammen zu arbeiten, was jedoch an der hitlerischen Ablehnung scheiterte. Streicher, ein fanatischer Antisemit, war berüchtigt für seine gewalttätige Sprache und verbalen Ausfällen gegenüber Juden, Zigeunern und Homosexuellen, die er als „artfremd“ und „entartet“ betrachtete und verachtete. Auch er lernte Hitler 1922 kennen, als er noch Führer der DSP in Nürnberg und Umgebung, und damit ein Konkurrent Hitlers, war. Denn Streicher nahm auch für sich in Anspruch, Führer der Deutschsozialisten zu sein.[204] Doch er unterwarf sich rasch den hitlerischen Führungsansprüchen. Am 8. Oktober 1922 verfasste Streicher ein Schreiben an die Münchner Parteiführung der NSDAP, mit dem er anbot, seine Ortsgruppe und den Regionalverband Franken der bisherigen DSP in eine Ortsgruppe der NSDAP umzuwandeln. Die freiwillige Unterstellung Streichers bedeutete zudem das politische Ende der Deutschsozialistischen Partei als solche.[205] Auch der norddeutsche Flügel würde sich nun der NSDAP anschließen.

Wie bereits erwähnt, gelang es Hitler, frühzeitig alle sozialen Schichten anzusprechen: den Intellektuellen wie den Straßenkämpfer, den Fanatiker wie den Idealisten, den Rowdy wie den Abenteurer sowie grundsatztreue Männer und Frauen wie auch prinzipienlose Opportunisten als auch Arbeiter und Adlige. Sie alle versammelten sich unter der Hakenkreuzfahne und waren von der hitlerischen Anziehungskraft fasziniert.[206]

In einem zeitgenössischen Polizeibericht aus dem Dezember 1922 heißt es über die NSDAP:

„Neben den Angehörigen des Mittelstandes und des Bürgertums sind auch sehr viele Arbeiter dem nationalsozialistischen Banner gefolgt. […] [D]ie alten sozialistischen Parteien erblickten (in der NSDAP) eine schwere Gefahr für ihren weiteren Bestand.“[207]

Zu Hitlers Enttäuschung galt der Weltkriegsgeneral Erich Ludendorff und nicht er als uneingeschränkter und legitimer Führer innerhalb der Völkischen.[208] Aber Hitlers Rolle in dieser wuchs spätestens ab Frühjahr 1922, als die NSDAP explosionsartig anwuchs: Durch den gruppenweisen Übertritt von Deutschsozialisten und Radikalnationalisten besaß die Partei bis Sommer 1922 bereits etwas fünfzig Ortsgruppen. Die Münchner Ortsgruppe musste zeitweise wegen der Masseneintritte ein Eintrittsverbot aussprechen; bis November 1923 waren die Mitgliederzahlen von sechstausend auf über fünfundfünfzigtausend gestiegen. Dieser Anstieg war nicht nur in der hitlerischen Anweisung, dass jedes Parteimitglied alle drei Monate mindestens drei neue Mitglieder sowie einen neuen Abonnenten des Völkischen Beobachters werben musste, begründet, sondern fußte allein auf die rhetorischen Fähigkeiten des Parteivorsitzenden Hitlers.[209]

Die NSDAP war innerhalb eines Jahres zum stärksten Machtfaktor innerhalb des süddeutschen Reichsnationalismus geworden. Aber auch im Norden schlossen sich ab März 1922 (Übertritt der DSP-Ortsgruppe Berlin) immer mehr Deutschsozialen der Hitlerpartei an. Infolge der Ermordung des Reichsaußenministers Walther Rathenau (1867–1922) durch deutschvölkische Terroristen wurden zahlreiche Ortsgruppen der NSDAP in Preußen, Baden und Thüringen verboten. Allein im Stammland Bayern blieb sie aggressivste und radikalste Partei, die als antikommunistische Vorhut angesehen wurde. Von daher wurde die NSDAP auch am 14. und 15. Oktober 1922 zum Deutschen Tag in Coburg eingeladen.[210] Am 20. Oktober 1922 gründete Streicher in Nürnberg im Beiseins Hitlers den „Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterverein, Ortsgruppe Nürnberg e. V.“, dessen I. Vorsitzender er wurde.[205]

Vom 1. bis 2. September 1923 fand in Nürnberg ein Deutscher Tag der Deutschvölkischen statt, auf dem sich die Nationalsozialisten mit anderen völkischen Organisationen zu einer Sammelbewegung, die sich Deutscher Kampfbund nannte, vereinigen, deren Hauptträger der Bund Reichsflagge, die Sturmabteilung und der Bund Oberland sowie andere Splittergruppen der vaterländischen Verbände waren. Ehrengäste waren der letzte Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha und dessen Gattin, die fanatisch völkisch-nationalistisch waren.[211]
Am letzten Veranstaltungstag fand zwischen Mitgliedern des sozialdemokratischen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und den Völkischen eine blutige Straßenschlacht statt, in der sich vor allem die hitlerische SA, inzwischen auf eintausendfünfhundert Mann angewachsen und mit rund der Hälfte ihrer Mitglieder in Coburg vertreten, besonders hervorhob: Mit äußerster Brutalität triebt die SA-Männer die Gegendemonstration auseinander, sodass das ein Jahrzehnt später verliehene Ehrenabzeichen der NSDAP mit der Inschrift „Mit Hitler in Coburg 1922–1932“ äußerst begehrt war[212] – es bezeugte, dass der Träger ein besonders fanatischer Anhänger Hitlers und damit ein überzeugter Nationalsozialist der ersten Stunde war[213]. Die Nationalsozialisten waren davon überzeugt, dass sie mit Hitler einen Parteiführer hatten, der es Benito Mussolini (1883–1945) gleichtun und im Deutschen Reich die Machtübernahme durch die NSDAP erreichen konnte.[212]

Hitlerputsch, Verbot der Partei

Seit seiner Wiener Zeit hatte sich Hitlers Charakter nicht wesentlich verändert: Tristan und Mehlspeisen, Neoklassizismus, Judenhass sowie die Liebe auf Spitzweg und Sahnetorten[214] prägten ihn bis zu seinem Tod. Auch von seiner in Österreich erworbenen Weltanschauung trennte sich Hitler zeitlebens nicht. Zwar variierten seine diesbezüglichen Formulierungen, doch den eigentlichen Zielen blieb er stets treu.

Bereits 1921 hatte Hitler begonnen, mit der Brigade Ehrhardt zusammenzuarbeiten, die unter dem Kommando des deutsch- und rechtsnationalen Korvettenkapitän Hermann Ehrhardt (1881–1971) stand. Dieser wurde die Aufgabe zugeteilt, die Sturmabteilung der NSDAP im Sinne eines Wehrverbandes militärisch auszubilden. Doch bereits im Januar 1923 zerbrach dieses Zweckbündnis aufgrund der am 11. Januar erfolgten französisch-belgischen Ruhrbesetzung:
Noch am Tag des französisch-belgischen Einmarsches rief die deutsche Reichsregierung die Wohnbevölkerung zum passiven Widerstand auf und wies kurz darauf alle Reichsbeamten an, den Anordnungen der Besatzungsbehörden keine Folge zu leisten.[215] Die verbotenen Freikorps nutzen die Ruhrbesetzung, aus der Illegalität zurückzumelden und als „Schwarze Reichswehr“ den von der Reichsregierung ausgerufenen passiven Widerstand durch provozierende Einsätze zu verschärfen. Zugleich sah sich der extreme Linke berechtigt, ihre verlorenen Positionen in Mitteldeutschland und Sachsen zurückzuerobern, derweil die politische Rechte in Bayern sich bewaffneten Linken gegenüberstand; der politische links-rechts-Gegensatz drohte, Bayern in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Ehrhardt forderte Hitler auf, dass dieser zusammen mit der SA ihm beim bevorstehenden „Ruhrkampf“ beiseite stehen sollte, was dieser kategorisch ausschloss. Hitler scherte also widererwarten aus dem völkisch-nationalen Block aus und drohte, jeden aus der Partei auszuschließen, der sich aktiv am bewaffneten Widerstand teilnahm.[216] Vielmehr gedachte Hitler, aus dieser Besetzung politisches Kapital zu schlagen, als er für den 27. Januar in München zu Demonstrationen und zu einer Massenkundgebung der NSDAP aufrief. Er rief einen Parteitag ein, der eine einschüchternde Demonstration hitlerischen Macht innerhalb der völkischen Szene darstellen sollte.[217]

In den nächsten Tagen führte Hitler einige Gespräche mit den in Bayern Verantwortlichen, um einen geordneten Ablauf des Parteitages garantieren zu können. So traf er am 25. Februar 1923 mit Generalleutnant Otto Freiherr von Lossow (1868–1938) zusammen, dem die bayrische Reichswehr unterstand. In diesem persönlichen Gespräch garantierte Hitler dem Reichswehrgeneral einen ruhigen Ablauf des Parteitages. Ihm zu Hilfe kam die Einstellung einiger Offiziere der bayrischen Reichswehr, die sich ebenfalls um eine Aufhebung des Ausnahmezustandes einsetzten. Letztendlich gelingt es Hitler, der bayrischen Staatsregierung ihr Einverständnis zur Abhaltung des NSDAP-Parteitages abzuringen. Am 26. Februar traf sich Hitler als Führer der NSDAP mit dem Münchner Polizeipräsidenten Karl Mantel (1869–1929) und verbürgte sich bei diesem mit seiner Person und Ehre, dass der I. Parteitag der NSDAP vollständig ruhig und einwandfrei ablaufen werde.[218]

Am 27. Januar 1923 führte Hitler erneut mit Mantel Gespräche, um zu erreichen, dass der von diesem verhängten Ausnahmezustand in München und Umgebung zurückgenommen würde. Hitler sah dadurch den bevorstehenden I. Parteitag der NSDAP gefährdet. Denn die Münchner Polizei hatte von den zwölf Massenveranstaltungen der Partei nur die Hälfte genehmigt.[219] Die Münchner Polizeibehörden wiesen Hitler darauf hin, dass die Demonstrationen und die Massenkundgebung verboten seien, doch dieser erwiderte, dann sollte doch die Polizei auf die Menge schießen, um diese aufzulösen. Nach der erfolgreichen Massenveranstaltung, die wie geplant noch am 27. Januar stattfand, ließ Hitler nur einen Tag, am 28. Februar, später rund sechstausend SA-Männer demonstrativ aufmarschieren und nahm selbst auf dem Münchner Marsfeld deren Parade ab.[220] Auf dem Marsfeld nahm Hitler die „Weihe“ der ersten vier SA-Standarten vor und etwa sechstausend Angehörige der „Wehrverbände“, insbesondere der SA, leisteten den Treueeid auf Hitler. Auch wurde dem „Jungsturm Adolf Hitler“, dem Kern der späteren Hitlerjugend, der Verbandswimpel verliehen.[219] Darüber hinaus fanden in zwölf weiteren Sälen der Stadt weitere Massenveranstaltungen der NSDAP statt und erstmals kamen auch Gerüchte über mögliche Putschversuche deutschvölkischer Kreise auf.[217]

Am 29. Januar 1923 wurde Hitler auf der Generalversammlung der Partei, die im Zirkusgebäude auf dem Marsfeld stattfand, erneut einstimmig zum I. Vorsitzenden gewählt, dem das Recht zugestanden wurde, sich seine Mitarbeiter selbst aussuchen zu können.[219]

Auch Hitler vertrat offen die Ansicht, dass die Berliner Reichsregierung gestürzt werden müsse. Nicht Frankreich sei der eigentliche Feind, sondern die Novemberverbrecher, die Feinde des Inneren. Den Marxisten warf Hitler vor, dass sie mit ihrem Internationalismus Frankreich unterstützen würden; denn „[w]as wäre Frankreich, wenn es in Deutschland keine Internationalen, sondern nur Nationalsozialisten gäbe? Und wenn wir nichts hätten als zu nächst unsere Fäuste! Wenn aber sechzig Millionen Menschen nur den einen Willen hätten, fanatisch national eingestellt zu sein – aus der Faust würden die Waffen hervorquellen.“[221]

Von Februar bis November 1923 traten rund fünfunddreißigtausend Menschen in die Partei ein und die SA war gleichzeitig auf fünfzehntausend Mann angewachsen. Das Parteivermögen umfasste inzwischen einhundertdreiundsiebzigtausend Goldmark.[222] Doch aufgrund der hitlerischen Weigerung, die Völkischen bei ihrem Kampf gegen die Ruhrbesetzung zu unterstützen, stand die NSDAP lange Zeit in den Verdacht, dass sie ihre ausdehnende Organisationsstruktur, ihre Propaganda und Ausrüstung wie Uniformen, Fahnen und Standarten nur mithilfe Frankreichs finanzieren könne. Denn auch der von Hitler betriebene Aufwand, regelmäßig Massenveranstaltungen durchzuführen, stand in deutlichem Missverhältnis zur Zahl der Parteimitglieder, sodass die Frage der Finanzierung nie eindeutig geklärt werden konnte.[223] Die finanzielle Basis der Partei stellten zweifelsfrei die Mitgliedsbeiträge sowie kleinere Spenden und die Eintrittsgelder der Veranstaltungen dar. Einige mittelständische Betriebe ruinierten sich fast gänzlich bei dem Versuch, Hitlers Partei finanziell zu unterstützen. Einer von diesen Spendern war Oskar Körner, der am 9. November 1923 beim Hitlerputsch umkommen sollte.[224]

Hitler und seine NSDAP bildete ab Februar 1923 auf Betreiben Ernst Röhms mit anderen rechtsnationalen und völkischen Organisationen wie der Reichsflagge, dem Bund Oberland, dem Vaterländischen Verein München sowie dem Kampfverband Niederbayern die Arbeitsgemeinschaft der Vaterländischen Verbände. Diese Arbeitsgemeinschaft bildete eine Konkurrenz zu anderen Dachverbänden der Völkischen wie den Vereinigten Vaterländischen Verbänden Bayerns.[225]
Hitler erklärte am 4. Februar, dass die Reichsregierung nur so lange mit der Unterstützung der Vaterländischen Verbänden rechnen könne, so lange sie „nationale Politik“ betrieb. Taggleich veranlasste Röhm, dass die SA sich mit anderen Verbänden Bayerns zur „Arbeitsgemeinschaft der vaterländischen Kampfverbände“ zusammenschloss. Nur einen Tag später, am 5. Februar, hob das Münchner Polizeipräsidium den von ihm verhängten Ausnahmezustand wieder auf, da der NSDAP-Parteitag störungsfrei ablief und mit Wilhelm Frick (1877–1946) erfolgte die Einsetzung eines Nationalsozialisten in die leitende Führung der Politischen Polizei Bayerns,[226] der von nun an „die schützende Hand“ über die Hitlerbewegung hielt.

Am 1. März 1923 übernahm Hermann Göring offiziell die Befehlsgewalt über die Sturmabteilung der NSDAP und nur vier Tage später, am 5. März, stellte Hitler innerhalb der SA die sogenannte Stabswache auf, die unter dem Kommando Josef Berchtolds und Julius Schrecks (1898–1936) standen. Hitlerintimus Emil Maurice indes titulierte sich als „Adjutant des Sturmtrupp Hitlers“, wie die Stabswache schnell genannt wurde. Bei seiner Gründung wies der Sturmtrupp bzw. die Stabswache etwa zwanzig Mann auf, die formal dem Oberbefehl der SA unterstanden, de facto aber ihre Befehle einzig und allein von Hitler erhielt, dem sie Treue und bedingungslosen Gehorsam bis in den Tod geschworen hatten. Daher gilt dieser Verband als Vorläufer der späteren Schutzstaffel.[227]

Am 11. März 1923 traf der Führer der NSDAP mit dem Chef der Heeresleitung, Generaloberst Hans von Seeckt (1866–1936), im bayrischen Kriegsministerium zusammen, wo dieser dem deutschnationalen Offizier seine politischen Ziele und Weltanschauung offenlegte. Nachdem Hitler geendet hatte, erklärte von Seeckt, dass sich beide (aufgrund der hitlerischen Radikalität) nichts mehr zu sagen hätten.[228][229]

Am 13. März 1923 war die Bildung der Vaterländischen Kampfverbände abgeschlossen, die sich in Reichsflagge, Vereinigte Vaterländische Verbände Deutschlands, Bund Oberland, Kampfbund Niederbayern und Sturmabteilung gliederten. Die militärische Führung in Bayern übernahm Oberstleutnant a. D. Hermann Kriebel (1876–1941).[230]

Am 20. April 1923 wurde erstmals der hitlerische Geburtstag im Cirkus Krone parteipropagandistisch und medial öffentlich gefeiert: Hitler ließ sich dort mit Militärmusik und SA-Aufmärschen feiern und hetzte gegen die jüdische Minderheit in Deutschland: „(…) Juden können wir nur dulden, wenn sie uns als Gäste nicht schaden würden. Sie schaden aber, und deshalb können wir sie nicht dulden (…)“[231]

Ende April 1923 fassten die vaterländischen Kampfverbände den Entschluss, gemeinschaftlich gegen die marxistischen Umzüge vorzugehen und deren Versammlungen zum Tag der Arbeit zu stören sowie zu zerschlagen. Als Folge der gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Anhängern der SPD, KPD und NSDAP, die sich am 26. April 1923 ereigneten, stellte ihr Sprecher, Adolf Hitler, der bayrischen Staatsregierung ein Ultimatum, dessen Ziel es war, die alljährlichen Umzüge zum Tag der Arbeit zu verbieten, da ein „Linksputsch“ zu befürchten sei. Diese kam dem Ultimatum jedoch nur teilweise nach: Einerseits verbot sie mit dem großen Maiumzug der marxistischen Arbeiterbewegung die Massenveranstaltung auf der Theresienwiese, erlaubte aber der Arbeiterbewegung jedoch die kleineren Straßenumzüge. Hitler beschloss wie im Januar, alles auf eine politische Karte zu setzen, wurde aber von seinen Verbündeten ausgebremst.[232][233]

Am 1. Mai 1923, kurz vor dem Morgengrauen, sammelten sich die Deutschvölkischen auf dem Oberwiesenfeld sowie beim Maximilianmuseum, um gemeinschaftlich gegen den von ihnen befürchteten „sozialistischen Putsch“ vorzugehen. Kurze Zeit später traf auch der Führer der NSDAP, Hitler, im Museum ein, das er hochdramatisch, mit Stahlhelm und EK I ausgestattet, betrat. In seinem Gefolge hatte dieser, neben Hermann Göring und Julius Streicher, Rudolf Hess, Gregor Strasser und den militärischen Führer der Münchner SA, den ehemaligen Freikorpsführer Gerhard Roßbach (1893–1967).[234]
Auf der Theresienwiese veranstalteten währenddessen die Gewerkschaften und die mit ihnen assoziierten Linksparteien den Tag der Arbeit, jedoch nicht auf das traditionell marxistisch-sozialrevolutionäre Vokabular zu verzichten. Die Polizei hatte, aufgrund des hitlerischen Gerüchtes, die „Linken“ würden einen Putsch vorbereiten, die Festwiese großräumig abgeriegelt, sodass es den Deutschvölkischen unmöglich war, den Tag der Arbeit, wie von ihnen geplant, zu sprengen. Das Scheitern dieses völkisch-nationalsozialistischen Aufgebots galt später als eine der ersten politischen Niederlagen Hitlers, dem es zumindest gelungen war, die geplante Entwaffnung der Vaterländischen Verbände durch die Polizei zu verhindern.[235]

Aufgrund der verbalen und körperlichen Auseinandersetzung mit der Polizei wurde Hitler durch die Staatsanwaltschaft München beim Landgericht München I Anklage erhoben und er musste nun mit einer zweimonatigen Haftstrafe rechnen.
In einem geschickten Gegenzug kam der Führer der NSDAP seiner Verurteilung zuvor, als er dem ermittelnden Staatsanwalt schriftlich darauf hinwies, dass er bei einer Ansetzung einer öffentlichen Gerichtsverhandlung seine Verteidigung persönlich übernehmen und den Inhalt des an den Staatsanwalt übergebenen Schriftstücks auch an die Presse weiterleiten würde. Hitler pokerte bewusst auf die Tatsache, dass der deutschnationale Reichsjustizminister Franz Gürtner (1881–1941) in einem ähnlich gelagerten Fall die Staatsanwaltschaft anwies, die Ermittlungen gegen Nationalsozialisten einzustellen. Am 1. August 1923 erklärte die Staatsanwaltschaft München, dass sie die Ermittlungen gegen Hitler einstweilen einstellen würde und sie erklärte am 22. Mai 1924 das Ermittlungsverfahren für abgeschlossen.[236]

Am 2. September 1923 fand ein Deutscher Tag in Nürnberg statt, die vonseiten der Zuschauer durch Lauthalse Heilrufe begleitet wurden. Die Nationalsozialisten stellten nun eine der größten Teilnehmergruppen dar.[237] Als uneingeschränkter Führer des Kampfbundes schien Hitler nun alle Skeptiker überzeugt zu haben. Denn dieser wies für seine fünfzehntausend SA-Männer die Alarmbereitschaft an und forderte alle Mitglieder der NSDAP auf, bei deren Mehrfachmitgliedschaft in anderen nationalen Verbänden, aus diesen auszutreten.[238]

Im Oktober 1923 lag die politische Macht Bayerns in den Händen dreier Männer, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: Generalstaatskommissar Gustav Ritter von Kahr, General Otto von Lossow (1868–1938) und Oberst Hans Ritter von Seißer (1874–1973, Chef der Bayrischen Landespolizei). Über ihnen stand offiziell der Bayrische Ministerpräsident Eugen Ritter von Knilling (1865–1927), der der Bayrischen Volkspartei angehörte. Von Kahr, von Lossow und von Seißer bildeten ein Triumvirat, das einem Militärregime mit diktatorischen Zügen ähnelte. Zudem besaß von Seißer durchaus Sympathie für die nationalsozialistische Bewegung Hitlers. Doch war er wie von Kahr und von Lossow, die die Nationalsozialisten schlicht für „Gesindel“[239] hielten, der Meinung, dass ein Putsch Hitlers zu diesem Zeitpunkt kontraproduktiv sei.[240]

Während die NSDAP in Norddeutschland, insbesondere in Preußen, noch keine bedeutende Rolle spielte, war es ihr in Bayern unter Hitler gelungen, den Generalstaatskommissar von Kahr nahe auf ihre Seite zu bekommen. So konnte Hitler bei diesem erreichen, dass die Ermittlungsverfahren gegen Gerhard Roßbach, Adolf Heiß (1882–1945) und Hermann Ehrhardt, die wegen deren bewaffneten Teilnahme am Ruhrkampf aufgenommen wurden, ausgesetzt wurden. Nach der Aussetzung der Ermittlungsverfahren holte Hitler den nach Salzburg geflohenen Freikorpsführer Erhardt nach München zurück und wies diesen an, bis zum 15. November 1923 dem Marsch auf Berlin vorzubereiten.[241]

Bereits am 23. Oktober 1923 hatte der damalige Oberbefehlshaber der SA, Göring, die SA-Einheiten angewiesen, schwarze Listen anzufertigen. Denn die „nationale Revolution“ sei nur durch schärfsten Terror zu erreichen und jeder der Schwierigkeiten mache, sei sofort zu erschießen. Von daher sei es Aufgabe der SA-Führer, sich jetzt schon Persönlichkeiten auszusuchen, deren Beseitigung unumgänglich sei. Mindestens einer von diesen sei zur Abschreckung möglicher Gegner hinzurichten.[242]
Das Triumvirat erkannte nun die Gefahr, die vom Führer der NSDAP ausging: Nur einen Tag später, am 24. Oktober (nach Bekanntwerden der SA-Anweisung), rief von Lossow Vertreter der Reichswehr, Landespolizei und der Vaterländischen Verbände ins [[Wehrkreiskommando VII] ein, um mit ihnen die gemeinsame Vorgehensweise eines „Marsches auf Berlin“ abzusprechen. Dabei wurden von ihm bewusst die NSDAP und Hitler außen vorgehalten.[242]

Infolge dessen sah sich Hitler ab dem 30. Oktober seinem gegenüber von Kahr gegebenen Wort, nicht eigenmächtig vorzupreschen, entbunden.[243] Im Cirkus Krone erklärte er den Anwesenden klipp und klar, das er bereit sei, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Die deutsche Frage sein erst dann gelöst, wenn die schwarz-weiß-rote Hakenkreuzfahne auf dem Berliner Schloss wehe.[239]

Zudem versuchte Hitler nun, das Triumvirat zu spalten und ersuchte von Seißer um ein „klärendes Gespräch“, das auch am 1. November in der Wohnung eines Münchner Tierarztes zustande kam. Dieser gehörte dem paramilitärisch-nationalsozialistischen Bund Oberland an. In dessen Wohnung versuchte Hitler den Chef der Bayrischen Landespolizei davon zu überzeugen, dass von Kahr politisch unfähig und eine Marionette der Staatsregierung sei. Vielmehr sollten sich von Lossow und von Seißer ihm anschließen. Von Seißer widersprach Hitler vehement, indem er betonte, dass er absolut nicht mit Ludendorff zu tun haben wolle.[239]

Dieses war nun gezwungen, zu handeln: In München traf es sich am 6. November mit Vertretern der Vaterländischen Verbände, denen von Kahr erklärte, die Etablierung einer „nationalen Regierung“ in Berlin habe oberste Priorität, was den Sturz der bestehenden Reichsregierung bedeuteten würde. Deswegen müssten alle vaterländischen Verbände mit ihnen einvernehmlich agieren. Es sei jedoch fraglich, so von Kahr weiter, ob die Reichsregierung gewillt sein, zurückzutreten. In diesem Falle müssten sich die vaterländischen Verbände einig sein, den Regierungswechsel auch durch einen nicht der Norm entsprechenden Aktion herbeizuführen. Damit rief von Kahr unter Verfassungsbruch zum Putsch gegen die Berliner Reichsregierung auf.[244]
Am gleichen Abend traf sich Hitler mit einigen seiner Vertrauten, mit denen er seinen eigenen Plan zum Handeln ausarbeitete. Man beschloss einvernehmlich, am 11. November 1923 die Regierung in Berlin zu stürzen. Das von ihnen getroffene Datum war in zweifacher Hinsicht von Belang: Zum einen jährte sich da die deutsche Kapitulation zum fünften Mal, zum anderen waren an diesem Tag, der nun auf einen Sonntag fiel, alle Behörden und Ämter geschlossen. Polizei und Bayrische Reichswehr waren zudem nur eingeschränkt mobil und der Straßenverkehr gering, sodass die hitlerische SA schnell vorankommen würde.[245]

Am 7. November kamen die Verschwörer noch einmal zusammen, um alle Putschmaßnahmen und Aktionen aufeinander abzustimmen: SA, Reichskriegsflagge und Bund Oberland würden zusammen etwa viertausend Bewaffnete stellen, indes davon ausgegangen wurde, dass die staatliche Ordnungsmacht, das heißt, Reichswehr und Landespolizei, nur etwa zweitausendsechshundert Mann aktivieren könnten. Am frühen Abend stieß noch Wilhelm Frick, ein im Polizeidienst verbliebener Nationalsozialist, der noch immer seine Hand schützend über Hitler und die NSDAP hielt, hinzu: Man müsse sofort handeln, so Frick. Denn von Kahr habe widererwartend für den nächsten Abend eine Versammlung im Bürgerbräukeller angekündigt, an der auch von Seißer und von Lossow teilnehmen würde. Deren Ziel sei es, die Bevölkerung auf einen reichsweiten Putsch und auf die Wiedereinführung der wittelsbacher Monarchie vorzubereiten.[245]

Für den Führer der NSDAP war von Kahrs Vorhaben ein „Geschenk des Himmels“, wie dieser seinen Mitverschwörern begeistert entgegnete. Denn an diesem Tag würde nicht nur das Triumvirat, sondern auch der Ministerpräsident von Knilling sowie mehre hohe Verwaltungsbeamte anwesend sein, die man festsetzen könne, wenn sie sich einem Putsch der NSDAP wiedersetzen würden.[246]
In den frühen Morgenstunden des 8. Novembers 1923 erhielten die SA-Führer telefonisch oder durch Kuriere ihre Einsatzbefehle.[247] Kurz vor 20:00 Uhr brach Hitler mit seinen engsten Vertrauten vom Parteibüro der NSDAP auf, um sich mit diesen vor dem Bürgerbräukeller mit dort angetretenen SA-Einheiten zu vereinen und anschließend die Versammelten zu überrumpeln und zum Putsch unter seiner Führung zu bewegen.[248]

Von Kahr eröffnete seine Versammlung im Bürgerbräukeller um 20:15 Uhr.[249] Etwa fünfzehn Minuten später stürmte Hitler, bekleidet in einem langen schwarzen Gehrock, dem er sein Eisernes Kreuz I. Klasse angeheftet hatte, zusammen mit dem nach ihm benannten Stoßtrupp[250] den Festsaal des Bürgerbräukellers und schoss selbst mit seiner Pistole einmal in die Decke:[249]

„Die nationale Revolution ist ausgebrochen. Der Saal ist von sechshundert Schwerbewaffneten besetzt. Niemand darf den Saal verlassen. Wenn nicht sofort Ruhe ist, werde ich ein Maschienengewehr auf die Galerie stellen lassen. Die bayrische Regierung und die Reichsregierung sind abgesetzt, eine provisorische Reichsregierung wird gebildet, die Kasernen der Reichswehr und der Landespolizei sind besetzt, Reichswehr und Landespolizei rücken bereits unter den Hakenkreuzfahnen heran.“[249]

In barschem Befehlston forderte Hitler nun das Triumvirat, das heißt, von Kahr, von Lossow und von Seißer, auf, ihm in Nebenzimmer zu folgen.[249][251]

Der Führer der NSDAP drohte den Anwesenden im Nebenraum, diese und sich zu erschießen, wenn sie sich weigerten, ihm zu folgen. Um seiner Drohung Ernsthaftigkeit zu verleihen, setzte Hitler sich die Pistole an die Schläfe. Doch zu seiner Überraschung, zeigte das Triumvirat keinerlei Überraschung oder Ängste. Von Kahr erwiderte Hitler knapp, er könne sich oder ihn erschießen, es sei für ihn bedeutungslos. Von Lossow schwieg und von Seißer warf Hitler vor, sein Ehrenwort gebrochen zu haben.[252]
Hitlers Putschversuch drohte zu scheitern, weil das Überraschungsmoment frühzeitig verpuffte. Er kehrte in den Festsaal zurück und dort angekommen setzte Hitler wie so oft wieder alles auf eine Karte: Er hielt eine Rede, bei der er streng genommen nicht viel zu sagen oder vorzuweisen hatte. In Befehlston gab er nur knappe Fakten von sich und äußerte sich kurz zu seinen Vorstellungen und Wünschen. Den Anwesenden teilte er nun die neuen Namen der provisorischen Reichsregierung und deren Ämter mit: Die Regierungsgewalt läge interimsweise bei der von General Ludendorff, General von Lossow, Oberst von Seißer sowie von ihm gebildeten Provisorischen Deutschen Reichsregierung.[253] So solle Gustav Ritter von Kahr Landesverweser Bayerns, Otto von Lossow Reichswehrminister und Gustav Ritter von Seißer Reichspolizeiminister werden. Darüber hinaus würde Erich Ludendorff Reichsverweser und Führer der zu bildenden Nationalarmee, Gottfried Feder Reichsfinanzminister, Ernst Pöhner (1870–1925) Bayrischer Ministerpräsident und Wilhelm Frick Polizeipräsident Münchens werden. Er, Hitler, würde den Reichskanzler stellen.[254] Hitler weiter:

„Die Aufgabe der der provisorischen deutschen nationalen Regierung ist, mit der ganzen Kraft dieses Landes und der herbeigezogenen Kraft aller deutschen Gaue den Vormarsch anzutreten gegen das Sündenbabel Berlin, das deutsche Volk zu retten. Ich frage Sie nun: draußen sind drei Männer: Kahr, Lossow und Seißer. Bitter schwer fiel ihnen der Entschluß: Sind Sie einverstanden mit dieser Lösung der deutschen Frage? Sie sehen, was uns führt, ist nicht Eigendünkel und Eigennutz, sondern den Kampf wollen wir aufnehmen in zwölfter Stunde für unser deutsches Vaterland. Aufbauen wollen wir einen Bundesstaat föderativer Art, in dem Bayern das erhält, was ihm gebührt. Der Morgen findet entweder in Deutschland eine deutsche nationale Regierung oder uns tot!“[255]

Hitlers Bluff funktionierte: Die Anwesenden im Raum glaubten ihm, dass sich von Kahr, von Lossow und von Seißer mit ihm arrangiert hätten.[255]
Die drei in Hitlers Rede erwähnten Männer tobten im Nebenzimmer, hatte Hitler doch augenscheinlich Fakten geschaffen, die schwerlich wieder zu bereinigen waren. Inzwischen war General Ludendorff eingetroffen, der sich zu ihnen gesellte. Auch dieser war außer sich von Hitlers Alleingang und der von ihm verkündeten Ämterverteilung. Er forderte die Männer, insbesondere die zwei Offiziere, auf, auf Ehrenwort und Handschlag ihn zu unterstützen. Denn es würde sich in der Tat um ein historisches Ereignis handeln, wenn die Landes- und Reichsregierung abgesetzt werden würde.[256] Nach langem Zögern gab auch der Zivilist von Kahr nach und sie kehrte alle, nun in Begleitung Ludendorffs, in den Festsaal zurück, wo sie eine Verbrüderung inszenierten, welche jubelnden Beifall der übrigen Versammlungsteilnehmer fand.[257]

Die Bevölkerung Münchens und Umgebung wurden zeitnah mit Flugblättern über den „Regierungswechsel“ unterrichtet:

„Proklamation an das deutsche Volk! Die Regierung der Novemberverbrecher in Berlin ist heute für abgesetzt erklärt worden. Eine provisorische deutsche Nationalregierung ist gebildet worden, diese besteht aus General Ludendorff, Adolf Hitler, General von Lossow, Oberst von Seißer.“[258]

Hitler gab nun den Befehl, den anwesenden bayrischen Ministerpräsidenten von Knilling, zahlreiche anwesende Minister sowie den Polizeipräsidenten Münchens festnehmen zu lassen. Diese wurden vom Führer der SA-Studentenkompanie, Rudolf Heß, in die Villa eines befreundeten Verlegers verbracht. Hitler selbst verließ die Veranstaltung gegen 22.30 Uhr, weil es vor der Pionierkaserne zu einem Zwischenfall gekommen war: Putschisten und Soldaten waren dort aneinandergeraten.[259] Kurz darauf entließ Ludendorff das Triumvirat kameradschaftlich, da von Lossow bemerkte, er müsse nun zurück in seine Dienststelle, um dort die nötigen Befehle zu erteilen, was dem General einleuchtete.[259]
Als Hitler davon erfuhr, war er entsetzt und stellte den General zur Rede. Dieser reagierte ungehalten: Er verbäte sich jeden Zweifel am Ehrenwort zweier deutscher Offiziere und Hitler wurde unangenehm daran erinnert, dass ihm selbst der Bruch des Ehrenwortes vorgeworfen worden war.[260]

Nachdem sich das Triumvirat wieder in Sicherheit befand, es hatte sich in die Kaserne des 19. Infanterieregimentes zurückgezogen[261], liefen schon die ersten Gegenaktionen der Regierung an. Zumal schon Gerüchte kursierten, dass die Verbrüderungsszene im Bürgerbräukeller Makulatur gewesen sei. Es diskutierte noch fünf Stunden miteinander, und von Kahr beschwor die beiden Offiziere, ihm zu helfen, Hitler und dessen Konsorten dingfest zu machen. Beide wiesen ihn jedoch darauf hin, sie stünden bei Ludendorff mit ihrem Ehrenwort in der Verpflichtung, als von Kahr erklärte, dass er als Zivilist nicht an sein Wort gebunden sei, da dieses unter Waffengewalt abgezwungen wurde.[262]

Am frühen Morgen des 9. November 1923, genau um 2:55 Uhr veröffentlichte das Triumvirat eine Erklärung, mit der er alle im Bürgerbräukeller gemachten Zusagen widerrief, seien sie doch unter Waffengewalt abgepresst worden.[261] Sowohl die NSDAP als auch den Kampfbund erklärte er mit sofortiger Wirkung für aufgelöst und verboten. Hitler war zu diesem Zeitpunkt noch ahnungslos; vielmehr war er damit beschäftigt, alle Kräfte für den geplanten Marsch auf Berlin zu organisieren. Unterdessen zerstörte ein Kommando des Stoßtrupps „Adolf Hitler“ die Geschäftsräume der sozialdemokratische Zeitung Münchner Post, andere Nationalsozialisten holten bereits Geiseln aus den Häusern. Als er nichts mehr vom Triumvirat hörte, ahnte Hitler, dass er von diesem übertölpelt worden war.[263] Erneut beschloss er, alles auf eine Karte zu setzen: Am Vormittag des 9. November zogen bewaffnete SA- und Kampfbundeinheiten unter der Führung Ludendorffs, Hitlers und Görings mit zahlreichen Sympathisanten in Richtung Feldherrnhalle, als sie um 11:30 Uhr[264] in Höhe der Isabrücke auf eine stark bewaffnete Postenkette der Landespolizei trafen. Göring drohte, man werde die von ihnen genommenen Geiseln gnadenlos umbringen, würde die Polizei das Feuer auf sie eröffnen. Gleichzeitig hielt Julius Streicher auf dem Marienplatz, gleich vor dem Rathaus, eine fanatische Rede, in der er Hitler als „Heiland“ darstellte, der alle Probleme lösen könne.[265]

Der rund zweitausend Putschisten[266] umfassende Zug von SA und Kampfbund stieß am Nachmittag auf dem Odeonsplatz erneut auf eine Polizeiabsperrung, die durch Einheiten der Reichswehr unterstützt wurden.[267] Unterdessen hatte Ernst Röhm, der ehemalige Reichswehroffizier, mit seinem Bund Reichskriegsflagge das Wehrkreiskommando VII, die Dienststelle von Lossows[268], besetzt. Sein Fahnenträger war ein schmächtiger Brillenträger aus erzkonservativem, römisch-katholischem Elternhaus, den er bei der völkischen Gemeinschaft der Artamanen kennengelernt hatte: Heinrich Himmler (1900–1945).[269]
Was auf dem Odeonsplatz nun geschah, ist nicht überliefert. Doch plötzlich fielen durch Schüsse und in einem kurzen aber heftigen Feuergefecht wurde der hitlerische Zug aufgelöst[267] und Hitler floh verletzt. Auch Röhm befand sich fast zeitgleich in einem Feuergefecht mit Regierungstruppen und wurde anschließend verhaftet.[269]

Die Ereignisse des 9. November 1923 prägten, den unter anderem im I. Weltkrieg wegen „Tapferkeit vor dem Feind“ ausgezeichneten, Hitler, zumal er nun auch bei den Völkischen als Feigling galt, der vor Schüssen davongelaufen sei. Zwar versuchte er sich später als Held darzustellen, wurde aber immer wieder von Ludendorff widerlegt. Dieser hatte nun gänzlich alle Achtung vor dem Führer der NSDAP verloren und erinnerte immer daran, dass dieser sechzig Kilometer von München entfernt, im Landhaus Ernst Hanfstaengls (1887–1975), verhaftet worden sei.[270]
Später wird die hitlerische Legende behaupten, dass der Führer den gescheiterten Putsch als „vielleicht das größte Glück“ in dessen Leben bezeichnen würde, habe er doch erkannt, dass die nationalsozialistische Machtergreifung nicht durch Waffengewalt, sondern allein durch das Legalitätsprinzip, das heißt, durch parlamentarisch-demokratische Wahlen, erreichbar sei.

Bruch mit der österreichischen DNSAP

Der hitlerische Führungsanspruch in Bezug auf alle nationalsozialistischen Organisationen brachte im August 1923 den Bruch Riehls mit der NSDAP mit sich. Auf dem Salzburger DNSAP-Parteitag trat Riehl als österreichischer „Obmann der DNSAP“ zurück. Sein Nachfolger wurde der Werkzeugmeister Karl Schulz, bisheriger Schatzmeister der Partei.[271] Schulz galt wie sein Vorgänger als Gegner des hitlerischen Führungsanspruches, doch im Gegensatz zu Riehl hatte er erkannt, dass die DNSAP ohne die Unterstützung der reichsdeutschen NSDAP finanziell am Boden war. Im September 1923 legte Riehl zudem seinen Vorsitz in der Zwischenstaatlichen Kanzlei des deutschen Sprachgebiets nieder. Er gründete nun mit mehreren Gesinnungsgenossen den Deutschsozialen Verein, der basisdemokratisch und völkisch links war. Seinen Parteiausschluss erkannte Riehl nicht an. Vielmehr verurteilte er den Hitlerputsch vom November 1923 auf das Schärfste, was zum Bruch seiner Duzfreundschaft mit Hitler führte.[271]

Mit dem Abgang Riehls als Parteivorsitzender bestanden in der DNSAP zwei gegensätzliche Gruppierungen, die sich um Riehl und Schulz zentrierten. Dreh- und Angelpunkt dieser Gruppenstreitigkeit bildete das Verhältnis der DNSAP zur NSDAP und Hitler begann, beide gegeneinander auszuspielen, forcierte jedoch später die Gruppe um Schulz. Immerhin umfasste die DNSAP als Gesamtorganisation rund vierunddreißigtausend Mitglieder. Davon umfasste der Schulzflügel etwa dreitausend Parteimitglieder. 1926 kam es durch überzeugten Hitleranhänger Richard Suchenwirth (1896–1965), und unter Auflösung der österreichischen DNSAP, zur Gründung einer NSDAP – Hitlerbewegung in Österreich, die sich sofort der NSDAP-Reichsleitung München unterstellte und als NSDAP-Landesverband „Österreich“ geführt wurde. Riehl selbst trat Anfang der 1930er Jahre in die NSDAP Österreich ein, konnte dort aber nicht mehr politisch Fuß fassen.

1924–1933

Die Jahre 1923 bis 1924 waren durch Hyperinflation und Arbeitslosigkeit sowie durch die französisch-belgische Ruhrbesetzung geprägt. Aber auch der misslungene Hitlerputsch zeigte Wirkung, denn durch ihn waren Hitler und seine Partei reichsweit bekannt geworden. Die Reichstagswahlen vom Mai 1924 zeigten, dass vor allem die radikalen Parteien (KPD und die NSDAP-Nachfolgeparteien) Nutznießer der gesellschaftlichen Gesamtsituation waren. Doch ging deren Einfluss bis Dezember gleichen Jahres wieder zurück. Allein in Bayern gelang es den Völkischen rund siebzig Prozent zu erringen, was auf Kosten der dortigen demokratischen Mittelparteien erfolgte. Denn Hauptargument der Völkischen war, dass nur sie allein „Ruhe und Ordnung“ garantieren könnten.[272]

Verbotszeit, Hitlerprozess

Nach dem mißglückten Putschversuch wurden NSDAP und die SA verboten. In der Landsberger Festungshaft begann Hitler, sein politisches Programm in Buchform zu verfassen, dem er letztendlich den Namen Mein Kampf gab.
Das hitlerische Pamphlet war als „Kampfschrift“ konzipiert, in dem die kruden Ideen und Anschauungen Hitlers gebündelt waren. In dieser Schrift wandte sich der inhaftierte Hitler offiziell von revisionistischen Konzepten ab, in denen die Wiederherstellung der aus seiner Sicht unlogischen deutschen Ostgrenzen vom 1. August 1914 gefordert wurde. Auch verzichtete er dort auf das nunmehr seit 1200 Jahren deutschbesiedelte Südtirol, um Italien als Verbündeten zu gewinnen. Stattdessen wurde in Mein Kampf die Erweiterung des deutschen Lebensraumes im Osten und dessen Germanisierung propagiert, die vor allem auf Kosten Russlands (d. h. der UdSSR) erfolgen sollte.[273] Auch folgte Hitler in seinem Buch der damaligen antisemitischen Auffassung der Rassenlehre. Denn er propagierte dort die „Blutreinheit“ (Rassentrennung) und die Rolle der Juden in der Weltgeschichte. Um den Fortbestand der „deutschen Rasse“ zu sichern, sei es unumgänglich, wenn die jüdische Führungselite von etwa zwölf- bis fünfzehntausend Personen letztendlich durch Giftgas eliminiert würde.[274]

In der sogenannten Verbotszeit gründeten die Nationalsozialisten drei Ersatzorganisationen. Die eine war die von Alfred Rosenberg (1893–1946) ins Leben gerufene Großdeutsche Volksgemeinschaft (GVG), deren mysteriöser Vorsitzender ein gewisser Rolf Eidhalt war. (Später würde Rosenberg zugeben, dass hinter „Rolf Eidhalt“ Adolf Hitler stand und dass dieser Name anagrammatisch aus dessen Namen gebildet wurde.) Erich Ludendorff setzte sich für den Zusammenschluss der Nationalsozialisten und weiten Teilen der Deutschvölkischen in der Deutschvölkische Freiheitspartei (DVFP) ein, während Julius Streicher in Bamberg eine Organisation namens Völkischer Block Bayern (VBB) ins Leben ruft. Die SA wurde in diversen Sportvereinen usw. untergebracht. Als Dachorganisation fungierte der von Ernst Röhm etablierte Frontbann.[275]

Hitler registrierte während seiner Haftzeit sehr wohl, dass die einstige NSDAP untereinander stark zerstritten war. Röhm seinerseits versuchte, die Nationalsozialistische Freiheitspartei (NSFP) als Sammlungsbecken aller Völkischen zu etablieren, was aber nur teilweise gelang. Vielmehr waren weite Teile der in den nationalsozialistischen Nachfolgeparteien vertretenen Völkischen bemüht, Hitlers Einfluss zu mindern und diesen aus der völkischen Szene letztendlich zu verdrängen. Bei einem weiteren Verbleib in der völkischen Bewegung sollte sich Hitler wieder mit der Rolle eines Trommlers zufriedengeben. Hitler begann vielmehr aus seiner Haftzelle heraus, alle völkischen und nationalsozialistischen Gruppierungen gegeneinander auszuspielen und verhinderte so weitreichende Grundsatzentscheidungen. Mal kritisierte er die Teilnahme an demokratische Wahlen, mal verhinderte er mögliche Fusionspläne. Im Mai 1924 erreichte die NSFP zweiunddreißig der vierhundertzweiundsiebzig möglichen Reichstagssitze. Kurz darauf legte Hitler aus taktischen Gründen in einem „offenen Brief“ die Führung der NSDAP nieder und verbat sich Haftbesuche aus politischen Gründen heraus. Rudolf Heß wird später in einem Brief erklären, dass der „Führer aus Dummheit der Anhänger“ seine Funktionen niedergelegt habe, und als Hitler entlassen wurde, fand er die nationalsozialistischen Organisationen trümmerhaft und ohne ernsthaften Konkurrenten vor, der seinen neu erhobenen Führungsanspruch hätte widersprechen können.[276]

Hitler, der angeschossen nach dem Putschversuch geflohen und damit bei seinem völkischen Verbündeten Erich Ludendorff in Ungnade gefallen war, wurde am 11. November im Haus Ernst Hanfstaengls, einem Hitlersympathisanten, verhaftet und ab dem 26. Februar 1924 vor Gericht gestellt.
Die Allgemeinheit ging nun davon aus, dass Hitler als Hochverräter vor dem Staatsgerichtshof Leipzig zum Tode verurteilt werden würde. Bei einer langjährigen Gefängnisstrafe jedoch, Hitler befand sich noch in seiner Bewährungszeit, ging man davon aus, dass er nach dem Absitzen seiner Haftstrafe als „unerwünschter Ausländer“ nach Österreich ausgewiesen würde.

Im Landsberger Gefängnis bezog Hitler die Zelle Nr. 7, um dort unmittelbar nach Haftantritt in einen fast zweiwöchigen Hungerstreik zu treten. Anton Drexler, der Hitlers aktiv Ablösung als Parteivorsitzender betrieben hatte, hielt diesem vor, er habe kein Recht sich gehen zu lassen; die Partei würde weiterhin auf ihn, Hitler, blicken.[277] Parteipolitisch war Hitler tot, doch in der völkischen Szene Münchens wurde er weiterhin als ernst zu nehmende Größe gehandelt: Weihnachten 1923 führte beispielsweise eine Gruppe von Schwabinger Künstlern, die sich offen zum Nationalsozialismus bekannten, im Café „Blute“ ein Tableau auf, das den Titel „Adolf Hitler im Gefängnis“ trug.[278]

Aufgrund der Intervention der Offiziere Otto von Lossow und Gustav von Seißer wurde der Hitlerprozess jedoch nicht in Leipzig, sondern vor dem Bayrischen Volksgericht in München verhandelt. Diese wiesen den deutschnationalen Richter Georg Neithardt (1871–1941), der schon einmal in einem Hitlerprozess involviert war, an, diesen „mit Samthandschuhen“ anzufassen, da „er zu viel“ wüsste. Obgleich die Staatsanwaltschaft unter dem Sozialdemokraten Ludwig Stenglein (1869–1936) die Höchststrafe forderte, bot Neithardt dem Angeklagten Hitler, der durch jungen Rechtsanwalt Hans Frank (1900–1946) vertreten wurde,[279] eine politische Plattform, auf der er alleinige die politische Verantwortung für den Putschversuch übernahm, aber gleichzeitig das Triumvirat scharf angriff. Hitlers Monolog vor dem Gericht endete mit den Worten: „[…] Mögen Sie tausendmal Ihr ‚Schuldig‘ sprechen, […] denn die [Geschichte] spricht uns frei!“[280] Im Prozess stellte der ehemalige Führer der NSDAP zudem fest, dass der österreichische Nationalsozialismus immer ein Eigenleben geführt habe. Hitler distanzierte sich nun von seiner Anfang der 1920er Jahre getroffenen Aussage, dass die Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei auch für die deutschen Nationalsozialisten eine Vorreiterrolle gehabt hätte.[281]

Die gleiche Bewegung, die in Deutsch-Österreich schon 1904 begonnen hat, beginnt im Deutschen Reich Fuß zu fassen. —   Adolf Hitler

Letztendlich wird Hitler die DNSAP als „marxistisch“ bezeichnen und betonen, dass sie mit der NSDAP nichts gemeinsam hätte.[281] Damit spielte er auf die Tatsache an, dass die DNSAP (und ihre Vorläuferin DAP) fest in der deutschen Gewerkschaftsbewegung in Böhmen-Mähren verankert war und dort sich auf etwa 110 Einzelgewerkschaften stützen konnte.[282]

Nach nur vierundzwanzig Prozesstagen wurde Hitler zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, doch stellte das Gericht diesem in Aussicht, nach sechs Monaten wieder auf Bewährung entlassen werden zu können. Ludendorff wurde als Weltkriegsheld freigesprochen, die Mitangeklagten erhielten milde Haft- und Geldstrafen. Dabei wäre es Hitler fast gelungen, frei gesprochen zu werden. Denn nur mit Mühe konnte der Vorsitzende Neithardt seine drei Laienrichter dazu überzeugen, ihre Zustimmung zu einem Schuldspruch abzugeben.[283] Indes Hitler bei seinem Prozess die Alleinschuld des Putschversuches übernahm, etablierte er sich letztendlich als Führer der deutschnationalen und rechtsnationalen Szene Bayerns und verdrängte nun Ludendorff aus dieser Stellung. Später würde er zudem seine damalige Niederlage, das heißt, das Scheitern des von ihm geführten Putschversuchs in einen Sieg umdeuten.

Am 7. Juli 1924 erschien im Völkischen Beobachter die kurze Meldung, dass Hitler während seiner Haftzeit die Führung der nationalsozialistischen Bewegung niedergelegt habe und Besuche seiner ehemaligen Kameraden nicht wünsche, da er sich den Arbeiten an seinem Buch widmen wolle.[284]

Im November 1923 suchte Hermann Göring den Faschistenführer Benito Mussolini in einem Hotel in Venedig auf, da die Nationalsozialisten finanziell am Ende waren. Dort versuchte er, den Italiener zu einem Darlehen zu überreden. Für die Zahlung von zwei Millionen Lire seien die Nationalsozialisten und Hitler bereit, auf das von Deutschen bewohnte Südtirol zu verzichten – eine Zusage, die beiden in Bayern Stimmen kosten würde. Der Faschistenführer bezweifelte, dass diese jemals in der Lage sein würde, das Darlehen zurückzahlen könnte, was Göring veranlasste, das Mussolini und die faschistische Partei dieses garantiert innerhalb von fünf Jahren zurückerhalte. Doch letztendlich konnte sich Göring, der dem Duce schließlich offen drohte, nicht durchsetzen. Die Faschisten weigerten sich, den Nationalsozialisten das Darlehen zu gewährleisten.[285]

Seit dem 1. Dezember 1924 befand sich Hitler wieder auf freiem Fuß und begann, seine politischen Tätigkeiten wiederaufzunehmen. Jedoch war er in Bayern, und darüber hinaus in zahlreichen anderen Ländern, mit einem politischen Redeverbot belegt worden;[286] in Bayern stellte dieses eine seiner Bewährungsauflagen dar, an denen er sich wohl oder übel hat halten müssen.
Bei den Reichstagswahlen vom 7. Dezember 1924 erreichte die völkische Bewegung nur noch drei Prozent der Wähler und errang nur noch vierzehn Sitze im Deutschen Reichstag. Damit sang ihr Abgeordnetenanteil um die Hälfte, hatte sie doch bis dahin dreiunddreißig Abgeordnete gestellt.[287] Damit war der Stimmenanteil des nationalsozialistischen Blocks von 1,918 Millionen auf nunmehr 907 000 zurückgegangen. Um nicht im Untergrund arbeiten zu müssen, beschloss Hitler, die NSDAP wieder auf legale Weise zu gründen und zu führen.[288]

Neuaufbau der NSDAP, Kampf um die erneute Führungsrolle

Hitler ersuchte am 4. Februar 1925 den neuen bayrischen Ministerpräsidenten Heinrich Held (1868–1938) um eine Unterredung. Dem erklärten streng katholisch und entschieden föderalistisch eingestellten Vorsitzenden der Bayrischen Volkspartei erklärte er, er wolle sich lediglich für inhaftierte Nationalsozialisten einsetzen und dieses sei sein erster Schritt in die Legalität. Die (deutsch)völkischen Kreise warfen Hitler darauf hin vor, er hätte mit diesem Schritt seinen persönlichen „Frieden mit Rom“ geschlossen. (Hitler wird später erklären, er hätte die Staatsgewalt mit diesem Schritt beruhigen wollen. Denn im Gegensatz zu Ludendorff würde er seine Gegner nicht darauf hinweisen, dass er sie erschlagen wolle.)[289]
Dem Ministerpräsidenten erklärte Hitler, er habe aus seinen Fehlern, wie dem Putschversuch vom 9. November 1923, gelernt. Vielmehr sei er bestrebt, die Macht im Staat nur noch auf legale Weise zu erreichen und er würde die bestehende Staatsgewalt respektieren, das er als „bürgerlicher Patriot“ dazu beitragen wolle, dass die Gefahren des Marxismus gebannt würden. Dazu würde er, Hitler, jedoch seine vom Vorgänger verbotene Partei (einschließlich der SA) und den Völkischen Beobachter benötigen.[290]

Die Gespräche mit dem bayrischen Ministerpräsidenten verliefen in Hitlers Sinne, denn dieser erlaubte ihm, ab dem 25. Februar 1925[291] die NSDAP und SA wiederzubegründen und die Parteizeitung neu herauszugeben.
So meldete Hitler bereits am 24. Februar 1925 den Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterverein erneut beim Münchner Vereinsregister an, womit nun die Grundlage geschaffen wurde, die NSDAP als solche wieder zu begründen. Der Völkische Beobachter erschien bereits am 26. Februar 1925 und kündigte an, dass Hitler bereits einen Tag später im Bürgerbräukeller eine Neugründung der Partei verkünden wolle.[217] Gleichzeitig wurde in dieser Ausgabe berichtigt, dass die Neubildung der SA nach den Grundlangen, die bis zum Februar 1923 maßgeblich waren, zu erfolgen habe. Damit zeichnete sich Röhms Einfluss ab, der die Sturmabteilung als bewaffneten Wehrverband verstanden haben wollte.[291]

Die Veranstaltung Hitlers sollte am 27. Februar gegen 20:00 Uhr beginnen. Doch erschienen die ersten Gäste bereits am frühen Nachmittag. Um 18:00 Uhr war die Polizei gezwungen, den Festsaal des Bürgerbräukellers zu schließen, da dieser mit etwa viertausend Anwesenden überfüllt war. Doch es zeigte sich auch auf dieser Gründungsveranstaltung, die unter der Leitung Max Amanns (1891–1957) stand, wie zerstritten die einstige NSDAP doch war: Anton Drexler hatte sein Erscheinen vom Parteiausschluss von Hermann Esser und Julius Streicher abhängig gemacht. Aber auch Gregor und Otto Strasser, Ernst Röhm und Alfred Rosenberg waren nicht erschienen. Die hitlerischen Kernthemen dieses Abends waren die Revision des Versailler Vertrages, Volksgemeinschaft und die Rassenreinheit des deutschen Volkes.[217] Nachdem Hitler seine zweistündige Rede beendet hatte, erhob sich frenetischer Jubel – er war nun unbestritten „Der Führer“.[292]

Eine Bewegung, die die wenigsten Frauen hat, besitzt auch die geringste Kraft, weshalb Sie denn auch z. B. in der demokratischen Partei nur wenige ‚Damen‘ finden. Ist man sich aber klar darüber geworden, daß die Bewegung ein Ziel zu verfolgen hat, dann ist es auch selbstverständlich, daß alles diesem einen Gedanken unterzuordnen ist. Dies soll schon im Namen symbolisch ausgedrückt sein. Und so wurde denn auch einst der Name Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei gewählt.

‚Nationalsozialistisch‘, weil sich darin das oberste Ziel der Bewegung verkörpert, die Verbindung lebendigster nationaler Kraft mit reinstem sozialen Wollen. Wir waren überzeugt, daß das Herz der Massen nicht allein durch Heilrufen gewonnen werden kann; sie müssen zur Überzeugung gelangen, daß in den Augen unserer Volksbewegung jeder auch als Volksgenosse angesehen wird, daß wir nicht Gnaden ausgeteilt sehen wollen, sondern Rechte hergestellt wissen möchten. Und daß wir die Zukunft unseres Volkes überhaupt nicht in einseitig emporgezüchteten Intelligenzen sehen, sondern in einem gesunden Volk an sich.

Und deutsche Arbeiterpartei hießen wir sie. Es soll in sie nur derjenige hinein, der sich nicht schämt, zu sagen: Auch ich bin ein Arbeiter, ein schaffender Mensch. Denn wer dieses Wort mit Andacht auszusprechen noch nicht gelernt hat, der ist, wahrhaftiger Gott, der beste Deutsche nicht. Und deshalb wählten wir auch als Symbol das Hakenkreuz auf weißem Feld in rotem Grunde. Auch in diesem Zeichen soll sich unser einziges Ziel ausprägen: Das Hakenkreuz als Symbol der Arbeit, das Weiß als Zeichen unserer nationalen Gesinnung und das Rot als Zeichen unseres wahrhaft sozialen Gedankens. Im Kreuz aber soll sich noch ein weiterer Sinn zeigen, nämlich der Geist, der allein die Arbeit auf dieser Welt bedeutet, der Geist des Idealismus arischer Auffassung und nicht der Geist des Juden.

—   Adolf Hitler in seiner Rede vom 27. Februar 1925 zum Neuaufbau der NSDAP.

Vor allem aber hatte Hitler seinen Zuhörern erklärt, dass eine nationale wie soziale Revolution nicht mehr durch Gewalt, sondern dass diese vielmehr aus dem Inneren des Staates heraus herbeigeführt werden müssten.[293] Den politischen Straßenkampf jedoch schloss er nicht aus.
In der Folgezeit wurden auch neue Mitgliedsnummern vergeben, wobei Hitler in der NSDAP (und den späteren Kampfverbänden) jeweils die Pg.-Nr. 1 erhielt.

Um einer möglichen Ausweisung zu entgehen, beschloss Hitler wenige Zeit später, auf seine österreichische Staatsangehörigkeit zu verzichten. Nach einem diesbezüglichen Gespräch mit dem österreichischen Generalskonsul in München, Otto Günther (1884–1970), verfasste Hitler am 27. April 1925 ein Schreiben an den Magistrat der Stadt Linz, „um Entlassung aus der österreichischen Staatsangehörigkeit“, da er „sich seit 1912 in Deutschland“ befände, nahezu sechs Jahre im deutschen Heer gedient habe und nunmehr beabsichtige, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben. Nur drei Tage später erhielt Hitler seine Auswanderungsgenehmigung und die Bestätigung, dass er nunmehr für die Erlangung der deutschen Staatsangehörigkeit aus der österreichischen entlassen sei und man bat vonseiten der Landesregierung Linz, um die Zahlung von siebeneinhalb Schilling.[294]

In der hitlerischen Redeverbotszeit kristallisierte es sich jedoch schnell heraus, dass in der NSDAP zwei gegensätzliche politische Strömungen bestanden: In West- und Norddeutschland war der sozialrevolutionäre linke Parteiflügel unter der Führung des sogenannten Strasser-Kreises vorherrschend, indes in Mittel- und Süddeutschland eher der deutschvölkische rechte Flügel unter Hitler dominierte.
Die meisten seiner alten Anhänger gaben Hitler zudem die Schuld am Parteiverbot der alten NSDAP und zweifelten nun seine Rolle als Führer an. Dies nagte an Hitlers Persönlichkeit, sodass er von damaligen Zeitzeugen als „kränklich blass“ und „leerwirkend“ beschrieben wird. Im Sommer 1925 befand sich Hitler auf dem Tiefpunkt seiner damaligen politischen Laufbahn. Eine Führertagung der NSDAP des Sommers 1925 schlug vor, dass man Hitler einen Vertreter an die Seite stellen sollte. Dem widersprach dieser vehement: Entweder stünde die Partei uneingeschränkt zu ihm oder sie würde fallen, wenn sie ihn entmachten würde. Zudem entsprach auch Hitlers damaliges Umfeld, dass er in der NSDAP mehr oder weniger in Ungnade gefallen war. Die Partei war geprägt durch Abspaltungen und willentlich herbeigeführten Kollisionen und Hitler war im Wesentlichen nur noch von gescheiterten Existenzen umgeben, von Chauffeuren, Viehhändlern, Rausschmeißern und Ex-Soldaten, die sich im Zivilleben nicht zurechtfinden konnten oder wollten.[295]

Es ist zudem sehr auffällig, dass Hitler zwischen 1925 und 1927 politisch sehr verhalten agierte und sein politisches Tätigungsfeld vor allem in Bayern suchte. Die west- und norddeutschen NS-Verbände gingen ihrerseits äußerst autonom vor, was in allem dem von Hitler forcierten Führer- und Gefolgschaftsprinzip widersprach: In West- und Norddeutschland agierten mit Joseph Goebbels (1897–1945) und Otto Strasser echte Sozialisten und Nationalbolschewisten, die einen Ausgleich mit der KPD und ein wirtschaftlich-militärisches Bündnis mit der damaligen UdSSR suchten.

Gregor Strasser zählte sich damals zu den Gewinnern der internen Parteistreitigkeiten. Ihm, dem einstigen NSDAP-Gauleiter Niederbayerns, war es gelungen, die Nationalsozialisten in Norddeutschland und im Ruhrgebiet im Rahmen der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung (NSFB) zu sammeln und zu bündeln. Ihm und seinem Bruder Otto kam zugute, dass der Begriff „Nationalsozialismus“ noch nicht eindeutig von der Partei definiert wurde, was vor allem der rhetorisch begabte Otto Strasser für sich zu nutzen wusste. Hitler bot ihm im März 1925 an, ihm Norddeutschland organisatorisch zu überlassen, wenn sich Otto Strasser bereit erkläre, die NSFB zu verlassen. Er sei denn, so Hitler, eher als Mitstreiter und nicht als Gefolgsmann zu verstehen. Eine Taktik, die aufging. Obgleich Otto Strasser Bedenken hatte, stimmte er Hitler letztendlich zu.[296] Zwischen dem 10. und 11. September 1925 gründeten die Strasserbrüder die sogenannte Arbeitsgemeinschaft Nordwest der NSDAP,[297] später auch als Arbeitsgemeinschaft der nord- und westdeutschen Gauleiter der NSDAP bekannt, welche forderte, ob die deutschen Fürstenhäuser enteignet werden sollten. Damit sprachen sich gegen die Rückgabe ihres 1918 enteigneten Vermögens aus, welche die Parteileitung in München forderte.[298]

Der später als „Strasserkreis“ bekannte linke Parteiflügel der NSDAP begann im Eiltempo, die Nationalsozialisten Norddeutschland zu organisieren und baute in kurzer Zeit in Schleswig-Holstein, Pommern und dem heutigen Niedersachsen sieben neue Gaue auf. Gleich den Marxisten und Nationalbolschewisten (oder auch anderer linker Gruppen) forderte die Arbeitsgemeinschaft Nordwest die entschädigungslose Enteignung der ehemaligen Landesherren und gab eigenverantwortlich die Zeitung Der Nationale Sozialist heraus, die in Norddeutschland in Konkurrenz zur offiziellen Parteizeitung Völkischer Beobachter trat.[299] Indes demonstrierte Hitler in München seine Entschlossenheit, seine Führungsposition innerhalb der süddeutschen NSDAP um jeden Preis durchzusetzen und nahm auch in Kauf, dass er diesbezügliche Rückschläge erhalten würde. Zudem überwarf er sich im April 1925 mit Ernst Röhm.[296] Noch während seiner Haftzeit hatte Röhm ihm verkünden können, dass die als Frontbann getarnte Sturmabteilung nunmehr dreißigtausend Mann umfasse. Die gedachte Röhm, zu einer Art „Volksmiliz“ zu machen, wie er seinem Duzfreund in einem Schreiben vom 16. April 1925 mitteilte, indes dieser sah die SA nunmehr als politisches Instrument und nicht mehr als freikorpsartigen Wehrverband.[300] Bereits am 1. April 1925 hatte Hitler die Aufstellung einer ihm persönlich unterstellten Schutzeinheit befohlen, die bereits wenige Tage erstmals in Erscheinung trat: Diese Einheit sollte unter dem Namen Schutzstaffel zum wichtigsten Terrororgan des späteren NS-Regimes werden. Im Zuge des sogenannten Neuaufbaus der NSDAP erfolgte auch die Neuaufstellung der SA, die bis April 1925 organisatorisch im röhmschen Frontbann zusammengefasst war. Nach dem sich Röhm jedoch am 14. April 1925 mit Hitler überworfen und als Folge dessen seine Ämter in SA und Frontbann niedergelegt hatte, unterstanden die SA-Einheiten zur Einrichtung einer Obersten SA-Führung den regionalen NSDAP-Größen.[301] Am 1. November 1926 wurde der ehemalige Freikorpsführer Franz Pfeffer von Salomon (1888–1968) als Obsterer SA-Führer eingesetzt und übernahm den Oberbefehl über SA, SS und der HJ.

Hitler war sich durchaus des hohen Risikos bewusst, als er dem Strasserkreis um Gregor und Otto Strasser die politische Führung der NSDAP in Norddeutschland überließ. Die beiden Brüder galten als völkische Linke und nur bedingt als Nationalsozialisten. Aber sie sicherten ihm den Rücken in Bezug auf seine bayrischen Ambitionen. Doch je mehr erfolgreicher Gregor Strasser wurde, desto mehr stieg er innerhalb der NSDAP zum parteiinternen Konkurrenten Hitlers auf: Gregor Strasser galt wie Hitler als Antisemit, aber er war kein Reaktionär. Er vertrat vielmehr frontsozialistische Positionen, in denen das elitäre Prinzip galt, dass die Führung des deutschen Proletariats beim Militär liegen müsse. Damit galt er als Hauptrepräsentant des linken Parteiflügels der NSDAP.[302]
Der parteiinterne Richtungsstreit zwischen dem sozialrevolutionär-völkischen Flügel Norddeutschlands und dem deutschvölkisch-reaktionären Flügel Süddeutschlands eskalierte ab September 1925, als Gregor Strasser am 10. September in Hagen die west- und norddeutschen Gauleiter zu einer Tagung einlud, um einen gemeinsam getragenen Konsens gegen die Münchner Zentralführung zu erreichen.[303] Einer der Teilnehmer war auch der Sekretär Strassers, Joseph Goebbels, der Hitler mehr als ablehnend gegenüberstand. Er traf diesen jedoch am 4. November 1925 in Braunschweig, wo er unmerklich unter dem Einfluss des NSDAP-Führers geriet.

Zwischen November 1925 und Januar 1926 fanden weitere Führertagungen der Arbeitsgemeinschaft Nordwest statt, die allesamt in Hannover stattfanden. So auch am 22. November: An diesem Tag agierte Gregor Strasser gezielt gegen die Parteizentrale und gegen den „Papst in München“ und rief damit offen zur Rebellion auf.
Im Januar 1926 fand die letzte Führertagung der Arbeitsgemeinschaft statt, die in der Wohnung des Hannoveraner Gauleiters Bernhard Rust (1883–1945) stattfand. An dieser Sitzung nahmen etwa fünfundzwanzig Gauleiter aus Nord- und Westdeutschland teil, darunter auch der damalige Gauleiter von Köln, Robert Ley (1880–1945).[298] Goebbels vertrat dort offen die Auffassung, dass man, wenn alle Gerüchte um Hitler stimmten, diesen „kleinen Bourgeois“ aus der NSDAP ausschließen müsse. Er erklärte ferner, dass der Sitz der Arbeitsgemeinschaft, Elberfeld, zum „Mekka“ des deutschen Sozialismus werden würde. Dessen Mentor, Gregor Strasser, forderte seinerseits, dass der in seinen Augen ängstliche Legalitätskurs Hitlers beendet und dieser durch eine aggressive Politik ersetzt werden müsse. Weitgehende Einigkeit herrschte unter den Anwesenden, dass Hitlers Ablehnung der völkischen Szene, der in Mein Kampf nur wenige höhnische Worte gewidmet hatte, falsch sei.[299][298]

Als jedoch unvermutet der Hitlerintimus Gottfried Feder auf der Tagung erschien und den überraschten Anwesenden erklärte, er sei als vom Führer der NSDAP gestellter Vertreter der Parteiführung gekommen, eskalierte die Führertagung: Nachdem der rhetorisch begabte Otto Strasser das neue Parteiprogramm vorgestellt hatte, nahmen die anwesenden Gauleiter dieses fast einstimmig an – nur Robert Ley lehnte dieses kategorisch ab. Auch Feder war entsetzt: Hitler und er würden dieses neue Programm nie akzeptieren, so Feder weiter. Da wurde er an die Tatsache erinnert, dass er nur (uneingeladener) Gast sei. Dem widersprach er und es wurde nun tumultartig; Leder wurde von allen niedergeschrieben. Besonders aggressiv verkündete Goebbels erneut, dass Hitler aus der Partei ausgeschlossen werden müsse, wenn er sich nicht von den Reaktionären befreie.[304]
Die Teilnehmer ließen sich, mit Ausnahme von Ley, von Strasser überzeugen, dass sie Hitler von dessen reaktionären bayrischen Beratern befreien und Deutschland in ein revolutionär-völkisches Jahrtausend führen könnten. Das mündlich vorgetragene Programm Strassers erinnerte in vielem an das nationalbolschewistische Konzept und Joseph Goebbels, der als Nachfolger Himmlers Strassers Sekretär geworden war, erhielt die Aufgabe, dieses in Schriftform zu bringen.[303][298] Dessen Kernpunkte waren: Entmachtung der Reaktionäre um Hitler, öffentliches Eigentum an Grund und Boden, Enteignung der Großgrundbesitzer und Aufteilung ihrer Besitztümer an Bauern ohne Land sowie die Verstaatlichung aller Aktiengesellschaften.

Bamberger Führertagung

Feder erstattete Hitler Bericht über die Tagung in Hannover. Dieser beschloss, zu reagieren: Für Sonntag, dem 14. Februar 1926, lud Hitler alle Gauleiter und Politischen Leiter der NSDAP zu einer gemeinsamen Führertagung ein. Dort bemerkten die Norddeutschen schnell, dass ihr sozialrevolutionärer Flügel durchweg in der Minderheit war. Hitler erörterte, dass sich die Partei keine Richtungskämpfe leisten könne. Und er machte den Anwesenden eindeutig klar, dass er die alleinige Führungspersönlichkeit und damit auch Kern der nationalsozialistischen Bewegung sei. Er verbot weiter, dass es in der Partei nunmehr keinerlei parlamentarisch-demokratische Debatten und Verfahrensweisen geben dürfe.[305] Daher verlangte der Parteichef die Auflösung der Arbeitsgemeinschaft Nordwest, das heißt des Strasserkreises.[297]
Hitler war jedoch klug genug, die Strasserbrüder und Goebbels nicht namentlich zu erwähnen. Er ahnte, dass diese ihm im Grunde treu ergeben waren und ihn nur vor dem Einfluss Streiches und Essers schützen wollten. So betonte Hitler auch mehrfach auf dieser Bamberger Führertagung, dass er diese nicht einberufen hätte, um die Vertreter der norddeutschen NSDAP zu demütigen, sondern um diese auf den gemeinsamen Kurs zurückzuführen. Das bestehende 25-Punkte-Programm der NSDAP erklärte Hitler zur „Gründungsurkunde“ der „nationalsozialistischen Religion“. Hitler stimmte die Parteiführer weiterhin darauf ein, dass der Kampf nun gegen den Marxismus gerichtet sei. Mit diesem taktisch klugen Schachzug war es diesem gelungen, die Mehrheit der Parteiführer einschließlich Joseph Goebbels auf seine Seite zu ziehen, der ihn wenig später in München besuchen würde.[306] Im Frühjahr 1927 endete zudem Hitlers politisches Redeverbot.[286]

Der Ort der Veranstaltung, das oberfränkische Bamberg, war von Hitler bewusst gewählt worden: Er symbolisierte dessen Willen, den deutschvölkisch orientierten Flügel der bayrischen und fränkischen NSDAP zu bevorzugen und damit den sozialrevolutionär orientierte „Arbeitsgemeinschaft Elberfeld“ auszuspielen, in der die Strasserbrüder und Goebbels die Führungspositionen besetzten. Hitler forcierte damit offen die nationalistisch-populistischen Positionen Feders und damit dessen antimarxistischen Vorstellungen, die sich gegen die strassersche „Fürstenenteignung“ richteten. Die Bamberger Führertagung verhinderte also das ideologische Auseinanderdriften der Parteiflügel. Joseph Goebbels, der bisher sozialrevolutionär war, schwenkte nun endgültig auf den hitlerischen Kurs um und wurde kurze Zeit darauf Gauleiter in Berlin.[307] Die Bamberger Führertagung hatte maßgeblichen Einfluss auf den einstigen Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Nordwest, Joseph Goebbels: War er als Deutschsozialist bisher voller Hochachtung gegenüber den Kommunismus in der UdSSR und dem Hochwillen des russischen Volkes zur Utopie und forderte gleich Greogor Strasser ein deutsch-sowjetisches Bündnis gegen Frankreich und Großbritannien, so wurde er rasch zum radikalen Antikommunisten, als er Hitlers Ansichten zu den seinen machte.[308]

Kampf um die „deutsche Staatsbürgerschaft“

Adolf Hitler, Kind deutschnationaler Österreicher, hatte sich stets als Deutscher und nicht als Österreicher gefühlt, wie er darauf angesprochen betonte. Er wolle nicht als Angehöriger der slawisierten Donaumonarchie gelten, so Hitler weiter. Um seiner Wehrpflicht zu umgehen, verließ er im Mai 1913 Österreich und ließ sich als gemeldeter „Staatenloser“ in München nieder. Doch gelang es den österreichischen Wehrerfassungsbehörden, Hitler in München auszumachen und zur nachträglichen Musterung vorzuladen. Diese stellte fest, dass Hitler „wehruntauglich“ sei. Dennoch meldete er sich freiwillig zur Bayrischen Armee, wo er sich „die deutsche Staatsangehörigkeit durch Teilnahme am Weltkriege ehrlich im Felde erworben“ habe, wie er am 15. März 1932 vor dem Untersuchungsausschuss des Thüringischen Landtages auf die Frage, warum sich Hitler nie um eine offizielle Einbürgerung bemüht hätte, antworten wird.
Hitler verschwieg dem Reichsgericht jedoch, dass er insgesamt sechs Mal versuchte, in einem der Deutschen Länder die Einbürgerung zu erreichen, um einer möglichen Ausweisung nach Österreich zu umgehen. Er hatte vorsorglich am 4. April 1925 die Österreichische Botschaft in Berlin ersucht, ihn aus der österreichischen Staatsangehörigkeit zu entlassen.[309][310] Diese wurde ihm dann am 30. April 1925 entzogen, sodass Hitler offiziell nun Staatenloser war.[311] So versuchte er noch 1925, sich in Thüringen einbürgern zu lassen, was dieses jedoch ablehnte.[310][311]
Zudem versuchten seit Ende 1929 die hitlerischen Parteigenossen Rudolf Buttmann (1885–1947) und Wilhelm Frick, Ersterer als NSDAP-Abgeordneter des Bayrischen Landtages, Letzterer als Abgeordneter der NSDAP im Reichstag, die Bayrische Staatsregierung dazu zu bewegen, den staatenlosen Führer der NSDAP in Bayern einbürgern zu lassen. Doch diese lehnte die Bitte der beiden Nationalsozialisten schroff ab: Durch seinen 1923 begangenen Putschversuch sei Hitler für Bayern untragbar und man rechne vonseiten der Staatsregierung mit dem massiven Widerstand anderer Deutscher Länder, vor allem mit dem Widerstand Preußens.[310][311]

Im Januar 1930 wurde Frick Innenminister Thüringens und Minister für Volksbildung. Ihm gelang es nun, für Hitler eine Anstellung im Staatsdienst zu vermitteln, durch die er über Umwegen auch die deutsche Reichsangehörigkeit hätte erwerben können. Doch schlug der fricksche Plan, Hitler als Angestellter bei der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst in Weimar unterzubringen. Stattdessen gelang es ihm widererwartend, Hitler eine Stellung als Gendarmeriekommissar in Hildburghausen zu vermitteln: Am 12. Juli 1930 überreichte Frick dem völlig überraschten Hitler die Ernennungsurkunde und verlangte von diesem eine Unterschriftsbestätigung. Die hitlerische Legende besagt nun, dass Hitler sowohl die Annahme der Ernennungsurkunde als auch die Unterschriftsbestätigung verweigert habe.
Am 25. September 1930 legte der Führer der NSDAP im Rahmen des Ulmer Reichswehrprozesses vor dem Reichsgericht Leipzig den sogenannten Legalitätseid ab und bekräftigte, dass er eine nationalsozialistische Machtergreifung nur noch durch die Nutzung legitimer Mittel, die ihm die herrschende parlamentarisch-demokratische Regierungsform geboten würden, erreichen wolle; statt Straßenkampf und Putsch sollte der Gesellschaftswechsel durch Wahlen erreicht werden.

Verleihung der Braunschweigischen Staatsangehörigkeit, Ernennung zum Regierungsrat

Obgleich Hitler noch Anfang 1932 staatenlos war, ließ er sich als Kandidat der NSDAP für Wahl zum Reichspräsidenten aufstellen, die am 13. März 1932 stattfinden sollte. Doch war seine Staatenlosigkeit auch der politischen Opposition bekannt und diese in die Lächerlichkeit gezogen. Dennoch gelang es Hitler, rund elf Millionen Stimmen auf sich zu vereinigen und damit auf Platz 2 zu gelangen. Platz 1 belegte der bisherige Rechtsnationale Paul von Hindenburg (1847–1934), indes der Kandidat der KPD, Ernst Thälmann (1886–1944), auf Platz 3 kam.
Der sogenannte Preußenschlag vom 20. Juli 1932, mit dem die preußische Landesregierung de facto entmachtet und Preußen als solches der Zentralregierung in Berlin unterstellt wurde, brachte es mit sich, dass der Nationalsozialist Dietrich Klagges (1891–1971), seit kurzem Minister für Inneres und Volksbildung in Braunschweig, bei der NSDAP-geführten Landesregierung erfolgreich beantragen konnte, dass Hitler die dortige Staatsangehörigkeit verliehen wurde und diesen als Regierungsrat zur Braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin zu versetzen.[7] Dafür richtete man eigens für Hitler einen Dienstposten im Braunschweiger Baudezernat ein, wo Hitler als „technischer Zeichner“ geführt wurde.[310] Eine mögliche Anstellung Hitlers als „Professor für organische Gesellschaftslehre“ an der Technischen Hochschule Braunschweig zerschlug sich am Widerstand der Gelehrten Fakultät.

Hitlers Ernennung zum Regierungsrat erfolgte zum 25. Februar 1932 und dieser wurde sogleich von seinem Dienstposten dauerhaft beurlaubt, da die Mitgliedschaft in der Braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin eine hitlerische Anwesenheit nicht vorsah. Kurz: Hitler hat seine Stellen als Regierungsrat und Gesandter nie aktiv ausgeübt[7], vielmehr legte er diese am 16. Februar 1933 (nach seiner Wahl zum Reichskanzler) nieder. Bereits einen Tag später legte Hitler im Berliner Gebäude der Braunschweigischen Gesandtschaft seinen Beamteneid auf die Weimarer Reichsverfassung ab und wurde dadurch endgültig reichsdeutscher Staatsbürger.[7]

Durch seine Inaktivität in diesen Dienststellen muss klipp und klar gesagt werden, dass sich Hitler dadurch seine deutsche Reichs- und Staatsangehörigkeit im Deutschen Reich schlicht widerrechtlich erschlich. Doch damit waren die geschichtlichen Weichen zum 30. Januar 1933 gestellt, da er nun als „Passdeutscher“ von Paul von Hindenburg zum Kanzler ernannt werden konnte. Damit endete im Deutschen Reich die sogenannte Kampfzeit, die von 1925 bis 1933 dauerte und die NSDAP wurde von einer Bewegungspartei zu einer Massen- und Regierungspartei.

Auf dem Weg zur Kanzlerschaft, „Röhmputsch“ und „Führer und Reichskanzler“

Nach der Bamberger Führertagung (Frühjahr 1926) hatte sich Hitler wieder endgültig als Führer der NSDAP etabliert und die innerparteilichen Widersacher waren de facto auf Eis gelegt worden. Er hatte die Kontrolle über die NSDAP wiedererlangt und sein Grundsatz, dass die Parteiorganisation in München die Keimzelle der gesamten NS-Bewegung sei, hatte allgemeine Parteigültigkeit bekommen. Am 22. Mai 1926 erhielt Hitler bei einer Generalversammlung der Partei, die traditionell im Bürgerbräukeller stattfand, seine formelle Bestätigung: Hitler wurde erneut (und einstimmig) zum I. Vorsitzenden der Partei und ihres Trägervereins gewählt und erhielt nun die Vollmacht, jeden Gauleiter oder Unterführer zu berufen oder zu entlassen. Dies bedeutete das tatsächliche Ende der basisdemokratischen Struktur der alten NSDAP, die nun zur echten Führerpartei wurde. Jedes Parteimitglied war nun dem Führer- und Gefolgschaftsprinzip unterworfen. Um seine Machtfülle zu stärken, hatte Hitler durchgesetzt, dass das 25-Punkt-Programm der NSDAP für unabänderlich erklärte, denn damit hatte er durchgesetzt, dass seine Auffassung von Nationalsozialismus als verbindlich definierte Version erklärt wurde.[312]

Nationalsozialismus ist der Wille des Führers! —   Reichsleiter Martin Bormann auf die Frage seines Sohnes Martin Bormann jr., was Nationalsozialismus sei.

Am 3. und 4. Juli 1926 fand in Weimar der zweite Reichsparteitag der NSDAP nach ihrer Neugründung statt. Thüringen war deswegen gewählt worden, da dieses Land eines der wenigen war, wo Hitler frei sprechen konnte. Erstmals trat die SA (und mit ihr die SS) als braun gekleidetes Paramilitär auf. In einer „Heerschau“ ließ der Führer der NSDAP rund dreieinhalbtausend SA-Männern aufmarschieren. Reichsweit besaß die NSDAP etwa vierzigtausend Mitglieder. Um die Oberste SA-Führung zu beruhigen, unterstellte Hitler seine SS organisatorisch der SA, übertrug dieser jedoch das Recht, bei öffentlichen Veranstaltungen die „Blutfahne der NSDAP“ zu führen.[313]
Am Jahresende 1926 wies die NSDAP fast fünfzigtausend Mitglieder auf, deren oberste Führung Hitler oblag. Rudolf Heß fand sich in der Dienststellung des „Sekretärs des Führers“ wieder, Hitlers Regimentskamerad Franz Xaver Schwarz (1875–1947) wurde Schatzmeister der Partei und Philipp Bouhler (1899–1945) wurde Generalsekretär. Der Parteivorstand besaß drei Personenkraftwagen und einen Mitarbeiterstab von fünfundzwanzig Parteigenossen. Nach und nach wurden weitere Abteilungen eingerichtet, die für auswärtige und innere Politik, Gewerkschaftsfragen, Industrie, Handel und Gewerbe, Justiz, Wissenschaft und Landwirtschaft zuständig waren. Recht bald wurden der NSDAP Untergliederungen zugeteilt, die aus SS, HJ und dem NS-Frauenverband usw. gebildet wurden. SA, SS und HJ galten als Kampfverbände der Partei. Stärkster Verband war die SA, in die noch während des Parteitages in Weimar acht neue Einheiten (Standarten) aufgenommen wurden. Gleichzeitig wurden dort Hitler alle SA- und SS-Führer, örtliche wie regionale, diesem direkt unterstellt.[314]

Am 1. November 1926 galt der Neuaufbau der Partei im Wesentlichen abgeschlossen und innerhalb der NSDAP wurde die Dienststelle Oberste SA-Führung eingerichtet. Dieser wurden alle NSDAP-Kampfverbände unterstellt, die aus SA und SS sowie aus HJ gebildet wurden. Innerhalb eines Jahres war es Hitler gelungen, sich von seinem Redeverbot und den inneren Konkurrenten zu befreien und so zum uneingeschränkten Parteiführer aufzusteigen, der beginnen würde, die rechte Splitterpartei NSDAP zur ersten deutschen Volkspartei aufzubauen.

Hitlers Expansionswunsch, mit der NSDAP reichsweit antreten zu wollen, stagnierte. Die Mitgliederzahlen in den Großstädten, auch in den bayrischen Großstädten, blieben hinter seinen Erwartungen. So kehrte bei ihm ein nüchterner Realismus ein, der offen am 30. Juli 1927 in München zutage kam: Auf der diesjährigen Generalversammlung der NSDAP attackierte Hitler vor den Delegierten mit seinen Aussagen das internationale Judentum. Jenem erklärten Gegner, der sich nicht wehren konnte. Die enttäuschende Mitgliederentwicklung der Partei verschwieg er, sodass bei den Anwesenden durchaus der Eindruck entstehen konnte, dass diese nur zweitrangig sei, da es für den „Führer“ wichtigere Dinge gäbe. Seine Reden ließen zudem erkennen, dass seine persönliche Weltanschauung regelrecht zur Zwangsvorstellung geraten war, die mit Rassenwahn und völkischer Expansion verknüpft war.[315]

Dieses Programm, das die deutsche Osterweiterung auf Kosten der slawischen Völker propagierte, wurde auch auf dem dritten Reichsparteitag in Nürnberg (19.–21. August 1927) verkündet, an dem etwa zwanzigtausend „Parteigenossen“ teilnahmen, von denen etwa achttausendfünfhundert uniformiert waren. Die Stadt Nürnberg selbst war in jenen Tagen durch Hakenkreuzfahnen, der NSDAPHakenkreuzstandarten und Marschmusik sowie durch zahlreich in Unform die Stadt durchziehende SA-Truppen geprägt.[315]

1927 begann Hitler zudem, seine Reden an die grundlegenden Bedürfnisse des Durchschnittsdeutschen anzulehnen. Er selbst gab sich zudem nicht mehr als radikal-völkischer Fanatiker, der mit allen Mitteln an die Macht gelangen wollte. Ganz im Gegenteil: Er gab sich als durchweg einsichtiger und verständnisvoller Mann, dem es nur um das Wohlergehen des deutschen Volkes und des deutschen Vaterlandes ging. Persönliche Interessen an der Macht widersprach er offen. Die Schuld der Armut und an den wirtschaftlichen Problemen der Deutschen gab er dem Internationalismus, der Demokratie und dem Pazifismus, die allesamt Erzeugnisse jüdisch-bolschewistischer Machenschaften seien. Hitler verkündete, dass seine „Lehre von den Grundwerten“ nur dem Wohle der Allgemeinheit diene. Die von ihm angesprochene Allgemeinheit konnte jedoch nicht ahnen, dass sich hinter diesen heroischen Worten nichts anderes lag, als eine der radikalsten politischen Ansichten, die darauf ausgelegt war, Deutschlands Rolle in der Welt zu festigen, dieses auf Kosten anderer Nachbarstaaten zur Weltmacht zu erheben und expansiv gegen Nachbarstaaten vorzugehen.[316]

1927 wurde von der Obersten SA-Führung geplant, nun auch die Frauenschaft in die Parteiarbeit aktiv einzubinden. Diese sollten in einer „Frauen-SA“ namens Rotes Hakenkreuz organisiert werden. Obgleich diese Frauen-SA nicht realisiert wurde, war diese Grundidee Basis der späteren NS-Frauenschaft.[317]

Im Frühjahr 1928 wurde reichsweit das Verbot der NSDAP aufgehoben, nachdem Hitler erklärt hatte, dass die Partei inzwischen eine „Mittelstandspartei“ sei, die keinen revolutionären Aktivismus mehr betreibe. Dennoch begann die Partei im Wahlkampf 1928, gezielt den deutschen Arbeiter anzusprechen. Josef Goebbels begann in seinen Reden, die Differenzen zwischen Sozialismus und Nationalismus zu negieren. Beide seien keine Gegensätze, sondern beide würden sich ergänzen. Gegeneinander gerichtet wären beide Ideologien zerstörerisch, miteinander dagegen seien sie revolutionär und fortschrittlich. Der politische Erfolg ließ nicht auf sich warten: Bei den Reichstagswahlen vom 20. Mai 1928 errang die NSDAP zwölf Mandate, trotz eines Stimmenverlustes von etwa 100 000 Stimmen.[318] Insgesamt erhielt die Partei bei diesen Wahlen 2,6 Prozent der Stimmen und lag damit an neunter Stelle. Hitler selbst errang kein Reichstagsmandat, da er als Staatenloser nicht kandidieren durfte.[319]

Seine Karriere als reichsweit beachteter Politiker startete Hitler ab Sommer 1929. Dabei kam ihm der Tod Gustav Stresemanns (1878–1929) sehr gelegen. Hauptsächlich argumentierte der Führer der NSDAP nun gegen den Young-Plan: Am 9. Juli 1929 vereinigte sich die damalige radikale Rechte des Reiches in einem „Reichsausschuss für ein Volksbegehren gegen den Young-Plan“. Teile der radikalen Linken sympathisierten mit diesem Reichsausschuss.[320]

Auf dem Reichsparteitag 1935 würde Hitler seine tragende Rolle jedoch propagandistisch herunterspielen und den anwesenden Massenorganisationen der Partei zusichern, dass er nichts ohne diese sei. Er, Hitler, habe ihnen alles zu verdanken. Dieses gelte auch für die Partei, den „[d]er Führer ist die Partei und die Partei ist der Führer!“[321]

Literatur

  • Joachim Clemens Fest: Hitler. Eine Biographie, Verlag Ullstein 1973, ISBN 3-549-07172-8
  • John Toland: Adolf Hitler. 1889–1938: Werden und Weg, Führer und Reichskanzler, Bd. I., Bastei Lübbe 1977, 2. Auflage 1983, ISBN 3-404-61063-6
  • John Toland: Adolf Hitler. 1938–1945: Krieg und Untergang, Feldherr und Diktator, Bd. II, Bastei Lübbe 1977, 2. Auflage 1983, ISBN 3-404-61064-4

Weblinks

Fußnoten

  1. Wiesbaden lebt: War war Hitler?, Ausschnitt „Tauf- und Geburtszeugnis“ aus dem Film, abgerufen am 21. Februar 2019.
  2. Stand Braunau am Inn: Taufregister 03-103/03, Auszug aus dem offziellen Taufregister der Stadt Braunau am Inn, abgerufen am 21. Februar 2019.
  3. 3,0 3,1 3,2 John Toland: Hitler, Bd. I, S. 24.
  4. Innerhalb der Historiker gilt es als umstritten, ob Adolf Hitler auch einen zweiten, einen Mittelnamen besessen habe. So wird in einem französischen Polizeibericht ein gewisser „Adolfus Jacob Hitler“ erwähnt, der „um 1880“ geboren worden sein soll. Siehe auch hierzu: Genealogy: Adolfus Jacob Hitler (1889–1945).
  5. Am 1. Januar 1920 erhielt Hitler in der Partei die Nr. 555 zugeteilt, wie es auch in Joachim Clemens Fest’ Standardwerk „Hitler. Eine Biographie“, auf S. 177 (Abb. der Mitgliedskarte) dargestellt ist, indes er nach der Neugründung der NSDAP im Februar 1925 nicht nur in der Partei, sondern auch in allen Gliederungen die Mitgliedsnummer 1 erhielt. Dieses belegt sein am 1. Februar 1927 ausgestelltes Mitgliedsbuch der NSDAP, dass zudem das Eintrittsdatum 1. März 1925 enthält.
  6. Historisches Lexikon Bayern: Staatsbürgerschaft Adolf Hitlers, Abschnitt „Ungeliebtes Österreich“, abgerufen am 11. Mai 2018.
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 313.
  8. 8,0 8,1 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 37.
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 184.
  10. Hans Kratzer: Hitlers Regiment, in: Süddeutsche Zeitung online vom 8. Oktober 2014, abgerufen am 10. Juli 2018.
  11. 11,0 11,1 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 361.
  12. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 220.
  13. Ian Kershaw: Hitler 1889–1936, Bd. I, abgerufen am 4. August 2018.
  14. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 296–297.
  15. 15,0 15,1 Harald Wiederschein: Adolf Hitler: Das wissen wir über sein Liebesleben, in: Fokus online vom 1. März 2016, abgerufen am 4. August 2018.
  16. Svenja Ostrowski: Der Aufstieg der NSDAP in der Weimarer Republik, Kapitel 2.2.2 Zur Ideologie Hitlers, S. 8.
  17. 17,0 17,1 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 61–62.
  18. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 235 (Fotodokument).
  19. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 336 (Fotodokumente).
  20. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 234 (Fotodokument).
  21. 21,0 21,1 John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 25.
  22. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 27.
  23. 23,0 23,1 John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 30–31.
  24. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 24.
  25. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 27.
  26. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 35.
  27. 27,0 27,1 John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 37.
  28. Wolfgang Zdral: Die Hitlers: Die unbekannte Familie des Führers, Googlebooks, abgerufen am 16. Mai 2018.
  29. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 39.
  30. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 40.
  31. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 42.
  32. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 43–44.
  33. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 50–51.
  34. Ins Asy, um nicht Soldat zu werden?, in: Der Spiegel, vom 6. Oktober 1965, Online-Ausgabe, abgerufen am 19. Mai 2018.
  35. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 52.
  36. Birgit Schwarz: Geniewahn: Hitler und die Kunst, Kapitel „Der verkannte Künstler“, S. 53, Googlebooks, abgerufen am 11. Mai 2018.
  37. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 65.
  38. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 24.
  39. 39,0 39,1 39,2 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 54–55.
  40. 40,0 40,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 25.
  41. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 70.
  42. 42,0 42,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 26.
  43. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 59.
  44. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 69.
  45. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 73.
  46. 46,0 46,1 John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 74.
  47. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 27.
  48. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 71.
  49. 49,0 49,1 49,2 49,3 49,4 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 28–29.
  50. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 74.
  51. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 74–75.
  52. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 75.
  53. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 77.
  54. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 78.
  55. 55,0 55,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 30–31.
  56. Joachim Clemens Fest gibt in seinem Standardwerk „Hitler. Eine Biographie“ (S. 90) den 24. Mai 1913 als Tag des hitlerischen Umzugs an.
  57. John Toland: Adolf Hitler, Bd. I, S. 79.
  58. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 91.
  59. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 31.
  60. 60,0 60,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 32.
  61. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 94.
  62. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 83.
  63. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 32–33.
  64. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 96.
  65. 65,0 65,1 65,2 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 33.
  66. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 98.
  67. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 33–35.
  68. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 99–100.
  69. 69,0 69,1 69,2 John Toland: Hitler, Bd. I, S. 87.
  70. 70,0 70,1 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 102.
  71. John Toland: Hitler, Bd. I., S. 92.
  72. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 101.
  73. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 33.
  74. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 34
  75. 75,0 75,1 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 103.
  76. Joachim Clemens Fest: Hitler – eine Karriere, Dokumentation 1977, erschienen in: EuroVideo Bildprogramm 2017, abgerufen am 14. Juni 2018, Link zurzeit nicht mehr auf YouTube abrufbar.
  77. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 94.
  78. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 95.
  79. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 95–96.
  80. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 97.
  81. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 40.
  82. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 109.
  83. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 34.
  84. 84,0 84,1 84,2 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 43. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Bruppacher43“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  85. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 44.
  86. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 113.
  87. 87,0 87,1 Viertelsjahreshefte für Zeitgeschichte, Jahrgang 7 (1959), Heft 2, „Hitlers Eintritt in die Politik und die Reichswehr“, S. 181.
  88. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 114.
  89. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 121.
  90. 90,0 90,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 48.
  91. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 122.
  92. 92,0 92,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 50.
  93. 93,0 93,1 Rainer Zitelmann: Der „nationale Sozialismus“ – mehr als nur eine Propagandaformel, in: The European, Online-Ausgabe vom 21. August 2017, abgerufen am 14. Juni 2018.
  94. Thomas Weber: Wie Adolf Hitler zum Nazi wurde, Googlebooks, abgerufen am 2. Juni 2018.
  95. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 122.
  96. Sven Felix Kellerhoff: Wie links war Adolf Hitler im Jahr 1919?, in: Welt digital, Rubrik „Geschichte: Zweiter Weltkrieg“, vom 6. Juni 2013, abgerufen am 11. Mai 2018.
  97. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 51.
  98. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 119.
  99. Joachim Fest: War Hitler ein Linker?, in: taz am wochenende, Online-Ausgabe vom 27. September 2013, abgerufen am 11. Mai 2018.
  100. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 54.
  101. Henrik Eberle: Hitlers Weltkriege: Wie der Gefreite zum Feldherrn wurde, Kapitel „Die zweite Münchner Revolution“, Googlebooks, abgerufen am 14. Juni 2018.
  102. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 55.
  103. Tobias Birzer: Adolf Hitlers Aufstieg in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, 2. Hauptteil, 2.1 Hitlers Beitritt zur DAP, Googlebooks, abgerufen am 14. Juni 2018.
  104. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 57.
  105. Patrick Oliver Heinemann: Rechtsgeschichte der Reichswehr 1918–1933, Kapitel 2 „Reichsverfassung und Wehrgesetz“, S. 89–90.
  106. Andreas Dornheim: Röhms Mann fürs Ausland: Politik und Ermordung des SA-Agenten Georg Bell, S. 62, Googlebooks, abgerufen am 11. Mai 2018.
  107. 107,0 107,1 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 189–190.
  108. Hermann Esser, der wie Hitler ein begeisterter Anhänger des Nationalsozialismus wird, tritt im Gegensatz zu diesem erst am 4. März 1920 der NSDAP ein, wo er die Pg.-Nr. 881 erhielt. Der DAP war er jedoch schon im Oktober 1919 beigetreten, wo er sich, neben Hitler, als einer der wirkungsvollen und aggressivsten Parteiredner werden sollte. Nach seiner Militärzeit arbeitete Esser in der völkischen Szene als Journalist.
  109. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 168.
  110. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 169.
  111. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 170.
  112. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 167–168.
  113. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 155.
  114. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 163.
  115. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 171.
  116. Alle bekannten Abbildungen der hitlerischen DAP-Mitgliedskarte mit der Nr. 555, ausgestellt durch die Ortsgruppe München, tragen als Eintrittsdatum den 1. Januar 1920.
  117. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 171–172.
  118. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 167–168.
  119. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 67.
  120. 120,0 120,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 68.
  121. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 126.
  122. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 173.
  123. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 140.
  124. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 127.
  125. Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, Bd. I, S. 69.
  126. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 157 (Bilddokument).
  127. Armin Fuhrer: Hitler wollte anderer Partei beitreten, in: FOKUS online vom 3. Dezember 2017, abgerufen am 16. Juni 2018 und Johann Althaus: Als Hitler noch Bittsteller war, in: WELT online vom 28. November 2017, abgerufen am 16. Juni 2018.
  128. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 189.
  129. Horst Möller, Andreas Wirsching, Walter Ziegler: Nationalsozialismus in der Region, Kapitel „Hitlers Anfänge“, S. 68.
  130. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 177 (Abb.).
  131. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 128.
  132. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 175.
  133. 133,0 133,1 John Toland: Hitler, Bd. I, S. 137.
  134. 134,0 134,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 73.
  135. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 183.
  136. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 138–139.
  137. 137,0 137,1 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 190.
  138. 138,0 138,1 138,2 Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, S. 70.
  139. Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, Bd. I, S. 65.
  140. 140,0 140,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 74.
  141. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 74–75.
  142. 142,0 142,1 142,2 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 74–75.
  143. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 187.
  144. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 148–149.
  145. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 149.
  146. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 150.
  147. 147,0 147,1 Paul Hoser: Nationalsozialistischer Deutscher Arbeiterverein e.V. (NSDAV), 1920-1923/1925-1935, in: Historisches Lexikon Bayern, abgerufen am: 3. Juni 2018.
  148. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 85–86.
  149. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 188.
  150. 150,0 150,1 150,2 Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, Bd. I, S. 71.
  151. 151,0 151,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 87.
  152. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 89.
  153. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 152.
  154. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 202.
  155. 155,0 155,1 155,2 155,3 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 203.
  156. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 153.
  157. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 90.
  158. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 154–155.
  159. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 91– 92.
  160. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 204.
  161. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 94– 95.
  162. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 155.
  163. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 204.
  164. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 96– 96.
  165. Ludolf Herbst: Hitlers Charisma: Die Erfindung eines deutschen Messias, Googlebooks, abgerufen am 26. Juni 2018.
  166. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 155–156.
  167. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 205.
  168. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 156.
  169. 169,0 169,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 96.
  170. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 206.
  171. Den Wiedereintritt am 26. Juli 1921 bezeugen auch andere Historiker wie beispielsweise Paul Chartess und Hans-Günter Richardi. Bruppacher und Richardi sind zwei der wenigen Historiker, die die neue Mitgliedsnummer Hitlers in ihren Werken erwähnen, die meisten Hitlerbiografien führen diese nicht auf.
  172. 172,0 172,1 172,2 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 207.
  173. 173,0 173,1 173,2 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 97.
  174. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 208.
  175. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 98.
  176. 176,0 176,1 176,2 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 191.
  177. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 156–157.
  178. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 208.
  179. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 208–209.
  180. 180,0 180,1 180,2 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 100.
  181. Felix Demant-Eue: Anfang vom Ende: Hitlers Jahre in München, Googlebooks, abgerufen am 9. September 2018.
  182. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 102.
  183. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 158–160.
  184. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 210.
  185. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 160.
  186. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 212.
  187. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 100–101.
  188. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 213–214.
  189. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 192.
  190. Hauptgeschäftsstelle der NSDAP, München 1922: „Anweisung zur Ortsgruppengründung.“
  191. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 105.
  192. 192,0 192,1 192,2 Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, Bd. I, S. 71–72.
  193. 193,0 193,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 107.
  194. 194,0 194,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 108.
  195. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 162.
  196. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 163.
  197. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 163 (Fußnote).
  198. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 174–175.
  199. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 176.
  200. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 225.
  201. 201,0 201,1 John Toland: Hitler, Bd. I, S. 169.
  202. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 170–171.
  203. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 172.
  204. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 173.
  205. 205,0 205,1 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 117.
  206. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 173–174.
  207. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 214.
  208. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 222.
  209. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 223.
  210. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 224–225.
  211. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 167.
  212. 212,0 212,1 John Toland: Hitler, Bd. I, S. 168.
  213. Christopher Ailsby: Die Geschichte der Waffen-SS, S. 15 (Bildbeschreibung).
  214. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 229.
  215. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 234.
  216. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 237.
  217. 217,0 217,1 217,2 217,3 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 231. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Fest231“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  218. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 125–126.
  219. 219,0 219,1 219,2 Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 126.
  220. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 180–181.
  221. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 237–238.
  222. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 233.
  223. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 239.
  224. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 240.
  225. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 243.
  226. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 127.
  227. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 128.
  228. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 128–129.
  229. Ian Kershaw: Hitler 1889–1936, Bd. I, Googlebooks, abgerufen am 1. November 2018.
  230. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 129.
  231. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 131.
  232. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP, Teil I: 1889–1937, S. 132.
  233. Joachim Clemens Fest:Hitler, S. 244.
  234. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 245–246.
  235. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 246.
  236. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 248.
  237. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 249.
  238. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 250.
  239. 239,0 239,1 239,2 John Toland: Hitler, Bd. I, S. 204–205.
  240. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 204.
  241. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 252.
  242. 242,0 242,1 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 255.
  243. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 256.
  244. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 205.
  245. 245,0 245,1 John Toland: Hitler, Bd. I, S. 206.
  246. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 206–207.
  247. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 207.
  248. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 209.
  249. 249,0 249,1 249,2 249,3 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 260–261.
  250. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 210.
  251. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 211.
  252. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 262.
  253. John Toland: Hitler, Bd. I, S. 210–211.
  254. Paul Bruppacher: Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP Teil 1: 1889 bis 1937, S. 147.
  255. 255,0 255,1 Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 263.
  256. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 263.
  257. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 264.
  258. vulture-bookz.de: Erklärung der Hitler-Ludendorff-Putschisten, abgerufen am 30. Juni 2018.
  259. 259,0 259,1 John Toland: Hitler, Bd. I, S. 216.
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